#Buchpassion – Lieblingsautoren

 

Herzlich Willkommen zur Aktion Buchpassion von Kapri-zioes.

Dieses Jahr geht es darum, euch Lesern die Lieblingsautoren der jeweiligen Blogger vorzustellen. Dabei werden meine Leser von meiner Auswahl wohl nicht allzu überrascht sein.

 

 

Allerdings kann ich mich hierbei nicht auf einen Autor beschränken, denn es gibt mehrere, die ich in meinem Leben auf keinen Fall mehr missen möchte.

 

Tommy Krappweis

Das ist jetzt wirklich keine Überraschung, ich weiß. Darüber, wie ich zu seinen Büchern gekommen bin, habe ich schon mehrfach beschrieben, unter anderem hier. Daher möchte ich es heute eher kurz machen.

Bei Tommy mag ich einerseits, wie wandelbar er schreibt und auch sonstig arbeitet. Drei Biografien, dann Kinder- und Jugendbücher. Aber abseits davon auch noch Drehbücher, Regie, Stunt, Musik, und mit Sicherheit habe ich das eine oder andere noch vergessen. Dabei hat er einen ganz eigenen Humor, der dem meinen sehr nahe kommt, näher als jeder andere Schriftsteller.

Entsprechend sind auch seine Bücher immer humorvoll. Dabei zugänglich für alle Altersstufen, aber niemals platt oder unintelligent.

Was ihn aber auch ausmacht, ist sein Umgang mit seinen Lesern. Bei Facebook, Twitter, Instagram und Co. ist er gefühlt rund um die Uhr erreichbar, obwohl es gleichzeitig so scheint, als würde er nie weniger als fünf Projekte gleichzeitig bearbeiten. Dabei klingt sein Ton manchmal ein wenig rau, ist aber, wenn man genauer liest, eigentlich warmherzig und offen. Wenn man also mal eine inhaltliche Frage haben sollte, ist er schnell zur Stelle. Bei ihm kann man quasi Lesen in Rundumbetreuung erleben, was sehr angenehm ist, wenn man bedenkt, wie unnahbar viele andere Autoren sind.

 

Sir Terry Pratchett

Hier muss ich ein Geständnis machen. Anfangs habe ich nur so getan, als würde ich Pratchett verstehen.

Ich habe zwei ältere Schwestern, 8 und 10 Jahre älter als ich, und als sie anfingen, Pratchett zu lesen, wollte ich natürlich auch. Aber anfangs konnte ich nicht allzu viel mit ihm anfangen, verstand längst nicht all seine Anspielungen. Die einzige Ausnahme dabei bot Hogfather (dt: Schweinsgalopp). Aber Pratchett ist auch wirklich nicht für Kinder unter 10 Jahren geeignet – denn so alt war ich damals in etwa.

Im Gymnasium dann habe ich ihn mehr für mich entdeckt. In der achten Klasse, im Alter von vielleicht 13 Jahren, wurde ich erst auf dem Schulhof angesprochen, weil ich Pratchett las, und später in der Schülerzeitungs-AG. Warum? Die damalige Theater-AG hatte sich daran gemacht, seinen Roman ‚Eric‘ in ein Theaterstück zu übertragen und man suchte noch Mitspieler.

Obwohl in der Schulzeit meine Liebe zum Lesen sehr litt, habe ich durch Pratchett damals meine Liebe zum Theater gefunden und eine Gemeinschaft, der ich noch über mehrere Jahre nach dem Abitur treu blieb. Dabei fing alles an mit „Ihr spielt Pratchett? Wow. Okay, … ich glaub nicht, dass Theater meins ist, aber für das Stück bin ich dabei, Aber nur dieses eine Jahr!‘ Letztlich wurden es 11 Jahre.

Aber was ist an Pratchett so besonders? Am liebsten mag ich seine Scheibenweltromane, in denen er immer auch gesellschaftskritische Anmerkungen zu unserer eigenen Welt macht. Dabei vergisst aber auch er nie, Humor einzuarbeiten. Aber das wirklich Spannende sind seine Charaktere, die gleichzeitig gut ausgearbeitet sind, aber immer noch irgendwie mysteriös. Man glaubt, zu wissen, wie sie reagieren, weil man sie über mehrere Bände, teils über ein Dutzend Romane kennen gelernt hat, und doch überraschen sie einen immer wieder, und das, ohne dass sich ihr Charakter abrupt ändern würde.

Er ist ein Meister der humorvollen Fantasy, aber auch der Anspielungen. Kein anderer kann so intelligent schreiben, und dennoch vor allem unterhaltsam bleiben,

Schade, dass er viel zu früh von uns gehen musste.

 

Gotthold Ephraim Lessing

Lessing ist seit der elften Klasse einer meiner Helden. Damals habe ich Nathan der Weise in der Schule lesen müssen. Gut, ich war vorher schon im Theater und kannte das Stück schon, wusste daher also auch schon, dass das die erste Schullektüre werden würde, die ich tatsächlich mag.

Nicht alles von Lessing kann ich uneingeschränkt empfehlen. Emilia Galotti hat einen bitteren Nachgeschmack von Unterdrückung der Frauen. Das ist nur ein Phänomen der damaligen Zeit und dafür eben schon beinahe ein Kampf FÜR Frauenrechte, aber dennoch hat mich die Lektüre damals eher mit Wut im Bauch zurückgelassen.

Dennoch ist Lessing für mich der größte literarische Kopf, den Deutschland je hatte. Er weiß, wie er moralische Lektionen unterhaltsam rüberbringen kann, was Schiller, Goethe und Brecht nicht schaffen. Die anderen großen Dichter sind immer nur entweder unterhaltsam, sprachgewaltig oder moralisch, keiner schafft alles drei auf einmal, mit Ausnahme von Lessing.

Daher ist er in meinen Augen der einzig wirkliche gute deutsche Klassiker – zumindest bis zur Neuzeit mit Kafka und Dürrenmatt. Und die sind beide eigentlich nur deutschsprachig. Dürrenmatt ist Schweizer, Kafka Tscheche. (Wobei Kafka, glaube ich, sagte, dass Deutschland die einzige Heimat ist, die er je kannte. Wie er also da genau einzuordnen ist, darüber mögen sich bitte Germanisten streiten).

 

Buchempfehlungen:

Und damit das Ganze hier auch etwas zum Mitnehmen für euch hat und nicht nur ‚Taaya schwärmt über ihre Helden‘ ist, hier die Buchempfehlungen für Einsteiger des jeweiligen Autors.

  • Mara und der Feuerbringer von Tommy Krappweis
    Die Ghostsitter-Reihe ist noch nicht abgeschlossen und würde dazu führen, dass ihr euch mir anschließt und immer qualvoll auf den nächsten Band wartet. Biographien hingegen sind nichts für jeden. Und zu seinen Kinderbüchern kann ich nichts sagen. Daher würde ich empfehlen mit Mara anzufangen. Die Trilogie ist abgeschlossen und bietet einen leichten Einstieg in den Krappweischen Humor.
  • Gevatter Tod von Terry Pratchett
    Mein Lieblingsroman von ihm ist eigentlich Schweinsgalopp, ein richtig schöner, gruslig-kuschliger Weihnachtsroman. Sozusagen. Auf Pratchett-Art eben. Aber da dort eine der Protagonistinnen die Enkelin von Tod ist, sollte man erst einmal wissen, wie Tod überhaupt eine Enkelin haben kann. Und dafür muss man Gevatter Tod lesen. Generell kann ich vor allem die Tod-Romane empfehlen. Aber auch die Stadtwache von Ankh-Morpork ist immer wieder lustig, aber auch manchmal hintergründig moralisch.
    (Ja, ALLE Romane der Scheibenwelt sind gut. Aber manche eben besser als andere und da hat wohl jeder seine Lieblingsprotagonisten.)
  • Nathan der Weise von G. E. Lessing
    In meinen Augen einfach das Hauptwerk und die beste Einbindung der Ringparabel in der Literaturgeschichte. Moralisch, lustig, tragisch, ansatzweise romantisch und einfach gut.

 

16 Gedanken zu “#Buchpassion – Lieblingsautoren

  1. Hallo Taaya,

    du hast wirklich eine interessante und schöne Auswahl getroffen! 🙂 Lessing habe ich während der Schulzeit auch sehr gern gelesen. Ganz besonders hatte es mir auch Nathan der Weise angetan.
    Danke für deinen Beitrag zu #buchpassion.

    Janine

    • Huhu Janine,

      danke für die Aktion 😉
      Hab mich schon Monate im Voraus gefreut und finde es jetzt schön, wie viele Leute Lessing noch kennen und sogar mögen.

      LG

  2. Moin 🙂

    Ein sehr schöner Beitrag mit einer Auswahl, die wirklich vielfältig ist! Krappweis kenne ich bisher noch nicht, Sir Terry ist auch auf meiner Liste gelandet und Lessings Ringparabel musste ich in der Schule auswendiglernen, habe sie aber dennoch sehr gemocht 🙂

    Danke für die Lesetipps – ich guck nunmal bei Krappweis rein ^^

    Liebe Grüße
    Sarah

    • Huhu Sarah,

      viel Spaß dabei. Von Mara gibt es auch eine Leseprobe, die die ersten Kapitel hat. Was sehr gut gewählt ist, weil ich finde, dass die Trilogie einen schon mit dem ersten Kapitel packt.

      LG

  3. Wahrscheinlich ist es sogar das einzige Buch, was ich bisher von Pratchett gelesen habe, aber ich fand „Gevatter Tod“ richtig gut! Hat sich nur irgendwie nie ergeben, mehr zu lesen. Aber irgendwann hole ich das nach 🙂

    • Damit wünsche ich dir viel Spaß. Die meisten Pratchetts sind wirklich gut und selbst die wenigen anderen sind mindestens mittelmäßig. (Und wenn es mal schneller gehen soll, gibt es immerhin 3 Verfilmungen 😀 ).

      LG

  4. Terry Pratchett ist auch einer meiner erklärten Lieblingsautoren. Selbstredend dass ich alle Bücher gelesen habe. „Night Watch“ ist eines meiner Lieblingsbücher und das von mir meist gelesene Buch. Den Autor Tommy Krappweis kenne ich leider nicht, Lessing aus der Schule. Danke für deine Anregung!

  5. Hallo Taaya,

    ein sehr schöner Beitrag!

    Ich teile deine Begeisterung für Lessing. „Nathan der Weise“ ist wirklich ein Meisterwerk. Aber auch „Emilia Galotti“ mag ich gerne.

    Liebe Grüße

    Rosa

  6. Hallo!

    Von Krappweis und Pratchett habe ich ehrlich gesagt noch nie etwas gehört, aber das lässt sich ja alles ändern. Von Lessing habe ich bisher auch nur Nathan der Weise gelesen, aber da kann ich dir nur zustimmen: Ein wirklich tolles Buch! (Eines der wenigen, die mir der Schul-Unterricht nicht versaut hat!). Kafka ist eher weniger mein Ding, aber Dürrenmatt gehört dafür definitiv zu meinen Lieblingsautoren!

    Liebe Grüße,
    Pia!

  7. Terry Pratchett liebe ich auch, besonders alle Bücher mit dem TOD. Aber Nathan, der Weise? Nä, bloß weg damit. Wir mussten es fürs Abitur lesen und ich habe keine guten Erinnerungen an den Unterricht *grusel* Aber so hat eben jeder seine eigenen Vorlieben ^^

    Liebe Grüße,
    Lena

  8. Huhu – ich war schon hier, dachte ich hätte auch kommentiert, huuch 😀

    Ich finde es auch toll, wenn sich Autoren auf einen Austausch mit den Lesern einlassen – nicht nur auf Lesungen, sondern auch auf den Plattformen im Internet <3

    Und sehr geiler Einstieg zu Pratchett!!

    Ein wirklich schöner Beitrag und dein Satz zum "Mitnehmen" gefällt mir sehr (=

    Liebe Grüße
    Janna

  9. Hallo ♥
    Ein schöner Beitrag. Die Aktion #buchpassion finde ich klasse, da entdeckt man im Moment unglaublich viel. 🙂
    Terry Pratchett habe ich auch erst vor Kurzem für mich entdeckt. Tatsächlich war mein erstes Buch auch „Schweinsgalopp“ und ich habe es so sehr geliebt. Danach habe ich „Gevatter Tod“ gelesen und nun möchte ich mich durch all seine Bücher lesen. Ich liebe sie. Und TOD ist mein Favorit. ♥

    Ein sehr schöner Artikel.
    LG Jacky ♥

  10. Hallo Taaya,
    die Scheibenweltromane von Terry Pratchett will ich schon seit Ewigkeiten mal lesen! Ich finde es sehr interessant, wie du dazu kamst, sie zu Lesen, und wie du dadurch sogar zur Schauspielerin wurdest! 😀
    Nathan der Weise finde ich auch wirklich wundervoll! Ich habe es vor einem halben Jahr für die Schule lesen müssen und mochte es sehr. Leider war ich die Ausnahme, denn alle anderen aus meiner Klasse mochten es eher weniger. Naja, oder sie wollten es nur nicht zugeben 😉
    Liebste Grüße,
    Denise

  11. Hallöchen!

    Ich liebe Gevatter Tod von Terry Pratchett! 😀
    Und wie schön, dass Bucher manchmal so viel mehr können als nur begeistern und unterhalten. 😉

    Ein schöner Beitrag!
    Liebe Grüße,
    Babsi

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