Michael Ende – Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch

Der satanarchäolügenialkohöllische WunschpunschBuchdetails

  • Genre: Kinderbuch, Fantasy, (Klassiker)
  • Erscheinungsdatum: Original 1989, diese Edition 2007
  • Verlag: Thienemann
  • ISBN: 9783522179485
  • Hardcover 240 Seiten
  • Sprache: Deutsch

Klappentext: 

Silvester. Der geheime Zauberrat Beelzebub Irrwitzer und seine Tante, die Geldhexe Tyrannja Vamperl, haben ein Problem: Sie haben ihr Jahressoll an bösen Taten noch lange nicht erfüllt, und es ist im wahrsten Sinne des Wortes fünf vor zwölf! Nur ein besonders gemeiner Plan kann ihnen jetzt noch helfen, den Rückstand aufzuholen …

Inhalt: 

Am Silvesterabend erhält der böse Wissenschaftler und Geheime Zauberrat Beelzebub Irrwitzer Besuch direkt aus der Hölle. Ein Herr Made zählt ihm seine Vertragsversäumnisse auf und erinnert ihn daran, dass das Jahr bald vorbei ist. Wenn er nicht all die vertraglich versicherten Umweltkatastrophen, Ausrottungen, Seuchen und Vergiftungen noch bis Schlag Mitternacht nachholen kann, wird er verpfändet. Doch wie soll das gehen? Vor allem, wo schon seit einiger Zeit ein Spion in seinem eigenen Haus lebt, der auf keinen Fall mitbekommen darf, dass Irrwitzer nicht etwa ein Philanthrop sondern ein Erzbösewicht ist.

Zu allem Überfluss kommt dann auch noch seine Tante vorbei, die mit ihm zusammen zwar ein Geschäft betreibt, aber ihn ohne mit der Wimper zu zucken vernichten würde. Weil ihr Neffe in Verzug geriet, geht es ihr ebenso, verkauft sie doch, was er herstellt. Und nun soll auch sie gepfändet werden. Ihre einzige Hoffnung ist der Wunschpunch, der, wenn man ihn vor Mitternacht an Silvester austrinkt, genau das Gegenteil dessen macht, was man sich wortwörtlich wünscht. Das ist DIE geniale Lösung, um sowohl die Spione – denn bei der Tante ist auch einer – in Sicherheit zu wiegen, als auch ihr Soll noch zu erfüllen und die Welt mit Plagen zu überziehen. Da lacht das Bösewichtherz. Nur leider ist die Herstellung gar nicht so leicht, vor allem, wenn der Partner einen jederzeit hintergehen und den Punch für sich beanspruchen könnte.

Dass die Spione auch nicht ganz so dumm sind und sehr wohl wissen, was vor sich geht und es zu verhindern versuchen, damit rechnen die beiden Halunken nicht.

 

Aufbau:

Das Buch ist statt in echten Kapitel in Uhrzeiten aufgebaut. Von 5 Uhr abends bis Mitternacht, also dem Jahreswechsel, kann man quasi in Echtzeit mitlesen. (Zumindest, wenn man ein Kind ist. Als erwachsener Vielleser muss man hin und wieder Pausen einlegen, damit die Buch-Zeit einen einholen kann.) Ab und an befinden sich auch Illustrationen im Buch, die schön gezeichnet die Geschehnisse darstellen und sie noch etwas greifbarer machen.

 

Charaktere: 

Maurizio und Jakob, Kater und Rabe, sind zwei Spione des Rats der Tiere, die zu den Magiern geschickt wurden, um zu schauen, ob diese für die Umweltverpestungen, Ausrottungen und Katastrophen verantwortlich sind. Während Maurizio naiv und träge ist – und Irrwitzer lange für einen Wohltäter hält – ist Jakob vorlaut und ein wenig zu sehr von sich eingenommen. Er glaubt, er hätte Tante Tyrannja an der Nase herumgeführt und könnte sie ausspionieren. Beide wissen nicht wirklich, was sie tun und harmonieren nicht wirklich. Für Kinder mag das aber lustig wirken.

Persönlich mochte ich die Bösewichte lieber. Beide haben keinerlei sympathische Eigenschaften, außer, dass sie in Wirklichkeit ziemliche Versager sind. Ihre ständig misstrauische und versucht hinterlistige Art, und das Genie hinter manch bösartigem Plan macht sie aber spannender und irgendwie zugänglicher.

 

Meinung:

Dieses Kinderbuch ist spannend zu lesen. Die Geschichte wird nie langweilig und dass Ende die Kapitel offenbar danach getimed hat, dass man sie quasi zeitgleich in Realzeit lesen kann, ist schon genial. Mir fehlt aber ein gewisser Lerneffekt, den ich mir von einem perfekten Kinderbuch wünschen würde. Und dass Rade Jakob grammatikalisch falsch redet, hilft da nicht.

Außerdem hat es einen leicht bitteren Beigeschmack, dass ich letztlich auf Seiten der Bösewichte war, weil sie einfach die spannenderen und irgendwie auch sympathischeren Charaktere waren. Ich nehme einfach an, dass das nicht der Sinn der Sache war.

Positiv ist aber in jedem Fall die Fantasie in diesem Werk. Bei manchen Einfällen fragt man sich, wie lange der Autor brauchte, um auf so etwas zu kommen. Mehrere verschiedene Geheimsprachen werden genutzt, viele Wesen erfunden, auch wenn sie für das Buch nicht einmal namentlich nötig gewesen wären, … Es wurde viel Herzblut und Arbeit in den Roman gesteckt und weit mehr als nur das für ein gutes Buch Nötigste getan.

 

Fazit: 

Sternabzug für den fehlenden Lerneffekt und die Charakterisierung, die mich in eine andere Richtung beeinflusst hat, als wohl vom Buch gewollt. Dennoch sehr spannend und gerne immer wieder lesbar.

2 Gedanken zu “Michael Ende – Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch

    • Meine Schwester hat es extra noch schnell bestellt und mir ohne Vorankündigung schicken lassen, damit wir das parallel an Silvester in Echtzeit lesen können. 😀 Sie hat einen Vogel, aber auf die tolle Art und Weise.

Sagt mir etwas Nettes