Lena Greiner, Carola Padtberg – Verschieben Sie die Deutscharbeit-Mein Sohn hat Geburtstag!

Verschieben Sie die Deutscharbeit - mein Sohn hat Geburtstag!Buchdetails

  • Erinnert an: Müssen wir schon wieder machen, was wir wollen von Anna Grammah
  • Genre: Sachbuch, Humor
  • Erscheinungsdatum: 2017
  • Verlag: Ullstein
  • ISBN: 9783548377490
  • Taschenbuch 223 Seiten
  • Sprache: Deutsch

Klappentext: 

Hilfe Helikopter-Eltern:
Von Dinkel-Zwang bis Noten-Klage:
Helikopter-Eltern kreisen von früh bis spät über ihren Kindern. Sie sind ängstlich ,ehrgeizig und vor allem immer zur Stelle. Hebammen ,Erzieher,Lehrer ,Ärzte, Trainer und Professoren sowie Hunderte SPIEGEL ONLINE-Leser haben nun endlich ausgepackt: Sie erzählen, was sie mit übermotivierten Eltern vom Geburtsvorbereitungskurs bis zur Uni erlebt haben. Herausgekommen ist eine Realsatire, die viele zum Lachen, aber einige auch zum Verzweifeln bringt.

Inhalt: 

Das Autorinnen-Duo, das bisher vor allem durch ihre Sammlungen lustiger Klausurantworten bekannt ist, nimmt hier die Eltern in den Fokus und durchleuchtet deren nervigsten, panischsten und albernsten Eigenschaften und wie das sogar den eigenen Kindern schaden kann.

 

Aufbau:

Die Anekdoten sind thematisch und teilweise chronologisch zum Kinderleben sortiert. Geburt, Kita, Schule, Uni, aber auch Gerichtsprozesse gegen die Schule, Freizeitgestaltung und Arztbesuche.

Meinung:

Über  weite Strecken ist das Buch vor allem unterhaltsam, wenn auch immer wieder mit einem Kopfschütteln zu lesen. An einigen Stellen werden aber eher die Autoren in ihrer Auswahl pedantisch. Hier werden Mütter dafür kritisiert, dass sie sich für Kindergeburtstage mal an einer neuen Form von Kuchen versuchen – etwas, was selbst backbegeisterte Singles manchmal nur für sich tun.

Außerdem werden die Kinder von vermeintlichen Helikoptereltern verspottet, wenn sie erzählen, dass sie heute selbstständig sind, aber ein gutes Verhältnis zu ihren Eltern haben, die ihnen manchmal noch unter die Arme greifen. Auch, wenn bei einem gemeinsamen Arbeitsweg der Vater das Kind ein Stück mitnimmt, ist das offenbar schon psychotisch oder ein Grund für Hohn.

Auch besondere Hintergründe für manch Verhalten, zum Beispiel das Leben in einem nicht an den ÖPNV angeschlossenen Dorf oder körperliche oder psychische Beeinträchtigungen werden nicht als Gründe für manches harmlose Verhalten der Eltern in Betracht gezogen.

Da wird also ein Elternteil, dass sein Kind vielleicht zu Vorstellungsgesprächen fährt, nicht nur rein deswegen zum Grund, warum das Kind den Job nicht kriegt, sondern auch auf eine Stufe gestellt mit den Eltern, die Ärzte physisch attackieren, weil ihr Kind mit erhöhter Temperatur warten muss, weil ein Notfall reanimiert wird?

Obwohl zum Schluss etwas relativiert wird, wird hier doch keine richtige Abstufung vorgenommen, so dass Eltern eingeredet wird, dass jede noch so winzige Unterstützung ihres Kindes gleich in psychiatrischen Maßnahmen für selbiges enden muss.

Leider schade, denn der Grundtenor des Buches und viele der Anekdoten legen sehr wohl nahe, dass es Trends gibt, die kritisch betrachtet werden müssen. Aber mit der nicht stattgefundenen Unterscheidung und der völligen Missachtung womöglicher ‚mildernder Umstände‘ hat die Sammlung letztlich leider dafür gesorgt, dass man diese Botschaft nicht mehr völlig ernst nehmen kann.

 

Fazit: 

Über weite Strecken unterhaltsam, leider aber nicht differenzierend genug betrachtet und teilweise sehr arrogante Einschätzungen.

 

Meinungen anderer Blogger: 

Lesefieber Buchpost 

 

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