Sebastian Niedlich – Und Gott sprach: Es werde Jonas!

Und Gott sprach: Es werde JonasBuchdetails

  • Erinnert an: John Nivens ‚Gott bewahre‘, nur besser und mit weniger Kifferhumor
  • Genre: In Ermangelung eines besseren Worts: Humor, Belletristik
  • Erscheinungsdatum:
  • Verlag: 2015
  • ISBN: 9783862654994
  • Taschenbuch 299 Seiten
  • Sprache: Deutsch
  • Trigger: Mord, Tod religiöser Fanatismus, Blasphemie, ziemlich viel Gefluche

Klappentext: 

Manchmal hat man einen schlechten Tag. Manchmal hat man auch einen SEHR schlechten Tag. Und manchmal wird man von einer herabstürzenden Kirchturmspitze zerquetscht. Genau das passiert Jonas – und damit könnte diese Geschichte nun auch schon wieder vorbei sein.
Aber Gott (die Älteren unter uns werden sich erinnern: der Allmächtige) hat andere Pläne: Er will den etwas chaotischen und zur schlechten Laune neigenden Berliner zum neuen Messias machen. Also wird Jonas von den Toten erweckt. Die Ärzte, die Medien und eine stetig wachsende Zahl begeisterter Gläubiger drehen durch. Und Jonas? Der will eigentlich nur seine Ruhe haben. Auf gar keinen Fall will er irgendein Wunder wirken! Aber es kommt anders …

Inhalt: 

Jonas, ein Autor, der nur ein mittelmäßiges Buch unter seinem Namen veröffentlicht hat und ansonsten unter Pseudonym Groschenromane schreibt, hat sein Jubiläum mit seiner Freundin vergessen. Als sie ihn gerade noch rechtzeitig erinnert, und er dieses eine Mal wirklich alles daran setzen will, pünktlich zu ihr zu kommen, bleibt er im Fahrstuhl stecken. Und ausgerechnet mit dem Mann, der eigentlich am anderen Ende des Notrufknopfes sitzen sollte.

Daraufhin verlässt ihn seine Freundin und zieht ausgerechnet zu seiner religiös-fanatischen Mutter. Als Jonas sie von dort zurückholen will, und sie ihn abweist, sein Auto im Sturm von einem Baum zerstört wurde und er daher an der nächsten Ecke, an einer Kirche, versuchen will, ein Taxi abzufangen, trifft ihn die morsche Spitze des Kirchturms.

Als Jonas kurz danach wieder am Leben ist und sein einst zerquetschter Körper wieder funktioniert, hat Gott sein Ziel erreicht, er hat einen neuen Propheten. Doch was das für Jonas selbst bedeutet, kann keiner von ihnen absehen. In kürzester Zeit weiß die ganze Welt von ihm und während die einen versuchen, aus seinen Büchern neue Lehren abzulesen, halten die anderen ihn für ein Werk des Teufels. Und die Lage spitzt sich mehr und mehr zu.

 

Charaktere: 

Jonas ist anfangs ein ziemlicher Trottel. Obwohl er gut verkaufte Liebesschnulzen schreibt, kann er sich nicht in seine Freundin hineinversetzen. Er begreift selbst dann nicht, wenn sie ihm einen ganzen Zaun um die Ohren haut – natürlich nur metaphorisch. Über das Buch hinweg wird er endlich etwas erwachsener, aber so ganz wird man das Gefühl nicht los, dass er eine Beziehung dennoch nicht begreift.

Dann haben wir da noch Gudrun, die überreligiöse Mutter, bei der man echt nicht versteht, warum die Charaktere überhaupt noch ein Wort mit ihr reden. Obwohl sie selbst nicht kochen kann, vertritt sie die Meinung, dass Frauen an den Herd gehören. Und sie intrigiert mehrfach gegen ihren Sohn.

Lena, Jonas‘ Freundin, ist die einzig ansatzweise intelligente Hauptfigur, die sogar sympathisch erscheint. Leider bleibt sie dabei vergleichsweise farblos und obwohl man von ihrer Vergangenheit erfährt, ist ihr Charakter nicht völlig ausgearbeitet.

Dann haben wir noch einen geldgierigen besten Freund/Manager, der fast durchgängig nervt und einen schwulen, russischen Bodyguard, der leider die meiste Zeit stumm ist, dabei aber sehr klug und gutherzig. Von ihm hätte ich gern mehr gelesen.

Insgesamt aber lernt man eigentlich am meisten über Jonas – und nebenbei Gott, der der Ich-Erzähler der Geschichte ist, aber mit den Figuren nicht kommunizieren kann. Schade, denn die Nebenfiguren hätten teilweise mehr Aufmerksamkeit nötig gehabt.

Meinung:
Ein unterhaltsamer Roman, der aber auch die Schwächen von uns Menschen aufzeigt und nachdenklich macht.

Leider ist er nicht ganz perfekt. Niedlich ist teilweise zu begeistert davon, Gott Schimpfwörter nutzen zu lassen. (Was an sich für mich nicht schlimm ist. Aber immer ‚Ja, Gott hat XYZ gesagt, kommt darüber hinweg‘ wird auf Dauer doch lästig. Und auch ein paar andere Kleinigkeiten machen, dass der Roman zwar angenehm, aber nicht perfekt lesbar ist.

Dafür bietet er aber bis zum Ende Spannung, auch wenn das Ende ziemlich hoch gepokert ist und irgendwie ein wenig überkonstruiert daher kommt.

Es ist kein Buch, in das ich mich verlieben könnte, aber doch eines, das ich als so lustig, nachdenklich und gut ausgearbeitet empfinde, dass ich es weiterempfehlen möchte. (Also in Wirklichkeit habe ich es meiner Mutter einfach wortlos auf den Tisch gelebt, damit sie es liest.)  Ich jedenfalls mochte es gern.

 

Fazit: 

Es ginge noch ein wenig besser, gefällt mir aber schon sehr gut. Niedlich traut sich eben an Themen, die nicht ganz so oft in der Literatur vorkommen und so umso erfrischender zu lesen sind.

 

Meinungen anderer Blogger: 

Tamis Blog 

Nessis Bücherregal 

 

Muharhar, und wer bis hierhin durchgelesen hat, hat die Möglichkeit, das Buch zu bekommen. Denn ich Hornochse habe es aus Versehen doppelt gekauft. Das kommt davon, wenn man einmal vorher nicht bei Goodreads nachschaut.

Jedenfalls habe ich ein GEBRAUCHTES (!), aber im Zustand noch sehr gutes Exemplar für euch, dass ich unter den Kommentatoren verlosen werde, die bis 13. Februar 2018 hier etwas schreiben.

Bedingungen:

  • Ihr wohnt in Deutschland. (Denn leider bin ich nicht so reich, dass ich Bücher in andere Länder verschicken könnte.)
  • Ihr seid über 18 oder habt die Erlaubnis eurer Eltern, hier teilzunehmen.
  • Auslosung findet dann am 14. Februar (oder zeitnah danach, je nach Gesundheitszustand) statt, Versand dann schnellstmöglich.
  • Teilnehmen kann nur, wer hier mit einer Emailadresse oder einem Account kommentiert, über den ich ihn/sie im Fall eines Gewinnes erreichen kann. (Ihr wisst schon, die Emailadresse oben über dem Kommentartextfeld, die, die nicht sichtbar ist.)
  • Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen und eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich.
  • Mehrfachkommentare zum Zweck der Gewinnchancenmaximierung sind nicht gestattet. Pro User nur einmal der Name im Zufallsgenerator.

 

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