Aude Le Corff – Das zweite Leben des Monsieur Moustier

Das zweite Leben des Monsieur Moustier

Buchdetails

  • Erscheinungsdatum: 2016
  • Verlag: insel taschenbuch
  • ISBN: 978-3-458-36169-5
  • Taschenbuch 192 Seiten
  • Sprache: Deutsch

 

Ich möchte im Voraus warnen, dass diese Rezension Spoiler enthalten wird, da ich mich bei der Begründung meiner Bewertung diesmal auf den gesamten Inhalt beziehen muss.

weiterlesen

[Hörbuch] Cassandra Clare, Holly Black – Der Weg ins Labyrinth (Magisterium #1)

Der Weg ins Labyrinth (Magisterium, #1)

Buchdetails

  • Erscheinungsdatum: 14. November 2014
  • Verlag: Lübbe Audio
  • ISBN: 9783785750209
  • Hörbuch  7 Stunden 13 Minuten
  • Sprache: Deutsch

 

 

Inhalt: 

Der junge Cal Hunt wurde von seinem Vater dazu erzogen, Magiern zu misstrauen, sie zu hassen. Und das, obwohl sein Vater selbst einst die Schule der Magie besucht hatte, ebenso wie seine Mutter, die in einer Magierschlacht starb.

Als Cal nun gezwungen ist, an der Aufnahmeprüfung des Magisteriums, der selben Schule, teilzunehmen, versucht er, seine Ergebnisse zu sabotieren und schneidet als schlechtester Schüler ab. Und doch erwählt einer der Lehrmeister ihn zu seinem Schüler, so sehr sein Vater auch dagegen ankämpft.

Nach und nach findet sich Cal in der Schule zurecht, findet Freunde und hört auf, seinen Rauswurf provozieren zu wollen. Doch etwas ist merkwürdig. Ständig werden sie von Monstern angegriffen und plötzlich wird auch noch sein bester Freund entführt. So tritt er den Weg zur Rettung an, aber auch den Weg, um zu erfahren, warum sein Vater ihn nicht zum Magier hatte ausbilden lassen wollen.

 

Aufbau:

Beim Aufbau des Hörbuchs fand ich es störend, dass die Zwischenmusik stark an Harry Potter erinnerte. So sehr, dass ich mir nicht sicher bin, dass sie nicht schon als geklaut gilt. Dadurch, dass Magisterium von allen Seiten als düsterere Version von Harry Potter gilt, erscheint die Melodie noch manipulativer, als würde man alles daran setzen, auf dem Potterverse aufzubauen und sich dadurch mehr in die Herzen der Fans schleichen zu wollen.

Für den zugrunde liegenden Roman trifft das zwar nicht zu, aber die Hörbuchversion erscheint damit ein wenig berechnend hergestellt.

 

Charaktere: 

Auffällig ist hier, wie auch bei Harry Potter, dass sich ein Trio herausbildet. Der Außenseiter, der etwas Besonderes ist, die Streberin und der Dritte im Bunde. Hier ist allerdings auch der Dritte auf seine Art einzigartig und für die gesamte Welt wichtig – ohne zu viel verraten zu wollen.

Und auch hier baut man auf das Jugendbuchklischee auf, dass die Helden alles alleine machen und nie den Rat der Erwachsenen suchen. Dass sie lieber in ihren eigenen Tod rennen oder gar die Welt einer Gefahr aussetzen, als mit ihrem Vertrauten, ihrem eigenen Lehrer zu sprechen. Dieses typische Klischee jugendlicher Dummheit wird hier leider voll und ganz ausgenutzt und regelrecht zelebriert.

 

Fazit: 

Zunächst verstand ich den Vergleich mit Harry Potter, von dem ich vorher schon hörte, nicht. Magisterium erschien mir eher wie ein billiger Abklatsch von Cassandra Clares Chroniken der Unterwelt. Jemand, der ein Heer von Monstern nutzen will, dann ein junger Held, dessen alleinerziehendes Elternteil ihn von seiner wahren Herkunft abschirmen wollte, und schließlich die Ankündigung, dass das Nutzen der Fähigkeiten ohne vorheriges Training gefährlich sein kann. Dazu die mit Namen bedachten Waffen. Vor kurzem habe ich Band 2 der Chroniken der Unterwelt gehört und genau das kam auch dort vor. Doch nach den ersten Kapiteln setzte sich doch eher die Ähnlichkeit zu Harry Potter durch.

Hier, wie auch bei Harry Potter, ist die magische Welt spannend aufgebaut. Man möchte wissen, was weiter passiert. Aber genau wie bei Harry Potter werden einem keine Hauptcharaktere an die Hand gegeben, die man mögen könnte. Im Gegenteil, Cal ist in seinem Egoismus, all seine Probleme ohne Hilfe Erwachsener lösen zu wollen, nur noch sturer und damit unsympathischer als Harry.

Und so weiß ich nicht genau, ob ich die weiteren Bände lesen oder hören werde. Ich würde gerne wissen, wie es mit der Welt weiter geht, aber die Charaktere haben mich zutiefst enttäuscht und die Lehrer tauchen hier nur als Randfiguren auf, so dass man selbst in gut ausgebauten Nebencharakteren keinen ‚Trost‘ finden kann, wie es in JK Rowlings Werk noch möglich war.

So hat das Buch leider viel Potenzial verschenkt. Diese Charaktereigenschaften mögen für die beschriebene Geschichte nötig sein, machen sie aber in meinen Augen … nervig. Schade. So ist es am Ende eine fast schon gestohlen wirkende Kombination früherer Bestseller, die einem wenig gibt, woran man sich festhalten könnte.

Jean Lorrah – Die UMUK-Seuche

Die UMUK-Seuche by Jean Lorrah

Buchdetails

  • Erscheinungsdatum: 1992
  • Verlag: Wilhelm Heyne Verlag
  • ISBN: 3-543-06194-2
  • Taschenbuch 304 Seiten
  • Sprache: Deutsch

 

Klappentext: 

UMUK – Unendliche Mannigfaltigkeit in Unendlicher Kombination. Dieses Prinzip bildet das Fundament der vulkanischen Philosophie, die Basis für die friedliche Koexistenz verschiedener Spezies. Und nirgendwo wird dieser Grundsatz konsequenter in die Tat umgesetzt als auf der Wissenschaftskolonie Nisus. Hier arbeiten Menschen, Vulkanier, Klingonen und eine Vielzahl anderer Rassen an gemeinsamen Forschungsprojekten – bis eine grauenvolle Seuche ausbricht.
Captain James T. Kirk erhält den Auftrag, ein Ärzteteam von Vulkan nach Nisus zu bringen. Doch auf der Enterprise befindet sich auch eine Gruppe vulkanischer Renegaten. Im Orbit von Nisus setzt sich einer der Rebellen über Kirks Befehle hinweg und schleppt so das tödliche Virus auch auf der Enterprise ein.
In den Labors auf Nisus und der Enterprise wird fieberhaft nach einem Impfstoff gegen den Erreger gesucht. Dabei machen die Wissenschaftler eine bestürzende Entdeckung: Das Virus mutiert im Blut von Mischlingskindern verschiedener Spezies zu seiner tödlichen Variante. Alte, längst überwunden geglaubte Vorurteile brechen erneut auf. Und die Orioner planen, Informationen über das Virus an das klingonische Militär zu verkaufen – als verheerende Waffe der biologischen Kriegführung.

Inhalt: 

Die Enterprise ist gerade auf dem Weg, verbannte Vulkanier, die auf die Reinheit des Blutes pochen, auf einem unbewohnten Planeten abzusetzen und danach diplomatisches Personal auf einem anderen Planeten abzusetzen, als sie zu einer humanitären Katastrophe gerufen werden. Auf Nisus, einem Planeten, auf dem viele Spezies der Föderation mit Orionern und Klingonen zusammen arbeiten, ist eine Epidemie entstanden.
Schnell steht fest, dass Kinder aus gemischtrassigen Ehen dem Virus Nährboden bieten, um zu immer schlimmeren Varianten zu mutieren. Das führt selbst unter denen, die auf Nisus schon lange in gemischten Teams arbeiten, zu Misstrauen, ob es wirklich so klug ist, wenn verschiedene Völker kooperieren.
Doch auch an Board der Enterprise gibt es Probleme. Einer der verbannten Vulkanier hat das gefährliche Virus aufs Schiff gebracht, und versucht nun auch noch, dieses unter seine Kontrolle zu bringen.  Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, der aber neben neuem Misstrauen auch neue Verbündete bringt.

 

Charaktere: 

Im Mittelpunkt steht in diesem Roman gar nicht so sehr die Enterprise-Crew. Lediglich Spock, als gemischtrassiger Charakter, wird näher betrachtet und dadurch, dass seine Eltern unter den transportierten Diplomaten sind, wird auch sein Privatleben thematisiert.

Ansonsten bilden hier aber unbekannte, aber nichts desto trotz spannende Charaktere den Mittelpunkt. Darunter Kevin, halb Mensch, halb Klingone, der sich bei der Sternenflotte beworben hat, sein klingonischer Vater, und die junge T’Pina, die auf Nisus aufgewachsen ist und nach ihrer Ausbildung an der vulkanischen Akademie dorthin zurück kehrt – gerade zum richtigen Zeitpunkt, weil sie in der Krise wichtiger ist als gedacht.

Diese neuen Figuren werden gut ins Star Trek-Universum eingefügt und sind dabei schlüssig charakterisiert. Sie geben der Geschichte Tiefe – sorgen aber auch dafür, dass es sich nicht wie ein Enterprise-Roman anfühlt.

 

Fazit: 

Eigentlich handelt es sich hier eher um einen Katastrophenroman, denn ein Ereignis folgt auf das andere und wieder und wieder sind die Leben der Betroffenen in Gefahr. Auch der Science-Fiction-Aspekt kommt etwas zu kurz. Statt dessen fließen Arztroman-Themen ein, darunter auch der Beginn einer Romanze.
So ist es letztlich ein spannendes Buch – bis auf die Stellen, an denen Virologie überwiegt und der Laie nicht unbedingt alles versteht -, das aber das typische Star Trek-Gefühl ebenso vermissen lässt, wie die altbekannten Charaktere.