Warum ich lese…

Novelero fragt auf seinem Blog, warum Buchblogger lesen. Nun weiß ich nicht genau, ob ich mich wirklich schon zu den Buchbloggern zählen kann. Ich schreibe doch eher für mich, auch wenn ich mich natürlich über jeden freue, den meine bescheidene Meinung interessiert oder der bei mir neue Bücher findet, die er mal lesen mag.

Aber kommen wir zur eigentlichen Frage: Warum lese ich?

Lesen war in unserem Haushalt eigentlich, solange ich mich erinnern kann, allgegenwärtig. Ich weiß, dass ich dank älterer Geschwister mit 4 schon lesen und schreiben konnte, auch wenn ich mich nicht mehr daran erinnere, was genau ich damals gelesen habe. Da müsste man eher meine Familie fragen. Bücher waren oft um uns, auch wenn wir nicht gerade ein fernseh-abstinenter Haushalt waren. Aber wenn man um große Geschwister herum ist, die es lieben, Shakespeare zu zitieren, kann man gar nicht anders, als das gedruckte und das gesprochene Wort zu lieben. So bis in die Orientierungsstufe hinein habe ich also sehr gern gelesen. Kindergeschichten ebenso wie eher Mythologisches. Meine Lieblingsgeschichte war damals die der Nibelungen, in einer ganz speziellen Version, die ich mal aus der Bücherei hatte, aber nie wieder gefunden habe. Sie war aber auch der zeitweilige Untergang meiner Leselust.

Denn kaum kam ich ins Gymnasium, hat mein Hobby auch den Unterricht beeinflusst. In Geschichte haben wir die deutschen Sagen nur gestreift, wenn jedes Jahr die NS-Zeit wieder auf dem Lehrplan steht, hat man eben nicht viel Platz für Anderes. Aber da ‚glänzte‘ ich dann mit dem Wissen zu den Nibelungen und schon kam der fatale Satz. ‚Nehmt euch ein Beispiel an ihr, sie liest gern.‘ Genau das, was man NICHT gebrauchen kann, wenn man dank Behinderung und der Tatsache, dass man als einziger keine Freunde mit auf die neue Schule genommen hat, der Außenseiter, das Mobbingopfer ist. Noch mehr herausgestellt zu werden, diesmal in einer Art, die die anderen auch noch demütigt.

Über Jahre habe ich dann nicht mehr viel gelesen, wollte nur so normal wie möglich werden. Mich einfügen. Was als Trekkie auch nicht gerade leicht ist, aber wenigstens war ich irgendwann nicht mehr das kluge Kind, das von den Lehrern herausgestellt wurde, sondern nur noch der Freak. Das war leichter.

In der Zeit habe ich nur noch Harry Potter gelesen, sonst eigentlich kaum etwas. Gut, die Pflichtlektüre der Schule. Manchmal. Wenn sie gut war. Dann auch die nicht mehr, da ich festgestellt habe, dass meine Klausuren darüber besser waren, wenn ich nur die Zusammenfassung und nicht das Buch selbst gelesen habe, vielleicht, weil meine Interpretationen zu abwegig waren? Oder einfach nur nicht ins Bild passten. So hat Schule meine Liebe zum Buch getötet.

Fast. In der Universität wurde es eigentlich auch nicht leichter. Die extrem verschrobene Schreibweise der Fachautoren schreckt mich noch heute ab, kurz vor der Masterarbeit hasse ich es immer noch Fachtexte zu lesen, dabei schreibe ich sie mittlerweile sogar selbst. Aber gleich im ersten Semester gab es eine Kleinigkeit, die mir die Liebe zur Literatur wieder näher gebracht hat.

Ich bin Fan der Mittelalter-Fun-Folk-Gruppe Duivelspack und sie haben eines Tages auf ihrer Seite veröffentlicht, dass ein Autor, Tommy Krappweis, ihre Musik als seine ‚Schreibmusik‘ für seine Debüt-Trilogie genommen hat. Gut, damals für das erste Band noch, Band 2 kam gerade zu der Zeit raus, Band 3 später. Jedenfalls hieß es, wenn sich das genug verkaufte, würde es den Film geben und damals hieß es noch, dann macht das Duivelspack den Soundtrack. Da musste ich doch dann wenigstens mal reinlesen, immerhin ging es um eine Gruppe, die unglaublich lieb war – beim Fiedler der Gruppe durfte ich nach einem Konzert sogar übernachten, weil der Zug nach hause erst um 6 Uhr morgens fuhr. Ich sah es im ersten Moment nur als eine Art moralischer Pflicht an, aber nach Kapitel 1 war ich gepackt. Wenige Monate später fuhr ich zur ersten Lesung, die ich seit 15 Jahren besucht hatte. Meine zweite insgesamt in meinem Leben. So lernte ich Tommy kennen, von dem ich nicht weiß, ob ich ihn als Freund bezeichnen kann, aber ein wichtiger Begleiter der letzten Jahre ist er irgendwie doch gewesen. Und vor allem hat mir seine Trilogie ‚Mara und der Feuerbringer‘ die Literatur wieder näher gebracht. Ich habe nie gar nicht gelesen, das nicht. Aber von da an habe ich es wieder geliebt.

Und jetzt? Jetzt lese ich, weil es mir einerseits Spaß macht. Aber andererseits, glaube ich, weil ich diese unsere Welt nicht wirklich mag. Ich brauche diesen Abstand zu ihr, muss mich in fremde Welten träumen können, ebenso, wie mal einfach durch ein humorvolles Buch aufgeheitert zu werden. Bücher sind meine Welt, mein Zufluchtsort, meine Hoffnung. Der kleine Anker, der dafür sorgt, dass ich in unserer schnellen, grausamen Zeit nicht ganz den Verstand verliere. Zumindest nicht mehr, als gesund ist.

Andy Weir – Der Marsianer

Dieses Büchlein habe ich freundlicherweise vom Bloggerportal der Randomhouse Verlagsgruppe zur Verfügung gestellt bekommen. Schon einmal danke dafür.

 

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Buchdetails

  • Erscheinungsdatum: 14. September 2015
  • Verlag: Wilhelm Heyne Verlag München
  • ISBN: 9783453316911
  • Paperback 512 Seiten
  • Sprache: Deutsch
  • zu kaufen unter anderem hier

 

Klappentext: 

Bei einer Expedition auf dem Mars gerät der Astronaut Mark Watney in einen Sandsturm und wird bewusstlos. Als er aus seiner Ohnmacht erwacht, ist er allein. Auf dem Mars. Ohne Crew. Die spektakulärste Rettungsmission um das Überleben eines einzelnen Menschen beginnt…

Inhalt: 

Mark Watney, Botaniker und Ingenieur, wurde auf dem Mars vergessen. Nicht etwa durch ein Versehen, sondern, weil man ihn für tot hielt. Nun sitzt er fest, denn selbst wenn er sie erreichen könnte, seine Crew könnte ihn nicht auf der Oberfläche abholen. Für ihn beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, darum, wie lange seine Ressourcen halten, wie lange die Technik noch überlebt, und ob er überhaupt jemals vom Planeten kommen kann. Dabei ist nicht jeder Plan, der in der Theorie genial klingt, auch in der Umsetzung noch so leicht.

 

Charaktere: 

Die Hauptrolle spielt natürlich Watney, der ‚Marsianer‘. Er hat einen recht derben Humor, der aber auch in den eigentlich unwirtlichsten Situationen durchkommt, so dass er sehr sympathisch, wenn auch manchmal ein klein wenig albern und manchmal etwas vulgär erscheint. Man kann ihm aber zu Gute halten, dass Höflichkeit nun wirklich nicht mehr von Bedeutung ist, wenn man annehmen muss, dass man eh stirbt.

Die anderen Charaktere spielen eigentlich nur Nebenrollen, sind teilweise aber auch sehr liebevoll aufgebaut, und bringen fast alle auch ihre eigene, kleine Spur Humor mit.

 

Fazit: 

Die Geschichte ist spannend erzählt, teils im Missionslog von Watney, teils aus einer normalen Roman-Erzählperspektive, teils in Kommunikationslogs, aber nie so durcheinander gebracht, dass es verwirren würde. Alles ist klar erkennbar und die Grenzen verwischen nicht. Watney ist ein sehr ‚plastischer‘ Charakter, man kann ihn sich gut vorstellen und sich vielleicht nicht ganz in seine Situation versetzen – einziger Mensch auf einem großen Planeten ist wohl keine Situation, in die der Leser je kommen kann -, aber mitleiden, mitfiebern kann man sehr gut. Einzig die technischen Details sind nicht immer vollkommen nachzuvollziehen, wenn man keinerlei Ahnung von Technik hat. Das stört den Erzählfluss aber nicht. Man hat nicht das Gefühl, wirklich etwas zu verpassen, nur, weil man sich mal eine Kleinigkeit nicht ganz vorstellen kann. Dennoch gibt es hier leichte Abzüge. Was mir aber wirklich gefehlt hat und daher einen Stern Abzug mit sich zieht, sind am Ende jedes Logs die Aufzählungen, was ihm noch bleibt. Bei vielem war es kein Problem, aber die Stunden Außeneinsatz im Raumanzug, die er ableisten kann, waren von Anfang an genau bemessen und ich hatte zwischendurch immer das Gefühl, dass er die Grenze doch eigentlich längst erreicht haben müsste. Das hat mich hin und wieder gestört, dass ich da keine Anhaltspunkte hatte, ob mein Gefühl, mein Misstrauen begründet war.

Insgesamt aber ist es eine spannende, humorvolle Science-Fiction-Erzählung, die auch für Nicht-Technik-Nerds gut zu lesen ist und bei der man selbst in lebensbedrohlichen Situationen dank Galgenhumor noch laut lachen kann. Hat mir sehr gut gefallen.

 

Wenn einer eine Reise plant …

Nein, ich will nicht verreisen. Naja, wollen vielleicht schon, aber ich habe weder die Zeit noch das Geld und so gern geh ich dann auch nun wieder nicht weit aus dem Haus. Aber WENN ich je in die Gelegenheit kommen sollte, wieder so etwas wie Urlaub zu machen, wie normale Menschen, dann hoffentlich literarisch.
Denn schon vor einigen Monaten fand ich Placing Literature, eine englischsprachige Website, bei der man einerseits sehen kann, welche Bücher an welchen Orten spielten und andererseits selbst neue Bücher hinzufügen kann. Das geht natürlich nur mit denen, die auf unserem Planeten und in real existierenden Städten oder Dörfern spielen. Deshalb hab ich jetzt oft, wenn ich Bücher lese, Post-Its neben mir zu liegen, um alle Orte zu markieren, die man eintragen könnte. Und so kann man Reisen auch perfekt anhand von Lieblingsromanen planen. Oder aber neue Romane kennen lernen, die zufällig da spielen, wo man hin will.
Kurz und gut: ICH LIEBE ES. Auch, wenn es eher ein vages Versprechen für die Zukunft ist und nichts, was mir hier und heute nützt.

William Rotsler – Star Trek III The Search for Spock: Short Stories

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Buchdetails

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe: 1984
  • Verlag: Ravette Limited London
  • ISBN: 0906710596
  • Paperback 126 Seiten
  • Sprache: Englisch

Dieser kleine Schatz hier gehört zu den unzähligen Büchern, die ich einmal im Antiquariat erwerben konnte. Jemand war entweder gestorben oder hatte seine Sammlung aufgelöst, jedenfalls war eine riesige Kiste voll Star Trek-Büchern plus noch ein paar Extrastapel da. Sagen wir es so: Nach meinem Besuch nicht mehr. Und ich ging mit fast 60 Büchern und glücklichem Lächeln nach hause, zumal ich auch noch Mengenrabatt bekommen hatte. Deshalb werde ich euch ab und zu von uralten Star Trek-Geschichten erzählen und deswegen sehen sie auf den Bildern auch schon sehr gebraucht aus.

 

Aufbau: Wie der Titel schon sagt, handelt es sich hierbei um Kurzgeschichten. Allerdings ist nicht sicher, wie man sie chronologisch einordnen soll. Eigentlich sollten sie, laut Titel, im zeitlichen Bereich des dritten Star Trek Films spielen, daher sind hier auch Spoiler zu erwarten, aber gerade die letzten Geschichten müssen eigentlich vor dem zweiten Film ansetzen, eventuell sogar noch früher. Eine chronologische Reihenfolge oder zumindest Sternzeit-Angaben wären wünschenswert gewesen.

 

Inhalt: Die Geschichten sind jeweils nur etwas mehr als 20 Seiten lang, zu viel kann man also nicht erzählen.

In THE AZPHARI ENIGMA muss die schwer beschädigte Enterprise, nachdem sie Khan besiegt hat, eine Weile still liegen, damit die Reparaturen nicht gestört werden. Die Zeit wird genutzt, um ein noch unbekanntes System zu untersuchen. Anfangs erscheinen die Einwohner freundlich, doch mehr und mehr neue Schäden an der Enterprise tauchen auf. Haben die fremden Wesen damit zu tun?

THE JUNGLES OF MEMORY führt Uhura zurück in ihre Heimat Afrika, wo sie ihre Familie und alte Freunde besucht, dabei aber in einen Hinterhalt gerät.

A VULCAN, A KLINGON AND AN ANGEL ist Scottys Versuch, einem jungen Kadetten zu erklären, warum die alte Crew so sehr unter Spocks Tod zu leiden hat. Er erzählt, wie Spock einst mit einem klingonischen Kommandanten einem fremden Wesen begegnet ist, das sie zum Kämpfen zwingen wollte.

WORLD’S END berichtet von einer Reise auf einen Planeten, dessen Zivilisation offenbar zerstört wurde. Auf der Suche nach Überlebenden, wird plötzlich Spock entführt und für die Anderen beginnt ein Wettlauf mit der Zeit.

Und in AS OLD AS FOREVER findet die Crew die einzige Überlebende einer Forschungsstation, ein kleines Mädchen, das aber nicht ganz so normal ist, wie es scheint. Als sie vom Planeten fortgebracht werden soll, wehrt sie sich und entführt Kirk. Dabei kann der nicht einmal gute Geschichten erzählen.

 

Meinung: Aufgrund ihrer Kürze sind die meisten Geschichten sehr oberflächlich erzählt. Man lernt die Charaktere nicht kennen, wenn man sie nicht schon kennt. In mehreren der Kurzgeschichten wirkt zudem das Ende recht übereilt. Aber für die gegebene Kürze sind sie dennoch recht gut entwickelt, man merkt einen deutlichen Spannungsbogen und auch die übereilten Enden werden logisch aufgeschlüsselt. Aber ich muss zugeben, dass meine Bewertung ein klein wenig ‚erkauft‘ ist, denn auf der allerletzten Seite erfährt man eine Kleinigkeit über Spock, die einfach zu niedlich ist, als dass sie nicht noch einen Stern wert wäre. Welche? Verrate ich nicht, vielleicht wollt ihr das Buch ja selbst noch lesen und entdeckt es bei einem Flohmarkt.

Dieses Buch bleibt im Regal #20

 

Dieses Buch bleibt im Regal-Banner

Noch eine Aktion, diesmal von Damaris liest. Und zwar wird immer zur Mitte des Monats ein Buch ausgewählt. Dazu schreibt Damaris:

Jeweils Mitte des Monats startet die Aktion „Dieses Buch bleibt im Regal“. Es geht mir darum, ein Buch vorzustellen, das einen sicheren Platz in meinem Regal hat – für immer. Fast jeder Leser hat Bücher, von denen er sich relativ leicht trennen könnte. Bei anderen fällt das schon schwerer. Und dann gibt es diese Schätze, bei denen man sich sicher, dass sie ewig bei einem bleiben. Um genau diese Bücher geht es hier.

Es mag vielleicht etwas doppelt gemoppelt klingen, aber auch hier wähle ich wieder die Bücher, die am Cover Monday schon vorgestellt wurden. Mara und der Feuerbringer von Tommy Krappweis.

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Wie ihr sehen könnt, liegt das nicht nur daran, dass ich den Inhalt einfach mag, die Bücher über alles liebe. Ich habe auch Tommy (mehrfach) getroffen, verbinde einige schöne Erinnerungen und neue Freunde mit den Büchern. Ohne ihn hätte ich niemals eine meiner neuen Lieblingsautorinnen (Jaaa, Sophie Seeberg, du bist gemeint) kennen gelernt. Auch zu Rebecca Hohlbein hätte ich keinen Kontakt. Dazu noch ein paar andere, sehr nette Leute, die mir ans Herz gewachsen sind, ein paar kleine Anekdoten der Fahrten zu den Lesungen und das tollste Klo der Welt (wenn ihr je in Hildesheim seid, geht ins LitteraNova):
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Also ja, diese Bücher werden niemals nie nicht weggegeben. Ausgeliehen vielleicht. Aber auch dann nur das Erste, denn ich liebe es, Leute mit Mara anzufixen, damit sie sich die Anderen dann selbst holen.

Meeeiiiiiin Schaaaaatzzzzz 

 

Machen mich Bücher zu einem schlechteren Menschen?

Eine Frage stelle ich mir in letzter Zeit immer häufiger: Machen mich meine Bücher zu einem schlechteren Menschen? Natürlich nicht der Inhalt. Ich hoffe doch, dass der mir nicht nur bei der Beibehaltung meiner grammatischen und orthographischen Fähigkeiten hilft, sondern mich manche Bücher auch zu einem empathischeren Menschen machen oder zumindest verhindern, dass meine sozialen Fähigkeiten noch mehr verrohen als eh schon.

Es ist viel mehr die Art, WIE ich Bücher besitze. Ich mag keine Bibliotheksbücher oder private Leihgaben, weil ich bei Büchern das Gefühl des Besitzens haben will. Dabei bin ich doch sonst das, was man früher als links angesehen hätte, bevor gewaltbereite Linksradikale auf die Bildfläche getreten sind. Ich mag Kapitalismus nicht. Und doch will ich Bücher besitzen?

Und auch bei der Art, wie ich an sie herankomme, ekel ich mich selbst an. Offene Bücherregale sind ja noch in Ordnung, ebenso Bookcrossing. Ich gebe ja selbst auch mal Bücher ab, daher mag das noch im Rahmen des ethisch vertretbaren Verhaltens sein, auch wenn ich so quasi meine Lieblingsautoren um Verkäufe bringe und ihnen damit das Leben schwer mache.

Aber was ist mit Amazon Marketplace oder Rebuy? Und rette ich wirklich ein ‚armes, ungewolltes Buch‘ vor dem Presstod, wenn ich ein Mängelexemplar kaufe? Das versuche ich immer, mir einzureden, aber ich weiß nicht, ob das als Argument zählt. Passiert überhaupt etwas mit ihnen, falls sie keiner kauft? Ich habe jedenfalls immer das Gefühl, dass ich die Menschen, die diese Bücher mit ihrer eigenen Fantasie erschaffen haben, betrüge, wenn ich sie billig und gebraucht kaufe. Wäre es moralischer, weniger Bücher, dafür zum Vollpreis zu kaufen?

Habt ihr auch manchmal solche Gedanken?

Wie steht ihr dazu und wie beruhigt ihr euer Gewissen, oder findet ihr das gar nicht weiter tragisch?

#1stebook

Und noch eine Frage, die ich heute beantworte. Eigentlich wollte ich sie in die Warteschlange stellen, aber die Aktion #1stebook von electricbookfair zum E-Book Festival 2016 läuft nur noch bis zum 15. Juni und da will ich doch mitmachen.

Was war euer erstes E-Book – ever?

Wie habt ihr den Erstkontakt mit dem E-Book erlebt?

 

Ich bin mir gar nicht mehr ganz sicher, aber ich glaube, mein erstes E-Book Rebecca Hohlbeins ‚Helga oder mit der Al Qaida nach Sibirien‘. Einerseits kannte ich Rebecca schon über Facebook, und fand die kleinen Bits, die sie da immer aus ihrem Leben veröffentlich hat, ganz lustig zu lesen, so dass ich mal ein Buch von ihr lesen wollte. andererseits war es dann irgendwann mal reduziert und der Schnäppchenjäger in mir mach reduzierte Bücher.

Es ist noch in meiner Cloud, aber nicht mehr auf dem Reader, um möglichst wenige auf einmal drauf zu haben, aber lange ist es noch nicht her. Vielleicht ein Jahr?

Ich finde digitale Bücher ganz gut für die Busfahrt, weil ein Reader viel leichter ist als ein normales Buch und man kriegt ja nun einmal nie einen Sitzplatz. Auch beim Gehen ist es besser, aus dem selben Grund. Aber am Liebsten habe ich doch immer noch ein Papierbuch, alleine schon, weil man mir das nicht einfach wegnehmen kann. Wer weiß, ob Amazon, Apple und Co nicht einfach Inhalte löschen können? E-Books sind mal ganz nett, aber nichts für immer.

 

Und wie ist es bei euch so?

Laurie Frankel – Der Algorithmus der Liebe

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Sam arbeitet als Programmierer für eine Dating-Website und schreibt den perfekten Algorithmus. Er findet heraus, was Menschen, abseits ihrer Angaben, wirklich wollen und wer entsprechend ihr perfekter Partner ist. Als Versuchskaninchen nimmt er sich selbst und tatsächlich, Sam findet seine wahre Liebe. Aber leider wird er auch gekündigt. Wie soll man denn Geld verdienen, wenn Kunden nach nur einem Date keinen weiteren Service brauchen? 

Als aber die Oma seiner wahren Liebe stirbt, bietet sich ihnen eine neue Geschäftsidee. Wenn man herausfinden kann, was Menschen wirklich wollen, dann doch auch, wie sie im Leben waren, nicht wahr? Kann man mit dem, was von ihnen digital übrig geblieben ist, dann nicht vielleicht kommunizieren? 

 

Laurie Frankels Roman ist anfangs herzlich, romantisch und wird dann doch immer trüber. Und schließlich ändert sich alles, Protagonist und Leser stürzen in ein schwarzes Loch. Nur nach und nach kommt wieder ein Silberstreif an den Horizont. Ich glaube so schnell haben sich bei mir Lachen und Weinen noch nie abgelöst, wie auf den letzten 30 Seiten dieses Romans. Und doch scheint das Ende unvollkommen. Und es lässt einen nachdenklich werden, denn die technische Idee dahinter scheint machbar. Sicher wird es irgendwann so etwas geben. Sollten wir dann nicht möglichst viel auch digital kommunizieren, damit nach dem Tod etwas von uns übrig bleibt? Und gleichzeitig ist das Buch ein großartiges Plädoyer dafür, rauszugehen und reale Menschen zu treffen. Ich glaube, was genau ich davon für mich mitnehmen kann, ist mir selbst noch nicht ganz klar, aber dass ich etwas mitnehme, worüber ich nachdenken muss, steht fest.

Montagsfrage 13. Juni 2016

Heute schreibe ich wirklich sehr viel, wie es scheint. Das Wetter lässt es aber auch kaum anders zu, draußen gewittert es und der Raum ist trotz Licht so dunkel, das lesen irgendwie unangenehm ist.

Daher wieder eine Aktion, diesmal gefunden beim Buchfresserchen: Die Montagsfrage. Die heutige lautet…

Machen Lesespuren im Buch (Annotationen, Unterstreichungen, Besitzvermerke) ein Buch für Dich wertvoller oder mindern sie den Wert?

 

Ich glaube es war Meggie aus der Tintenwelt-Trilogie von Cornelia Funke, die mal gemeint hat, ein Buch wird mit jedem Lesen dicker, es bleibt auch etwas vom Leser im Buch. Und so sehe ich das auch gerne. Ich möchte glauben, dass die Bücher nicht nur Teil unseres Lebens sind, sondern wir auch Teil von ihrem. Dass auch ihr Leben nach uns weiter geht, so wie unseres hoffentlich, nachdem wir sie gelesen haben. Daher habe ich keine Probleme mit Krümeln im Buch oder Teeflecken, solange das Buch dadurch nicht unleslich wird. Was ich aber gar nicht mag, sind Unterstreichungen. Meist, weil es den Textfluss stört. Gedanken am Rand sind schön, manchmal sogar für spätere Leser hilfreich, aber ich möchte nichts unterstrichen haben. Außer, es ist ein Fachtext, das wäre wiederum gut, weil ich dann im Voraus weiß, was wichtig ist und es mir Arbeit erspart.

 

Und wie steht ihr dazu?

 

Readathon

Nachdem ich bei Dewey’s Readathon vor … zwei Monaten, glaube ich … mitgemacht habe, habe ich heute schon wieder einen entdeckt und überlege, ob ich mich dazu reizen lasse. Der 24in48 stellt zur ‚Aufgabe‘ aus 48 Stunden 24 zu lesen. Von Samstag 6 Uhr morgens für meine Zeitzone, bis Montag 6 Uhr morgens. Klingt eigentlich machbar, wenn man mal ehrlich ist. Aber ich weiß noch nicht, ob ich teilnehme, weil ich immer noch darauf warte, dass meine Masterarbeit endlich losgeht.

Reizen würde es mich ja schon …

 

Wie steht es mit euch?

Habt ihr schon bei einem Readathon mitgemacht?

Wie lange habt ihr durchgehalten und wie viel geschafft?