Elisabeth Kabatek – Spätzleblues

Wie hält man die Beziehung am Leben, wenn der eigene Freund in China sitzt und man ihn nicht einmal zu Weihnachten sehen kann? Vor allem, wo schon wieder Versuchungen überall lauern? Und wie hält man es aus, wenn der Freund der Mitbewohnerin einen Hund anschleppt, der einen versucht, mit Fürzen dazu zu kriegen, ihn zu verwöhnen?

Mein Moralempfinden musste ich beim Lesen ausschalten, weil vieles im Buch mich sonst verärgert hätte. Dennoch ist Band 3 wieder besser und immer wieder herrlich lustig. Dennoch ein wenig einseitig, dass sich manches aus Band 2 quasi einfach wiederholt.

Elisabeth Kabatek – Brezeltango

Band 2: (Pipe-)Line und Leon sind frisch verliebt, doch immer wieder stört etwas das junge Glück. Nicht nur Tarik, der türkische Kunstprofessor, auch Yvette, Leons Ex, stellen die Beziehung auf eine harte Probe. Und dann noch die ständige Suche nach einem Job, mit der Arbeitsagentur im Nacken.

In dem Band war ich von der Protagonistin ziemlich genervt, weil manch ein Chaos schon 100 Seiten im Voraus zu erahnen war und sie nur durch eigene Dummheit und vor allem Faulheit hinein geriet. Während ihre Art, manchmal keine Lust zu haben, im ersten Band noch charmant war, möchte man sie in Band 2 doch einfach nur an die Wand klatschen. Dennoch auch hier leicht zu lesen, nur macht keine der Hauptfiguren im Band einen wirklich guten Eindruck.

Elisabeth Kabatek – Laugenweckle zum Frühstück

Pipeline Praetorius ist am Boden angekommen. Kein Job mehr, kein Freund, und dann noch das Katastrophen-Gen, wegen dem sie von einem Schlamassel in den nächsten rutscht. Und dann steht da noch der neue Nachbar vor ihr, den sie einfach nicht loswerden kann. Will der was von ihr? Und was führt der charmante Fotograf im Schilde?

Leicht und locker zu lesen, sehr lustig, man leidet mit der Protagonistin mit und obwohl es durch das Katastrophen-Gen etwas unrealistisch anmutet, fühlt es sich beim Lesen nicht so an.

Rebecca Hohlbein – Helga oder mit der al-Qaida nach Sibirien

Irgendwie schade, dass nur wenig davon wahr ist, auch wenn man bei vielem durchaus das Gefühl hat, dass es weniger gelogen ist, als die Autorin selbst behauptet. Helga jedenfalls ist ein amüsant zu lesendes, kleines Büchlein, dass in der Mitte kurz etwas schleift – daher ein Stern weniger als Maximum -, ansonsten aber mit abstrusen Situationen und liebenswert bekloppten Menschen bezaubert.

Irgendwie glaube ich, ich wäre dort mit meinem Wahnsinn entweder passend oder nur ein graues Mäuschen, das dort untergehen würde, weil alle noch etwas mehr einem charmantenWahnsinn verfallen sind, als ich.

Elisabeth Kabatek – Zur Sache, Schätzle!

Da Leute sich bei anderen Blogs darüber aufregen, dass sie nicht kennzeichnen, dass sie das Buch vom Verlag direkt bekommen haben: Dies ist ein Buch, das ich in einer Testleseaktion gewonnen habe und entsprechend eine Rezension schreiben musste. Hätte ich aber auch so gemacht. Nur hätte ich die Autorin ohne die Aktion vielleicht nicht entdeckt.

Als ich bemerkte, dass dies der vierte Teil einer Reihe war, hatte ich schon Angst. Würde ich überhaupt begreifen, worum es geht? Hatte ich zu viel verpasst? Doch Elisabeth Kabatek nimmt auch den neuen Leser an die Hand und führt ihn sanft an das Leben der Pipeline Praetorius heran. Diese ist auf der Suche nach einer Wohnung, denn sie will mit ihrem Freund zusammen ziehen. Und das trotz Katastrophen-Gen? Wenn jemand in ihrer Firma bald ins neue Büro nach Leipzig übersiedeln muss, und unklar ist, wen das Los trifft? Ob das gut gehen kann?

 

Anfangs fiel es mir etwas schwer, mich einzufinden. Als Norddeutsche kommt einem das Schwäbische zuerst wie eine völlig andere Welt vor. Und auch in den hochdeutschen Teil von Protagonistin Line mischt sich manchmal ein Wort, das man hier oben nicht einmal kennt. Aber erstaunlich schnell versteht man alles, muss nicht einmal recherchieren, selbst völlig fremde Worte erschließen sich aus dem Kontext, und man kann völlig flüssig der Handlung folgen.

 

„Zur Sache, Schätzle!“ hat mich damit überrascht, dass es hier wirklich leicht war, sich auch in die Geschehnisse einzufühlen. Ich bin normalerweise ein distanzierter Leser, aber in Line erkannte ich mich wieder, konnte mir alles klar ausmalen, hätte einiges vermutlich anders gemacht, aber dann wäre es mit Sicherheit nicht so lustig, vollkommen verrückt, aber auch mal herzzerreißend traurig gewesen. Nicht nur die wirklich gut zu lesende Sprache, die, sobald man sich ans Schwäbische gewöhnt hat, zu keiner Zeit ermüdend ist, auch die abwechslungsreiche Handlung, und teils völlig absurde Kleinigkeiten, die einen zum Schmunzeln oder Staunen bringen, haben mich an dem Buch wirklich begeistert. Und auch, wenn die Autorin wohl schon einen Teil vorher die Reihe als abgeschlossen angesehen hat, hoffe ich doch, dass es noch weiter geht und ich mehr davon lesen darf.

Neil Gaiman – The Ocean at the End of the Lane

ACHTUNG, SPOILER!!!!!

Bei diesem Buch muss ich etwas strukturierter rezensieren, als ich es normalerweise tu, weil ich es schlecht fassen kann. Leider muss ich dabei auch Spoiler einbauen. 

Sprache: Gaiman schreibt flüssig, leicht lesbar, auch für mich als Deutsche, die es auf Englisch liest. Ab und an tauchen Dialekte auf, da hatte ich ein wenig Probleme, aber schließlich kam ich auch damit zurecht. Er beschreibt viel, aber nicht zu viel, nicht zu komplex, gerade so, dass man sich gut in die Situation einfühlen kann. Die Sprache habe ich sehr genossen und entsprechend, wenn ich mal zum Lesen kam, auch viel auf einmal in kurzer Zeit geschafft.

Inhalt: Hier fühle ich mich hin und her gerissen. Zunächst einmal ist die Geschichte für meinen normalen Geschmack zu nah an Horror und Thriller, was ich sonst gar nicht lese. Auch ist nur wenig Witz drin, was für mich sonst wichtig ist. Dennoch war es spannend, packend, mit dem Erzähler – dessen Name, glaub ich, nie genannt wird – in seine Kindheit zurück zu reisen und Abenteuer zu erleben. Dabei habe ich, glaube ich, sogar ein paar Quellen von Gaimans Inspiration ausmachen können, fühlte ich mich doch zeitweise an Doctor Who (Father’s Day) und an Oma Wetterwachs von Pratchetts Scheibenwelt erinnert. Insgesamt eine sehr spannende Fantasy-Geschichte, die aber am Ende einen leicht schalen Beigeschmack behält, weil schlussendlich mit der Erinnerung des Erzählers gespielt wird. Dass er manipuliert wird, auch wenn es für ihn vielleicht das Beste ist, gab mir ein gewisses Gefühl der Leere, als ob man ich selbst es wäre, die einen wichtigen Teil meiner Persönlichkeit verliert. Darüber hinaus bleiben einige Fragen auch zum Ende hin offen. Wer und was sind die Hempstocks, woher kommen sie? Was waren die Wesen, die zwischendurch aufgetaucht sind, und warum erfährt der Rest der Welt nichts davon? 

Deshalb musste ich, trotz der sehr guten Erzählweise Gaimans und der Tatsache, dass ich es wirklich genossen hab, das Buch zu lesen, einen Stern abziehen.

David Milgrim – Siri & ich. Eine moderne Liebesgeschichte

Dadurch, dass es nur aus wenig Text besteht, der aber durch humorvolle, kleine Comics ergänzt wird, ist dieses Werk, trotz seiner etwa 100 Seiten, innerhalb kürzester Zeit zu lesen. Es ist witzig, traurig, ein wenig verstörend, stimmt nachdenklich, …

Hier muss aber, glaube ich, auch eine gewisse Inhaltsbeschreibung hin: Er, Technikblogger, kaum Kontakt zu realen Menschen, kauft das neue iPhone und lernt dadurch Siri kennen, die Spracherkennungssoftware von Apple, die sein Leben verändert.
Ich habe die Lektüre sehr genossen und hätte gern mehr davon gehabt. Sehr einfach zu lesen, nicht sonderlich anspruchsvoll, und doch hintergründig-philosophisch für den modernen Menschen.

Justin Halpern – Kein Scheiß

Ich hatte das Glück, dass dieses Büchlein reduziert erstehen zu können, aber es wäre auch den vollen Preis wert. Justin Halpern, seines Zeichens wohl irgendwas mit Medien, erzählt von seinem Dad, einem urigen, kantigen und doch durch und durch liebenswerten Mann, der besonders eines kann: Einen köstlich unterhalten. Der nimmt kein Blatt vor den Mund und macht mich damit ehrlich gesagt ein klein wenig neidisch.

Sophie Seeberg – Die Schanin hat nur schwere Kochen!

Sophie Seeberg hat mit ihrem zweiten Buch noch rührendere, schockierendere und merkwürdigere Geschichten aus ihrer jahrelangen Berufserfahrung für den Leser herausgesucht. Auch hier wieder die Warnung, dass das Buch nicht unbedingt etwas für sehr empfindliche Menschen ist. Man erfährt mitfühlend beschrieben von menschlichen Schicksalen, die kaum schlimmer sein könnten.

Aber gleichzeitig ist da diese unglaublich starke Frau, die immer für die beste Lösung kämpft und dabei selbst gar nicht zu merken scheint, was sie alles leistet. Denn immer wieder betont sie, dass sie in den Situationen vielleicht professioneller hätte reagieren können, sollen, müssen. Mit sich selbst geht sie am Härtesten ins Gericht und genau das macht die Autorin so sympathisch in ihren Erzählungen. Sie ist eben nicht die unfehlbare Expertin auf ihrem hohen Ross, die sowieso alles kann und immer Recht hat, nein. Sie gesteht immer ihre Fehler ein, ist dabei mit sich selbst viel zu kritisch und erscheint damit umso liebenswerter. Einfach, weil sie auch Mensch bleibt und gleichzeitig nie vorschnell urteilt. Denn nicht immer sind die Situationen, wie sie anfangs erscheinen.

Vorurteilsfrei, und stets lebendig erzählt die Autorin von ihren Erlebnissen und nimmt den Leser so mit zu einer Reise durch die Gefühlswelt. Denn während manche Situationen einen zum Lachen oder ungläubigen Kopfschütteln bringen, gab es auch das eine oder andere, dass selbst mir Tränen in die Augen gejagt hat. Und ich empfinde mich sonst eher als in einem erschütternden Maße abgestumpft.
Aber am Ende bleibt vor allem das Gefühl, etwas mit der doch sehr unerbitterlichen Welt versöhnt zu sein, weil man weiß, dass es da draußen Menschen gibt, die selbst, wenn sie selbst bedroht werden, nicht aufgeben und für die Schwachen der Gesellschaft, Kinder und auch deren Eltern, kämpfen. 

Petra Hartlieb – Meine wundervolle Buchhandlung

Ich habe mich dabei ertappt, immer nach etwas zu suchen, um einen Stern abzuziehen. Zu oft 5 Sterne sollte man doch nicht geben, so viele makellose Bücher können nicht existieren.

Aber ich fand nichts. Obwohl ich einen Roman erwartet habe, und mit Biographien eigentlich nichts anfangen kann – wenn sie nicht Sammlungen absurder Begebenheiten sind -, hat mich dieses Buch verzaubert. Man kann nicht laut lachen, weint nicht mit und dennoch träumt man sich in diese Welt der Bücher, die ja doch so real ist. Man wünscht sich, das auch zu erleben, schreckt im nächsten Moment davor zurück. Ein kleines Heim für jeden, der Bücher liebt, zusammengepresst zwischen zwei Buchdeckeln.