Hans Rath – Und Gott sprach: Wir müssen reden!

Und Gott sprach: Wir müssen reden!Buchdetails

  • Erinnert an: den frustrierten Gott aus Simon Richs ‚In Gottes Namen: Amen‘ (große Empfehlung), sonst aber wenig Parallelen zu anderen Büchern
  • Genre: Humor, eventuell Schicksalsroman?
  • Erscheinungsdatum: 2013
  • Verlag: Rowohlt Taschenbuch
  • ISBN: 978-3-499-25981-4
  • Taschenbuch 272 Seiten
  • Sprache: Deutsch

Klappentext: 

Den Psychotherapeuten Jakob Jakobi hat das Glück verlassen. Geschieden, pleite und beruflich gescheitert: So gebeutelt trifft er auf Abel Baumann, einen ebenfalls glücklosen Zirkusclown. Der leidet offenbar an einer kuriosen Persönlichkeitsstörung, denn er hält sich für Gott. Und sucht einen Therapeuten. Jakob ist fasziniert von den seiner Meinung nach komplett irdischen Talenten des sympathischen Spinners. Doch bald ist der Psychologe nicht mehr so sicher, mit wem er es wirklich zu tun hat. Und wer hier eigentlich wem hilft.

Inhalt: 

Als Jakobs Exfrau nachts zu ihm flieht, um ihn als Ehetherapeuten in Anspruch zu nehmen, ihr neuer Freund das aber fehldeutet, folgt und Jakob ohne Begrüßung mal eben die Nase bricht, glaubt dieser sich am Tiefpunkt. Finanziell ist er abhängig von seiner Ex, die auch seine Vermieterin ist, dazu ist er im Krankenhaus Patient eines drogensüchtigen Arztes, der ihm die Schmerzmittel weggefuttert hat, und obendrein taucht auch noch seine Familie auf. Die kalte Mutter, die seine Ex lieber mag als ihn und sein Bruder, der reiche Finanzberater, der mit seinem tollen Leben protzt. Schlimmer geht es nicht mehr.

Da wirkt es doch fast schon wie eine Erleichterung, als er im Krankenhaus einen Mann trifft, der sich für Gott hält und Jakob um psychologische Hilfe bittet. Auch, als er damit unfreiwillig in einer Zelle landet, weil Gott gerne mal – für das Wohl der Menschen, versteht sich – kleinere und größere Betrügereien begeht, hindert ihn nicht daran, den Job anzunehmen.

Merkwürdig nur, dass Gott teilweise Dinge macht, die zumindest nicht ganz leicht mit rationalen Mitteln zu erklären sind.

 

Charaktere: 

Rath hat es geschafft, sowohl den in allen Dingen gescheiterten Jakob, als auch Abel ‚Gott‘ Baumann sehr sympathisch zu beschreiben. Obwohl beide ihre Schwächen haben und nicht immer alles mit völlig legalen Mitteln zugeht, werden sie in keinem Moment unglaubwürdig oder anstrengend. Und selbst die Nebencharaktere sind hier für ein so kurzes Buch wirklich erstaunlich gut ausgearbeitet. Ich gebe zu, dass mich das überrascht.

 

Meinung:

Es fällt mir schwer, hier überhaupt etwas kritisieren zu können. Die Geschichte ist kurzweilig, durchgängig nicht vorhersehbar, die Charaktere gut ausgebaut, sämtliche Motive sind klar erkennbar.

Trotzdem fehlt mir irgendetwas. Dieses ganz besondere Etwas, der letzte Schliff würde zu einem perfekten Buch fehlen, nur kann ich nicht an objektiven Punkten ausmachen, was genau das sein könnte. Selbst das überraschende Ende kommt nicht wirklich übereilt oder unrealistisch. Und obwohl es der Beginn einer Trilogie ist, kann man es auch als Standalone lesen.

Doch obwohl ich nur vier von fünf Sternen geben kann, möchte ich es empfehlen. Wenn man davon absieht, dass Gott (ist er es?) hier in Menschengestalt gefangen ist, ist es nicht einmal blasphemisch, also auch für ansatzweise religiöse Leser geeignet. (Vielleicht war es ja die Blasphemie, die mir zu fünf Sternen fehlt? Ich liebe Blasphemie.)

 

Fazit: 

Empfehlung, aber nicht perfekt, weil der letzte Tucken fehlt.

 

Meinungen anderer Blogger: 

// (Wie immer, schreit, wenn ihr verlinkt werden wollt.)

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