Lilly Labord – Das kriegen wir gebacken!

Das kriegen wir gebacken!Buchdetails

  • Erinnert an:  Etwas an “A Wizard’s Guide To Defensive Baking”, nur weniger cool
  • Genre: Romantasy
  • Erscheinungsdatum: 2020
  • Verlag: Selfpublisherin
  • ASIN: B08NFYYMLH
  • Ebook 298 Seiten
  • Sprache: Deutsch
  • Triggerwarnungen: Eine Art Ableismus, Corona
  • Positiv anzumerken: /

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Benjamin und Christine Knödler – Young Rebels

Young Rebels: 25 Jugendliche, die die Welt verändernBuchdetails

  • Erinnert an: Wonder Women und Girl Squads von Sam Maggs, nur in angenehmerem Schreibstil und mit besserer Umsetzung von Diversität
  • Genre: Kinderbuch, Biografie, Sachbuch
  • Erscheinungsdatum: 2020
  • Verlag: Hanser
  • ISBN: 978-3446266407
  • Hardcover 160 Seiten
  • Sprache: Deutsch
  • Triggerwarnungen: Beinahe jede Art von Menschenfeindlichkeit, weil der Kampf gegen sie thematisiert wird, Body-Shaming, Erwähnung von Suizid-Raten
  • Positiv anzumerken: Nutzung des Gendersternchens, auf Diversität ausgelegte Auswahl der Beispiele

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Julia Ecklar – Kobayashi Maru (Star Trek TOS)

Star Trek: Kobayashi MaruBuchdetails

  • Erinnert an: Star Trek The Wrath of Khan, wegen der Fixierung auf Szenarios, die man nicht gewinnen kann
  • Genre: Science Fiction
  • Erscheinungsdatum: 1989
  • Verlag: Heyne
  • ISBN:  9783453072695
  • Taschenbuch 253 Seiten (bzw. in der Version mit dem Cover hier, 218, aber ich habe eine Edition, deren Cover schlicht nicht verfügbar war)
  • Sprache: Deutsch
  • Triggerwarnung: Blut, schwerwiegende Verletzung, Darstellung der psychologischen Probleme bei Enge und Hoffnungslosigkeit, in wenigen Zeilen auch Alltagsrassismus

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Manfred Lütz – Irre!

Irre! - Wir behandeln die Falschen: Unser Problem sind die Normalen - Eine heitere SeelenkundeBuchdetails

  • Erinnert an: “Da gehen doch nur Bekloppte hin” von Andrea Jolander, nur weniger gut
  • Genre: Sachbuch, angeblich Humor
  • Erscheinungsdatum: 2011
  • Verlag: Goldmann
  • ISBN: 978-3-442-15679-5
  • Taschenbuch 208 Seiten
  • Sprache: Deutsch
  • Triggerwarnungen: Suizid, recht graphische Darstellung psychologischer Krankheiten

 

 

Aufbau:

In drei verschiedenen Buchteilen geht Lütz erst auf die Normalen ein (nur zwanzig Seiten), um sich dann mit den Arten von Therapie und dann mit den Arten von Krankheiten zu beschäftigen und so einen ziemlich oberflächlichen Einblick in die Arbeit eines Psychiaters zu bieten.

Meinung:

Titel wie Klappentext sind irreführend. Dies hier ist nur eine Einführung in psychiatrische Therapieformen und Krankheiten, die offenbar humorvoll sein soll, in dem ich aber keinerlei Pointen gefunden habe – vom Vorwort von Eckart von Hirschhausen mal abgesehen.
Leider ist diese Einführung auch noch ziemlich … einseitig und unangenehm zu lesen. Teils patronisierend, teils mit einem ‘Alles ist organisch, und Medikamente sind toll’-Ton und teils auch noch religiös-ideologisch angehaucht. (Ernsthaft, er teilt in Gut und Böse auf.) Dass da dann auch noch Freiheit eines seiner Schlüsselworte ist, und sich das teilweise liest, als wäre er nicht nur von der katholischen Kirche, sondern auch von den schlimmsten Chaoten der FDP verblendet. Kann man mögen, ich kann aber weder mit Christentum noch mit der FDP was anfangen und finde beides als Institution eher widerlich.

Was mich aber am meisten stört, ist wirklich, dass das Buch nicht das ist, was es zu sein behauptet. Anstatt einer Gesellschaftsanalyse, warum vielleicht Narzissten, Soziopathen und Egomanen, die in unserem aktuellen System nicht etwa als krank gelten, sondern im Gegenteil der gewünschte und besonders erfolgreiche Typ im Kapitalismus sind, eine Fremdgefährdung darstellen, anstatt zu schauen, ob Depressive, die vielleicht an der Welt und nicht nur am chemischen Ungleichgewicht im Hirn, zugrunde gehen, selbige Welt klarer sehen könnten, als die Leute, die zwischen Rassismus, Sexismus, Ableismus, Hungersnöten, Kriegen, Klimawandel und Co noch erzählen, wie toll Welt und Leben doch seien, geht er nur kurz darauf ein, dass ‘Normale’ schon ein bisschen schräg seien, man das aber nicht therapieren könnte.

Man muss ihm zu Gute halten, dass er zumindest nicht vorschlägt, die Leute zu therapieren, die, zum Beispiel, auf Horoskope stehen ohne dabei ironisch zu sein. Denn seien wir ehrlich, wenn man alle Ethik in den Wind schießt, ginge das sicher auch. Dass man mit Pawlowschen Methoden eventuell mehr Schaden anrichtet, als Nutzen schafft, ist immerhin in manchen Bereichen der Medizin noch nicht angekommen. (Man sehe sich nur ABA-Methoden an, mit denen autistische Kinder dazu dressiert werden, bloß nicht aufzufallen.) Aber dass er keine unethischen Experimente vorschlägt, ist tatsächlich das einzig Gute, was ich über dieses Buch sagen kann. Klar, so eine oberflächliche Einführung kann sinnvoll sein. Aber nicht nur habe ich die schon deutlich besser gelesen, sie ist auch schlicht nicht das, was dieses Buch verkaufen will. Und nebenbei nichts, was mich nach dreizehn Jahren Leben mit Depression noch groß interessiert.

 

Fazit: 

Verspricht nichts, was es hält, und den Einblick in die Psychiatrie kriegt man anderswo sowohl verständlicher als auch unterhaltsamer.

 

Meinungen anderer Blogger: 

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John Jackson Miller – Die Standing (Star Trek Discovery #7)

Die StandingBuchdetails

  • Erinnert an: //
  • Genre: SciFi
  • Erscheinungsdatum: 2020
  • Verlag: Simon & Schuster (die deutsche Version dürfte wieder bei CrossCult rauskommen)
  • ISBN: 9781797105130
  • Hörbuch 12 Stunden 15 Minuten
  • Sprache: Englisch
  • Triggerwarnungen: Exzessive Gewalt, Alkoholmissbrauch
  • Positiv: Offen bisexueller Charakter (allerdings, wie bisher bei Star Trek, immer nur die Mirrorverse-Charaktere)

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Caroline Criado-Perez – Unsichtbare Frauen

Unsichtbare Frauen: Wie eine von Männern gemachte Welt die Hälfte der Bevölkerung ignoriertBuchdetails

  • Erinnert an: //
  • Genre: Sachbuch
  • Erscheinungsdatum: 2020
  • Verlag: btb
  • ISBN: 9783442718870
  • Taschenbuch 496 Seiten
  • Sprache: Deutsch
  • Triggerwarnungen: Sexismus, Cis-Normativität (weil Konzentration nur aufs biologische Geschlecht), Statistiken zu sexueller und sonstiger Gewalt gegen Frauen

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Liza Grimm – Die Götter von Asgard

Die Götter von AsgardBuchdetails

  • Erinnert an: Neil Gaimans Nordische Mythologie (weil es einige der Geschichten der nordischen Mythologie hier leicht angerissen werden), vielleicht auch ein bisschen Tommy Krappweis’ Mara und der Feuerbringer, weil in beiden Werken eine Heldin aus unserer Zeit, nordische Götter und Ragnarök vorkommen. Die Art und Weise, die die Heldinnen da hineinpassen, ist bei beiden Werken aber völlig unterschiedlich.
  • Genre: Fantasy, vom Stil und Inhalt her auch Young Adult, allerdings soll die Heldin 23 sein
  • Erscheinungsdatum: 2018
  • Verlag: Knaur
  • ISBN: 9783426522523
  • Taschenbuch 302 Seiten
  • Sprache: Deutsch
  • Triggerwarnungen: Alkoholmissbrauch, auf der Meta-Ebene auch Ableismus
  • Positiv anzumerken: Eventuell bisexuelle Charaktere(?), es wird nicht direkt gelabelt, erscheint aber so

 

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Catherine Ryan Hyde – Als ich dich fand

Als ich dich fandBuchdetails

  • Erinnert an: // Vielleicht partiell an Million Dollar Baby
  • Genre: Schicksalsroman
  • Erscheinungsdatum: 2009
  • Verlag: Tinte & Feder (was ein Imprint von Amazon Publishing ist)
  • ASIN: B00THIPIY4
  • Ebook 401 Seiten
  • Sprache: Deutsch
  • Triggerwarnungen: Vernachlässigung von Kindern, versuchter Kindsmord, häusliche Gewalt, Körperflüssigkeiten, Hirnverletzung, Krebs, Tod

 

Klappentext: 

Als Nathan McCann ein halbvergrabenes Baby im Wald findet, geht er davon aus, dass es tot ist. Doch dann bewegt es sich, und in einem einzigen kurzen Moment ändert sich Nathans Leben für immer.

Der kleine Junge wird zu seiner Großmutter geschickt, um bei ihr aufzuwachsen, aber Nathan kann ihn nicht vergessen, und er stattet der alten Frau einen Besuch ab. Er bittet um ein einfaches Versprechen: dass sie Nathan irgendwann dem Jungen vorstellen und ihm erzählen wird, dass er der Mann ist, der ihn im Wald gefunden hat.

Die Jahre vergehen, und Nathan nimmt an, dass die alte Dame ihr Versprechen vergessen hat, bis eines Tages ein wütender, schwieriger Junge mit einem Koffer in der Hand vor seiner Haustür steht …

Achtung, diese Rezension wird Spoiler beinhalten, zu so ziemlich dem gesamten Inhalt, weil dies nötig ist, um meine Meinung zu begründen

Inhalt: 

Anders als Klappentext und Bild vermuten, nimmt Nathan McCann nicht etwa ein kleines Kind auf. Als Nat Bates zu ihm kommt, haben wir schon gelesen, wie aus einem freundlichen und sensiblen Jungen ein jugendlicher Straftäter wird, der nur noch tiefer fallen muss. Und dennoch fühlt sich Nathan mit dem Jungen verbunden, dessen Leben er einst gerettet hat. Koste es, was es wolle, aber er wird an der Seite von Nat stehen und ihm helfen, seinen Weg zu finden. Dass sie dabei deutlich mehr Tiefen als Höhen haben werden, sieht allerdings auch er nicht voraus.

 

Charaktere: 

Ganz ehrlich? Die Charaktere zeichnen sich eigentlich alle einfach nur dadurch aus, absolut unfähig zur Kommunikation zu sein. Die ganze Geschichte hätte man im Keim ersticken können, hätten Nat und seine Großmutter nur mal vernünftig mit einander reden können. Und würde das heute spielen, würde das so auch gar nicht mehr gehen, weil er dank Internet längst seine ganze Geschichte gewusst hätte. Leider spielt das Buch aber von 1960 an.

Aber gut, was noch auffällt, ist, dass die Frauenfiguren hier so ziemlich alle nur Zierde sind. Gut, die Großmutter von Nat ist für ein Drittel des Buches halbwegs präsent, aber man lernt sie nie wirklich kennen und ihr Job ist eigentlich nur Plot Device für den weiteren Weg ihres Enkels zu sein.

Nathans erste Ehefrau wiederum fällt nur dadurch auf, dass sie ihren Mann runterputzt und dann tot ist. Seine zweite Ehefrau ist nur die Köchin, die ihn versorgt, obwohl sie vor der Ehe ein eigenes Leben zu haben schien. Wo ist das hin? Glücklich scheint sie damit aber auch nicht zu sein. Das wird nie angesprochen, aber sie benimmt sich von Anfang an wie ein Störfaktor im Haus und drückt die Stimmung. Und Carol, Nats spätere Liebe, ist auch nur dazu da, ihm einen Grund zum Leben zu geben und ihn zu bekochen. Wirklich jetzt? Sollte man von einer Autorin nicht irgendwie erwarten, dass auch nur EINE Frauenfigur sich durch mehr definiert als durch die Beziehung zu einem Mann?

Womit wir zu Nathan kommen, der der große Moralapostel ist. Er ist sanft, gutmütig, redet nicht viel, ist nicht wirklich naiv, mischt sich aber auch nicht groß in das Leben seines Schützlings ein, außer, um ihm immer wieder zu zeigen, dass er ihn bedingungslos liebt. Das ist schön gedacht, aber leider nicht ganz elegant umgesetzt, denn es wird nie kritisiert, dass die Geschichte deutlich besser laufen könnte, wenn er nur nicht so verdammt harmoniesüchtig wäre, oder mal ehrlich seine Meinung sagen würde. Aber nein, er lebt nach der Devise, dass jeder seine Fehler komplett selbst machen muss, ohne, dass an wenigstens einen kleinen Rat gibt, der dann ja immer noch ignoriert werden könnte.
Leider macht das Nathan nicht zu dem Vorbild, das er im Buch sein soll. Er ist kein unsympathischer Charakter, das nicht. Aber er bringt einen oft genug zur Verzweiflung. Und, dass er immer wieder als ein ach so besonders toller Mensch herausgestellt wird, steht dann eben doch im krassen Gegensatz zu dem, wie zumindest ich ihn wahrgenommen habe.

Meinung:

Der Schreibstil ist klasse. Wunderbar minimalistisch. Kaum unnötige Beschreibungen. Und während leider nicht groß erklärt wird, welche Gedankengänge und Emotionen hinter den Handlungen und Worten der Charaktere stehen, versucht das Buch gleichzeitig auch nicht, den Lesenden Emotionen aufzuzwingen, indem es ständig Show einsetzt. Nein, es wird nüchtern erzählt, was, finde ich, viel eher geeignet ist, echte Emotionen auszulösen – weil Lesende so rein anhand der Fakten entscheiden können, was sie fühlen. Ein viel mächtigeres Werkzeug, als jede Gefühlsregung mühsam zu diktieren, die man als Autor*in selbst für passend hält – die das manchmal aber gar nicht ist.

Leider war es das schon mit dem Positiven. Denn auch inhaltlich zeichnet sich das Buch durch Auslassungen aus. Wie aus dem kleinen, sensiblen Nat, für den es schon zu aufregend ist, ein Vogelbaby zu finden und gleichzeitig morgen den ersten Kindergartentag zu haben, ein aggressiver, verschlossener Junge wird, erfahren wir nicht wirklich. Sein ganzer Werdegang ist durch Unlogik geprägt. Und keiner nimmt ihn mal zur Seite, um ihn darauf hinzuweisen, oder ihm die Mittel zur Hand zu geben, sich selbst zu reflektieren. Naja, doch, Nathan macht es später. Aber leider immer nur in den unwichtigsten Momenten. Und viele Jahre zu spät.

In Rezensionen bei Goodreads wird auch noch kritisiert, dass PoC hier stereotypisiert dargestellt werden. Aber um das selbst bewerten zu können, hab ich zu wenig von ihnen gesehen. Zwei sind mir aufgefallen. Beides gute Boxer, einer mit einer tragischen Familiengeschichte. Aber in der deutschen Übersetzung wird der kritisierte Sprachstil nicht rübergebracht, sondern sie sprechen, wie jeder andere Charakter auch, so, dass ich nichts hatte, was mir übel aufstieß. Nur waren es schlicht sehr wenige PoC und sie fielen nicht wirklich durch irgendwas auf. Sie waren schlicht Zierde, wie so vieles Andere im Buch.

Der Hauptteil des Buches wird aber durchs Boxen bestimmt. Eigentlich ist dies hier die Geschichte, wie ein Junge Profiboxer werden wollte, aus welchen Gründen er scheiterte und wie er schließlich damit umging. Davon steht nur leider kein Wort im Klappentext, sonst hätte ich das Buch sicher nie gekauft. Boxen interessiert mich nämlich leider null. Womit wir zum Hauptkritikpunkt kommen: Das Buch bietet absolut nicht das, was der Klappentext und das Cover versprechen. Keine herzzerreißend kitschige Geschichte, wie ein mittelalter Mann einen kleinen Jungen bei sich aufnimmt, nur, weil er dem Zwerg einst das Leben gerettet hat und dabei merkte, dass ihm was an dem Jungen liegt. In Wirklichkeit nimmt er nicht einmal einen Teenager auf. Also doch, für zwei Tage, dann wandert der Junge für mehrere Jahre in den Knast und ist erwachsen, als er wieder rauskommt.

Und das ist jetzt kein Versehen des deutschen Verlags, dass Cover und Klappentext so irreführend sind. Im englischen Original sieht es genauso aus, ebenso international. Überall sind bewusst kleine Jungs irgendwo zwischen sechs und zehn gewählt, um auf dem Cover Leser*innen herzerwärmende Geschichten zu versprechen. Sprich: Wer dieses Buch nur anhand von Cover und Klappentext kauft, kriegt etwas völlig Anderes, als versprochen wird. Wenn einen Boxen interessiert, kann das eine schöne Überraschung sein. Für mich aber war es eine Enttäuschung und mich hat nur der gute Schreibstil durchhalten lassen.

Nur bin ich mir immer noch nicht sicher, ob ich nicht doch bedauere, das Buch nicht an einem der vielen Male abgebrochen zu haben, als ich genau das tun wollte.

 

Fazit: 

Will eine große Schicksalsgeschichte darüber sein, wie man ein guter Mensch ist, wird dann aber doch zu einer Boxgeschichte mit blassen Frauenfiguren und nur Kommunikationsschwierigkeiten als Grund für ALLES, was schief läuft. Dennoch angenehmer Stil.

 

Meinungen anderer Blogger: 

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[Kurzrezension] Una McCormack – Die letzte und einzige Hoffnung (Picard #1)

Die letzte und einzige Hoffnung (Star Trek: Picard #1)Una McCormack | CrossCult Verlag | 2020 

 

!Spoiler für Star Trek (2009) und Star Trek Picard, sowie natürlich dieses Buch!

McCormack hat hier ihren Job so gut wie möglich erledigt – aber mit der Vorlage ging es eben nicht besser.

Der Roman führt eigentlich nur das aus, was zwischen Star Trek Nemesis und der ersten Folge von Picard passiert ist. Dabei wirkt er eher wie ein Geschichtsbuch als wie ein normaler Roman, denn Spannung steht nicht im Vordergrund. Wer die erste Folge der Serie geschaut hat, weiß auch schon genau, was passiert, es gibt keine Überraschungen. Das ist aber das, weshalb das Buch überhaupt Sterne von mir bekommen hat. Denn ich mag so etwas. Ich lese auch gerne Fanfictions, die einfach ein bekanntes Faktum noch mal näher betrachten und die emotionalen Auswirkungen genauer beleuchten, ohne zusätzlich Action hineinzudichten. Das ist hier sehr angenehm.

Inhaltlich aber … hat das Buch schon verloren, als J. J. Abrahms mal eben die romulanische Sonne vernichtete, nur, um Leonard Nimoys Spock in die andere Zeitlinie zu kriegen. Und als dann die Autoren der neuen Picard-Serie beschlossen, das nicht nur nicht zu ignorieren, sondern auch noch auszuweiten und zum Totalversagen der Föderation zu machen, gab es leider keine Möglichkeit mehr, diesen Inhalt auch nur in irgendeiner Form angenehm zu lesen zu machen.

Dieses Buch ist schlicht der Tod der Föderation als Utopie. Stattdessen wird die Föderation hier ein wenig wie Europa in der Zeit von gleichzeitig Flüchtlingskrise und drohendem Brexit gezeigt. Ohne jegliche gemeinsame Wertgrundlage und nur getrieben von egoistischen und letztlich kapitalistischen Interessen – was Roddenberrys Weltenbau diametral entgegen steht.

Hinzu kommt, dass auch die Romulaner noch ein wenig dekonstruiert werden. Wurden sie einst zu Verbündeten im Krieg gegen das Dominion, sind nun offenbar sämtliche diplomatischen Kanäle wieder geschlossen. Und schlimmer noch: Die Romulaner, die doch eigentlich von Vulkaniern abstammen, sind so unlogisch und denkunfähig, dass sie lieber Millionen ihrer eigenen Leute – also ihre Macht, auf die sie doch ach so stolz sind – sterben lassen, als von Anfang an ihre eigene Rettung vernünftig mit der Föderation zu organisieren. Anstatt von Anfang an einen Plan zu machen, welche Welten Hilfe brauchen, welche genau und wohin man umsiedeln kann – notfalls auch als Pioniere auf unbewohnte Welten -, torpediert man sogar die wenigen Hilfsaktionen, die man der Föderation ERLAUBT?

Und die? Statt zu schauen, welche habitablen, aber unbewohnten Welten es im Föderationsraum noch gibt und diese den Romulanern zu übergeben, ohne Ansprüche, gibt es sogar Ärger, wenn eine Mitgliedswelt freiwillig Flüchtlinge aufnehmen will? Und auf die Idee, zivile Schiffe aller Mitgliedswelten anzuheuern, und daraus eine gemeinsame Aktion, nicht nur der Flotte, zu machen, kommt auch keiner. Sie sind nur besorgt über Wählerzahlen, und, dass Außenwelten nicht schöne, neue Replikatoren bekommen.

Und dann überlegen sie noch, ob sie nicht eine neue Ära der Sklaverei einläuten wollen?

Nein, das hier ist eine völlige Abkehr von dem, was Star Trek einst sein sollte. Statt Roddenberrys erleuchtetem Menschen haben wir hier die Wiederholung der heutigen Zeit. Denn ja, dieses Szenario spielt sich ziemlich genau so heute ab.

Diesen Inhalt kann der schönste Schreibstil nicht mehr retten. Und es tut mir leid, dass McCormack, die SO tolle Romane geschrieben hat, ihren Namen hierfür hergeben musste.