#SPBuch – Indie-Bücher und ich

Kerstin und Janna von KeJas-BlogBuch haben gerufen, also möchte ich natürlich antworten. Nachdem es vor einer Weile schon eine Aktion gab, bei der man möglichst Selfpublisherbücher lesen und darüber berichten sollte, gibt es diesmal vor allem Fragen, die man beantworten kann.

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Wettbewerbe auf Sweek oder ‘Wenn du mir nicht folgst, folg ich dir auch nicht’

Eigentlich hatte ich für heute eine Rezension tippen wollen. Doch mir stößt seit Tagen immer wieder etwas übel auf: Wettbewerbe bei Sweek. (Und ja, obwohl ich selbst daran teilnehme.)

Worum geht’s?

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#AllHallowsRead – (Inklusive Kurzrezensionen 1)

Es ist zwar erst September, doch Halloween kommt immer näher. Die Zeit von Geistern, Hexen, Zombies, Vampiren und all dem anderen Grusligen, das wir Menschen uns ausdachten – oder was vielleicht im Dunkel auf uns wartet?

Damit kommt aber auch wieder die Zeit von All Hallows Read.

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Pearl S. Buck – Ostwind-Westwind

Ostwind WestwindBuchdetails

  • Erinnert an: //
  • Genre: Belletristik, (fiktive) Biografie
  • Erscheinungsdatum: 1930
  • Verlag: Rowohlt
  • ISBN: 9783499100413
  • Taschenbuch 151 Seiten
  • Sprache: Deutsch
  • Triggerwarnungen: Noch sehr festgefahrenes Rollenbild von Frauen und institutionalisierter Rassismus, die aber beide im Laufe des Buches erkannt und abgebaut werden
  • Positives: Langsames Aufbrechen eingefahrener und toxischer Strukturen. Kampf gegen Rassismus.

 

Inhalt: 

Kwei-lan kann es nicht fassen. Ihr Mann, ein chinesischer Arzt, der im Westen studiert hat, will nicht in einem chinesischen Haus leben, chinesische Medizin praktizieren, chinesische Kleidung tragen. Und vor allem will er nicht, dass seine Frau ihm bei allem gehorcht und sittsam zu Willen ist. Er findet ihre abgeschnürten Füße eklig und möchte, dass sie sie aufbindet. Und überhaupt ist alles, was man sie gelehrt hat, in seinen Augen falsch.

Als dann auch noch ihr Bruder sich weigert, die für ihn vorbestimmte Frau zu heiraten, und lieber mit einer Amerikanerin lebt, muss die junge Chinesin ihr Weltbild völlig neu überdenken und findet sich plötzlich in einem Konflikt zwischen zwei Generationen, zwischen Tradition und Moderne wieder.

 

Aufbau:

Der Stil ist etwas gewöhnungsbedürftig, denn die Protagonistin spricht das ganze Buch über zu einer ‘Schwester’, die wir aber nie kennen lernen. Sie redet damit zwar quasi den Leser direkt an, doch ist er gleichzeitig kein Teil der Geschichte, denn diese ‘Schwester’ (die keine ist und die Kwei-lan nur als solche empfindet), agiert auch.

“Du fragst, Schwester? Nach meinem Sohn? …”

Man erfährt nie, wie die beiden sich kennen gelernt haben, wer diese Schwester ist, so, dass man über einen wichtigen Aspekt die ganze Zeit im Dunkeln gehalten wird.

Darüber hinaus ist auch der sehr beschreibende Stil – jeder Stoff wird samt Farbe und Stickereien erwähnt – etwas anstrengend zu lesen.

Meinung:

Normalerweise lasse ich die Autoren sowohl beim Lesen als auch in meinen Rezensionen außen vor. Hier musste ich aber recherchieren. Für die heutige Zeit wirkte das Buch für mich auf den ersten Seiten eher rassistisch, aber ich konnte nicht einordnen, ob es im historischen China nicht doch so zuging. (Ein Mann eine Ehefrau und viele Konkubinen haben, Frauen dürfen in Gesellschaft der Männer möglichst gar nicht reden, möglichst auch nicht aufblicken, Mädchen nicht mal mit Jungen über 6 oder 8 Jahren zusammenleben … .) Es wirkte zunächst so, als würde die Autorin bewusst die chinesische Gesellschaft überspitzt darstellen, um sich über sie zu erheben. Ich wusste zwar aus dem Geschichtsunterricht, dass Mädchen von klein auf die Füße so abgebunden wurden, dass sie klein blieben und im schlimmsten Fall abfaulten, mangels Durchblutung, und, dass es ein sehr starres Protokoll gab, das über Jahrhunderte nicht reformiert wurde, aber viel mehr wusste ich nicht.

Pearl S. Buck wird aber eher in ihrem Einsatz FÜR China und AsiatInnen insgesamt, FÜR die Völkerverständigung geehrt. Leider habe ich keine chinesische Meinung dazu gefunden, so dass ich noch nicht zu 100 Prozent sicher sein kann, dass hier wirklich keine Vorurteile am Werk sind. Aber sie wird zumindest in der Weltöffentlichkeit wohl nicht kritisch betrachtet.

Erst, als ich das recherchiert hatte, wagte ich mich weiter ans Buch und konnte es plötzlich sogar genießen. Die Sprache ist mir etwas zu blumig bei den reinen atmosphärischen Beschreibungen, bei Oberflächlichkeiten, und zu wenig beschreibend beim tatsächlichen Gefühlsleben. Auch fand ich es schade, dass moralisch-philosophische Fragen nur sehr abgehackt behandelt wurden. (Wenn es keinen Beweis für Götter gibt, sollte man deshalb alle Traditionen, die mit ihnen zu tun haben, ablegen, oder kann man die beibehalten, die zumindest nicht schaden, wenn man das betreffende Kind dennoch aufklärt, dass man nicht weiß, ob es Götter gibt? …) Aber alles in allem war es spannend zu lesen, wie ein Charakter langsam in Kontakt mit Aufklärung, Wissenschaft und modernen Einstellungen kommt, mangels nötigem Wissen und Strukturen aber erst langsam daran herangeführt werden muss. Und wie aus zögerlicher Zurückhaltung der Moderne gegenüber plötzlich ein Kampf für Selbige wird, wenn es um Unrecht geht.

Eine spannende Geschichte, die zwar merklich nicht mehr aktuell ist, zur Zeit der Globalisierung, aber vielleicht aufzeigt, wie unsere eigenen Vorfahren auch erst an Themen der Aufklärung herangeführt wurden. Wie universal das Zögern ist, wenn man etwas Neues, Unbekanntes akzeptieren soll, und wie natürlich es uns plötzlich erscheint, wenn wir es leben.
Fazit: 

Ein paar Schwächen und ein recht komplizierter Stil, aber durchaus lesenswert.

 

Meinungen anderer Blogger: 

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Sandhya Menon – When Dimple met Rishi

When Dimple Met RishiBuchdetails

  • Erinnert an: Minimal an Leonce und Lena von Georg Büchner, weil es eine ähnliche Prämisse hat
  • Genre: Jugendroman, Romantik
  • Erscheinungsdatum: 2017
  • Verlag: Hodder Paperbacks
  • ISBN: 9781473667402
  • Taschenbuch 380 Seiten
  • Sprache: Englisch
  • Positiv anzumerken: Verschiedene Ethnien, queerer Charakter, Aufbrechen des Klischees, dass Frauen nichts mit Technik anzufangen wissen
  • Triggerwarnungen: Mobbing, Bodyshaming

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[AKTION] Wie ist das mit meinem Bücherregal?

 

Fragebögen und ich – wer mich öfter liest, kennt das schon. Ich kann so etwas einfach nicht widerstehen. Diesmal animiert mich Tobi von Lesestunden, tiefer in meine Bücherregale einzutauchen.

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Meine Buchreihen – Teil 3: (Noch) unbeendet

 

Herzlich Willkommen zum dritten Abschnitt meiner Buchreihen. Heute stelle ich die Reihen vor, die ich angefangen habe, aber bisher aus den unterschiedlichsten Gründen noch nicht beenden konnte, die ich aber sehr wohl noch weiterlesen oder gar beenden will.

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[Kurzrezensionen] Pottermore Presents #1-2 (Kurzgeschichten aus Hogwarts)

Kurzgeschichten
aus Hogwarts

 

JK Rowling hat es mal wieder getan: Sie hat erneut kürzeste Bücher zu ihrer magischen Welt verfasst und veröffentlicht. Doch waren die früheren Werke (wie die Märchen von Beedle dem Barden) meist der Charity ‘Lumos’ gewidmet, die sich für Kinder in Armut einsetzt, scheinen diese neuen Bücher lediglich in die eigene Tasche der Autorin zu spielen. Das wäre normalerweise kein Problem, immerhin sollen Autoren natürlich auch von ihrer Arbeit leben können. Diese Büchlein warten aber mit gleich mehreren Dingen auf, bei denen ich die kommerzielle Verwertung dann doch zumindest unsympathisch finde.

Zunächst einmal wäre da der in beiden Fällen missverständliche Titel. Denn in keinem der Bücher gibt es auch nur eine einzige Kurzgeschichte. Lediglich ein paar Sachtexte zu einigen Orten, Personen und Dingen der Harry Potter-Romane finden sich hier. Einige sind übernommen von Pottermore, Rowlings Website, andere sind ihre Gedanken darüber, wie sie zu einer bestimmten Idee kam oder warum sie etwas genau so und nicht anders geschrieben hat. Wirklich neue Geschichten aber finden sich nicht.

Und schon habe ich das zweite Problem angesprochen: Viele der Texte finden sich einfach schon kostenlos im Internet. Warum soll man dann jetzt Geld bezahlen, um sie noch einmal lesen zu dürfen? Und vor allem auf die Art und Weise? Würde JKR ein riesiges Harry Potter-Lexikon zusammenstellen, mit all diesen Informationen, wäre mir das als Fanfiction-Autorin durchaus einiges Geld wert, weil es ewig dauert, sich immer alle Informationen im Harry Potter-Wiki zusammenzusuchen. Aber hier hat man nur etwa 70-80 Seiten pro Buch, davon einige mit nur zwei oder drei Zeilen bedruckt, als Überleitung zwischen einzelnen Texten. Persönlich finde ich das verdammt ärgerlich und es wirkt eben, als würde man nur noch schnell möglichst viel Geld mit dem verdienen wollen, was man eh schon geschrieben hat.

Aber auch inhaltlich überzeugen die Bücher wenig. Ja, manche Texte sind gar nicht so uninteressant – auch wenn ich den Abschnitt über Magierpolitik immer noch viel zu kurz und zu einseitig finde. Aber wenigstens eine meiner vielen Fragen in dem Bereich wurde endlich beantwortet. Nur: Ich kann mir gar nicht sicher sein, dass das jetzt wirklich eine kanonische Information ist. Denn schon in den ersten beiden Bänden der Reihe widerspricht sich Rowling selbst. Über Dolores Umbridge gibt sie in Band 1 eine völlig andere Information preis als in Band 2 – und beide sind nicht mit einander zu vereinbaren.

Ergo haben wir hier: Einen Titel, der mindestens fehlleitet, vielleicht sogar Betrug ist; Texte, die man auch kostenlos kriegen würde; und zu guter Letzt widersprüchliche Informationen, denen man also nicht vertrauen kann.

Für mich taugen sie daher maximal als Liebhaberstücke für Extremfans, die wirklich alles über Harry Potter und seine Welt wissen wollen. Ich selbst gebe beiden drei Sterne – und die Sterne sind nur für die Hintergrundtexte, wie Rowling auf ihre Ideen kam. Ansonsten bin ich von diesen beiden Büchlein schwer enttäuscht.