2020 in Büchern [2] – Tops und Flops

 

Hallo und willkommen zum zweiten Teil meines Jahresrückblicks. Nachdem ich mir gestern angeschaut habe, wie es in diesem Jahr mit Challenges aussah und was im nächsten Jahr noch so kommt, kommen wir heute zu meinen Jahreshighlights. Und zu den Flops unter meinen diesjährigen Büchern.

 

Rereads sind wie immer außen vor.

Dieses Jahr habe ich nicht das Problem, dass ich keine Totalausfälle habe. Im Gegenteil, in diesem Jahr waren ein paar wirklich schlechte Bücher dabei. Dafür hatte ich diesmal gefühlt nur wenige, die wirklich volle fünf Sterne von mir erhalten haben. Nicht falsch verstehen, es waren so einige gute Bücher dabei. Aber solche, in die ich mich regelrecht verliebt habe?

 

 

Meine Top 5 (in unsortierter Reihenfolge):

Bei den Büchern mit voller Punktzahl habe ich dieses Jahr zumindest eine gewisse Auswahl. Nach 16 im letzten Jahr haben in diesem Jahr sogar 19 die höchste Bewertung bekommen. (Wobei das statistisch gesehen eine Abnahme ist, da ich in diesem Jahr weit mehr gelesen habe. Dennoch ist die Auswahl so schon zu groß, um euch alle zu zeigen.)

 

Ghostsitter: Die komplette 8. Staffel (Ghostsitter Hörspiele, #8)Eine Falle zum Dessert (Ghostsitter Staffel 8) | Tommy Krappweis | Kinderbuch, Fantasy, Humor

Also eeeeeiiigentlich hat die Staffel ja viel zu wenig Vlarad. Aber in dieser Staffel ist noch mehr Diversität als sonst (eine jüdische Hexe, hach), die Welt wird um eine womöglich wichtige Komponente erweitert, die Gastsprecher*innen sind wirklich toll und die Geschichte an sich ist spannend.

 

The Adventure BeginsThe Adventure Begins (Trollhunters 1) | Richard Ashley Hamilton | Jugendbuch, Fantasy

Dass ich die Serie liebe, wird den meisten schon bewusst sein, so oft, wie ich auf Twitter alle dazu anzuregen versuche, sie doch auch mal zu schauen. Die Bücher, die die Serie zurück auf Papier adaptieren, sind aber noch besser. Also zumindest dieses erste ist es, den Rest kenne ich noch nicht, weil er schwer zu finden ist.

Obwohl einzelne Episoden ausgelassen werden, machen die zusätzlichen Infos, die man auf dem Bildschirm nicht hatte, und teils sogar völlig neue Szenen, das wieder wett und zu lesen macht sogar noch mehr Spaß, als es zu schauen.

 

Adulthood Is a Myth (Sarah's Scribbles, #1)Adulthood is a Myth | Sarah Andersen | Humor, Comic 

Ihr erster Band ist in meinen Augen ihr Bester. Also zumindest bisher. Viel mehr kann man dazu nicht sagen, weil jede Seite einen eigenständigen Cartoon zeigt und kein durchgängiger Plot sich durchs Buch zieht. Aber wiederkehrende Themen sind die Erwartungen an Erwachsene und wie diese schwer bis nicht zu erfüllen sind (erst recht nicht, ohne dabei den Spaß zu verlieren) und wie ätzend es ist, einen Uterus zu haben (hell yeah!).

 

Star Trek - The Next Generation 20/20

20/20 (Star Trek TNG) | Peter David | SciFi, Comics

Einer der besseren Star Trek-Comics. Hier treffen wir Jack Crusher und den jungen Captain Picard auf der Stargazer. Und vor allem trifft Picard hier zum ersten Mal auf die baldige Beverly Crusher – und obwohl die beiden sich anfangs nicht so richtig verstehen, zeigt sie ihm deutlich, dass sie kompetent ist – und, dass er ihr nichts zu sagen hat, solange er nicht IHR Captain ist. (Gut, auch dann nicht immer, wie wir wissen.)

 

A Thousand Perfect NotesA Thousand Perfect Notes | C. G. Drews (aka Paperfury) | Jugendbuch, Schicksalsroman

Beck (eigentlich Beethoven) lebt eigentlich nur zum Klavierspielen. Nicht aus eigenem Antrieb allerdings. Nein, seine Mutter, einst große Pianistin, hat nach einem Schlaganfall nur noch ihren Sohn um ihren Traum zu leben.

Schule ist dagegen Nebensache, Freunde darf er gar keine haben und um seine Schwester muss sich Beck auch alleine kümmern – und sie vor der herrischen, gewalttätigen Mutter schützen.

Als aber ein Wildfang von Mädchen in sein Leben tritt und ihn erst nervt, aber immer mehr auftaut, steht plötzlich alles Kopf und Beck muss sich die Frage stellen, ob er sein Leben noch lange so durchhalten kann – und überhaupt noch will.

Keine leichte Lektüre, viele problematische Themen, aber ein sehr kraftvolles Buch.

Rezension


Meine Flop 5 (in unsortierter Reihenfolge):

ZACK! Gelesen. SPEED READING für Anfänger: Wie Sie zum Leseprofi werden und Ihre Lesegeschwindigkeit sowie Fokus und Konzentration mit genialen Methoden ... steigernZack! Gelesen | Alexander von Gerstenberg | Sachbuch

Mit diesem Buch und Training können Sie bis zu 10.000 Wörter pro Minute lesen, obwohl der Weltrekord nur bei 4.000 liegt. Oh, und natürlich geht das nur, indem Sie entweder Absätze überspringen, oder quer lesen, oder nur nach Schlagworten Ausschau halten, und insofern von diesen 10.000 Wörtern nur sehr wenige tatsächlich lesen.

Braucht es mehr Erklärung, warum ich dieses Buch furchtbar fand?

 

Spike - Nach Dem FallNach dem Fall (Spike 1) | Brian Lynch | Fantasy, Postapokalypse, Comic

Hier war ein Problem, dass der Comic, obwohl Band 1, eine Menge Vorwissen verlangt. Offenbar sowohl von der Angel-Fernsehserie, als auch von der dazugehörigen Comic-Reihe. Während die Buffy-Comics nur die Serie voraussetzen und dazu dann auch noch einen Rückblick bieten, fehlt der bei Spike völlig, so, dass man das Vorwissen nicht ohne Einsatz von viel Geld gewinnen könnte.

Darüber hinaus ergibt aber auch so gut wie nichts in diesem Comic einen Sinn, und Spike wird nicht nur ziemlich atypisch beschrieben – es wird auch nicht erklärt, wie er in einer postapokalyptischen Welt feststecken, aber etwa zur selben Zeit in den Buffy-Comics auftreten kann. Etwas Logik muss doch wohl zu erwarten sein.

 

How to Polish Your Manuscript into a Rock-Solid Book

How to polish your Manuscriot into a rock-solid Book | Andrea Pearson | Sachbuch, Ratgeber

Wenn Sie ein guter Autor sein wollen, dann müssen Sie nur Legionen an Betalesern anwerben, die Sie erst rigoros trainieren, und dann kostenlos für sich arbeiten lassen. Ach, und nebenbei sollten Sie dieses Buch und den Kurs kaufen, und wenn Sie schon dabei sind, erwerben Sie auch gleich noch dies, das, und jenes.

Abgesehen davon, dass das, obwohl als internationales Bundle verkauft, sehr US-zentrisch in den Plattformen ist, die vorgeschlagen werden, ist es halt teils extrem unsympathisch, teils eine Verkaufsveranstaltung.

 

Star Trek: Year Five #3

Year Five #3 | Brandon M. Easton | SciFi, Comic

Die Year Five-Reihe ist insgesamt (soweit ich sie kenne, denn sie ist bisher noch nicht einmal abgeschlossen) nicht gerade gut gemacht. Sie beginnt damit, dass das fünfte Jahr der Fünf-Jahres-Mission anbricht und Kirk sofort zu schmollen anfängt, weil ja gleich alles vorbei ist. Dass der 365 Tage am Stück nörgelt wie ein kleines Kind, ist selbst für Kirk unrealistisch.

Aber in Band 3 wird es richtig furchtbar. Denn nach nur zwei Jahren kehrt die Enterprise zurück zu dem Planeten aus der Serie, der die Gangs der 1920er Jahre imitiert hat. Plötzlich sind architektonisch und technisch dort etwa 150 Jahre vergangen, aber halt nicht real. Alles ist umgekrempelt, aber die vormals Handelnden sind alle noch am Leben, kaum gealtert und auch für sie ist der vorige Besuch nur zwei Jahre her. Die Zeit bewegt sich dort also nicht anders. Wie dieser Sprung zu erklären ist, wie so viele Gebäude in nur zwei Jahren gebaut werden konnten, … wird nicht erklärt. Ursprung des Ganzen? McCoy hat seinen Kommunikator ja dort vergessen (also in der englischen Version, in der deutschen Übersetzung sagt Kirk, er hätte den bemerkt und mitgenommen), und darauf sei die gesamte kulturelle Datenbank der Föderation gespeichert gewesen. Bitte was?! Nicht mal der Universalübersetzer war zu der Zeit schon Teil des Kommunikators (ein Fakt, den Discovery ignoriert, übrigens). Das Ding musste zerlegt werden, um nur die Wellenlänge zu ändern, wie soll das einen ganzen Computer beinhalten, wenn der Computer der Enterprise schon für jede Kleinigkeit Datenkassetten braucht, die größer als der Kommunikator sind?! Ich weiß, ich wiederhol mich, aber … MAN SOLLTE DOCH EINEN HAUCH LOGIK ERWARTEN DÜRFEN?! (Vor einem halben Jahr gelesen und dennoch macht mich das noch wütend.)

 

Das Abenteuer beginnt (Im Zeichen der Zauberkugel, #1)Das Abenteuer beginnt (Im Zeichen der Zauberkugel 1) | Stefan Gemmel | Kinderbuch, Abenteuer, Fantasy

Ich ärgere mich, dass ich mir nicht genug Notizen gemacht habe, um mich zu erinnern, warum ich dieses Buch widerlich rassistisch fand. Nur, warum ich es auch misogyn fand, weiß ich – weil alle Frauen im Buch als faul und verfressen und obendrein nicht sonderlich intelligent dargestellt werden. Und wie kann man Halbgeschwister haben, wenn die weder die selbe Mutter noch den selben Vater haben, und man sie, obwohl etwa im selben Alter, erst seit zwei Jahren kennt? Entschuldigt die Wiederholung, aber … Logik?


Das war es auch schon mit meinen Tops und Flops. Tatsächlich hätte ich noch einige 1-Sternebücher mehr gehabt (und zugeben, zwei weitere Gute). Top 5 klingt nur besser als Top 7.

Aber in diesem Jahr ist die Anzahl der Totalausfälle doch bemerkenswert gewesen. Bei der Anzahl an gelesenen Büchern bleibt das aber wohl nicht aus – immerhin etwa 50 Bücher mehr als je zuvor im Jahr.

Aber wie sieht das bei euch aus? Was waren eure High- und Lowlights des Jahres?

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