Lo Malinke – Alle müssen mit

Alle müssen mitBuchdetails

  • Erinnert an: //
  • Genre: Schicksalsroman, Familienroman
  • Erscheinungsdatum: 2016
  • Verlag: Fischer Krüger
  • ISBN: 9783810524867
  • Taschenbuch 334 Seiten
  • Sprache: Deutsch

Klappentext: 

Die Geschwister Inge, Klaus und Uwe haben schon vor langer Zeit jeden Kontakt zueinander abgebrochen. Doch als ihnen der Notar eröffnet, dass sie das Erbe ihres Vaters nur ausgezahlt bekommen, wenn sie zusammen nach Polen reisen um dort seine Asche zu verstreuen, müssen sie sich notgedrungen gemeinsam in einen Kleinbus setzen. So beginnt eine Reise ins Ungewisse voller Abenteuer und unerwarteter Erkenntnisse.

Inhalt: 

Gerade als ihre Leben eh schon zu zerbrechen drohen, erhalten die Geschwister Inge, Klaus und Uwe die Nachricht, dass ihr Vater verstorben sei. Obwohl sie seit vielen Jahren nicht mehr mit einander reden müssen sie jetzt gemeinsam zum Notar. Doch nicht nur das. Zusammen mit Inges Tochter sollen sie sich auf einen Roadtrip quer durch Polen, das ehemalige Schlesien, machen, um die Orte zu besuchen, die ihr Vater seit seiner Kindheit im zweiten Weltkrieg nicht mehr gesehen hatte. Für ihn die letzte Reise machen.

Für die Geschwister, die eher wie Katz und Maus sind, bricht eine Zeit vieler Streits an, die aber zudem einige Offenbarungen mit sich bringt.

 

Charaktere: 

Hier findet man alles, was es an gescheiterten Existenzen nur gibt.

Es gibt die Männer eher hassende, und ein wenig rassistisch denkende Krankenschwester Inge, die unbedingt immer alle unter Kontrolle halten will.  Dazu kommt Uwe, der schwul aber ungeliebt ist, mehr Antidepressiva, Aufputschmittel und illegale Drogen konsumiert, als ein Körper alleine aushalten sollte. Dazu kommt Klaus, der zwar tatsächlich eine Familie hat, die er liebt, der aber seinen Job als Taxifahrer so sehr hasst, dass er zum Alkoholiker geworden ist – und so seinen Führerschein verloren hat.

Hinzu kommt Jule, eine graue Maus ohne Freunde, die sich von ihrer Mutter in ein Medizinstudium hat nötigen lassen.

Tatsächlich hat auf den ersten Blick hin keiner von ihnen auch nur eine liebenswerte Eigenschaft.

Meinung:

Der Grundgedanke ist gar nicht schlecht. Ich bin kein Freund all dieser ‚Wir wärmen den Weltkrieg auf‘-Romane, aber die Idee, einem Verwandten durch einen Roadtrip die letzte Ehre zu erweisen und dabei zu sehen, wie die Welt sich in den letzten 70 Jahren verändert hat, ist nicht schlecht.

Leider geht das hier aber einher mit unglaublich vielen vermeintlichen Kleinigkeiten, die stören und am Ende einfach zu viel ausmachen. Ich kann nicht alles verraten, aber auf ein paar Dinge muss ich doch eingehen. Keine Sorge, sie sind für den Plot nicht notwendig.

Zuerst einmal stört mein kleines Fanherz, dass der Autor einen recht bekannten Dialog aus Grey’s Anatomy kopiert hat, das aber nicht als Zitat markierte. Dann folgen Falschinformationen über Harry Potter – angeblich würde Harry erst in ‚Feuerkelch‘ erfahren, dass Voldemort seine Eltern umgebracht hat.

Dann folgt ein Moment absurden Ekels – Inge kackt in die Urne ihres Vaters. (Warum? Hinterher wird es nie wieder erwähnt, es ist keine Absicht – ja, das alleine ist schon schräg – und es hat keinerlei Relevanz für Plot oder Charakterisierung. Warum schreibt man so etwas dann?!)

Und natürlich wird auch hier mal wieder Sex als das Allheilmittel und Sinn aller Dinge angesehen, wenn auch nur in einem einzelnen Absatz. Das kommt so häufig vor, dass es mittlerweile selbst mich langweilt, darüber zu schreiben. Aber es verletzt mich halt, dass Leute damit durch die Blume sagen, dass Liebe ohne Sex nichts wert sei.

Was mich am meisten störte war aber das übereilte, und eher unlogische Ende, über das ich hier jetzt aber nichts verrate.

 

Fazit: 

Zu viele Kleinigkeiten, die das Buch letztlich für mich störten und die Abwesenheit auch nur eines halbwegs angenehmen Protagonisten tat ihr Übriges.

 

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