Mid-Year Book Freakout Tag 2026

Mid-Year Book Freakout

 

Es ist sechs Jahre her, dass ich das letzte Mal an diesem Tag teilgenommen habe, der von Ely von Earl Grey Books und Chami 2014 ins Leben gerufen wurde. Die letzten Jahre wollte ich immer mitmachen, aber entweder habe ich gar nicht erst die Zeit gefunden (oder hab ihn zu spät gesehen, man denkt ja nicht 12 Monate im Jahr an die Existenz einer Aktion, die nur einmal im Jahr stattfindet), oder hab dann bei der Suche nach dem Ursprung aufgegeben, seit sich zurecht eingebürgert hat, dass man die Menschen verlinkt, die etwas ins Leben rufen. (Auch, wenn das seither offenbar wieder aus der Mode gekommen ist.)

Aber dieses Jahr habe ich zumindest eine der beiden ursprünglichen Erschaffenden gefunden. Also mache ich mit.

Die Känguru-Rebellion by Marc-Uwe Kling, das Cover zeigt ein pinkes Graffiti eines Kängurus, das einen Arm mit Boxhandschuh in die Höhe reckt.

1. Best book you’ve read so far in 2026 – Bestes Buch bisher

Es war ein enttäuschendes Jahr, denn „Die Känguru-Rebellion“ von Marc-Uwe Kling ist eines von nur zwei 5 Sterne-Büchern bisher und das andere ist ein Reread. Aber zumindest ist das Känguru wirklich eine Empfehlung, besonders für Menschen, die am Zustand unserer Demokratie verzweifeln.

Ausflug nach Sherwood by Tommy Krappweis, das Cover zeigt drei illustrierte Personen - Mann, Frau und Mädchen - in einem Wald vor einer Person in grün und braun mit typischem Robin Hood-Hut.

 

2. Best sequel you’ve read so far in 2026 – Beste bisher gelesene Reihenfortsetzung

Obwohl ich die SpinOff-Reihe „Dada & Welf – Kommando Katze“ eigentlich nicht wirklich mag und etwas zu viel finde, weil es doch schön wäre, erstmal eine Reihe zu Ende zu bringen (und endlich wieder auch schriftlich rauszubringen), war Folge 4 „Ausflug nach Sherwood“ doch ganz gut. Besonders wegen eines kleinen Details, das bedeutet, dass einer meiner Lieblingscharaktere aus einer anderen Reihe des Universums wiederkommen kann. Worauf ich seit 2012 etwa warte.

 

Das Lied der letzten Reise by James A. Sullivan, das Cover zeigt eine Person mit einem hölzernen Wagen auf einer herbstlichen Wiese mit rotem Baum.

Funkenflug by Marie Meier, das Cover zeigt eine grüne Stadtszenerei, sowie eine Person mit langen Haaren und ein Monster, die beide kaum mehr als Silhouetten sind.

3. New release you haven’t read yet, but want to. – Neuerscheinung, die ich noch lesen will

Ich hab es ehrlich gesagt nicht so mit Neuerscheinungen, außer, es ist Star Trek Strange New Worlds (naja, und die Bücher, die ich durch die Arbeit schon lese und auf die ich mich dann leider als Leserin nicht mehr freuen kann). Aktuell kommt sehr wenig raus, was mich interessiert, und normalerweise warte ich lieber ein paar Jahre, bis sich ein etwaiger Hype legt und mehr Stimmen zu finden sind, die ein Buch kritisch auseinander nehmen. Aber man, wenn mal was, was halbwegs mein Beuteschema sein könnte, von einem deutschen Autor rauskommt, nicht nur als Übersetzung, dann muss ich das ja unterstützen. Und eine weitere Neuerscheinung hab ich noch auf dem SUB – ja, nur die beiden – und das ist Marie Meiers zweiter „Der letzte Schlüssel“-Band „Funkenflug“, der gerade leider warten muss, während ich ein Skoobe-Abo habe, der aber mit Sicherheit in diesem Jahr noch dran ist, weil ich wissen will, ob Jule Mika findet.

 

4. Most anticipated release for the second half of the year. – Neuerscheinung in der zweiten Jahreshälfte, auf die ich mich am meisten freue

Wie gesagt, mit Neuerscheinungen habe ich es nicht so wirklich und gerade ist, glaube ich, nichts mehr angekündigt? Star Trek hat eine Durststrecke, Marie hat gerade erst zwei Neuerscheinungen hinter sich und eine zweite Veröffentlichung eines Buches steht bald an, da weiß ich nicht, ob Band 3 noch in diesem oder erst im nächsten Jahr geplant ist. Somit wüsste ich gerade nur von meinem eigenen Geheimprojekt – aber das ist noch nicht enthüllt. Und da bin ich ja auch selbst nicht Leserin.

Magic Lessons by Alice Hoffman
5. Biggest disappointment. – Größte Enttäuschung

Das Prequel zur Buchvorlage für „Practical Magic“ von Alice Hoffman. Der Schreibstil war schon nicht meins, aber der Owens-Fluch ist im Buch deutlich anders und etwas, was sich die Protagonistin selbst (einschließlich ihrer schon lebenden Tochter) antut, freiwillig, obwohl sie in dem Moment schon weiß, dass sie damit mit dem Leben einer Person spielt, die sie mag und die ihr nie irgendetwas getan hat. Das ganze Buch besteht eigentlich nur aus Arschlöchern – verzeiht mein Klatschianisch -, die ihre Arschlochhaftigkeit auch nie wirklich ablegen.

 

6. Biggest surprise. – Größte Überraschung

Da möchte ich auf Frage 2 verweisen. Die ganzen SpinOffs (und immer mehr auch die Hauptreihen) sind für mich in letzter Zeit eher so unauffälliges Mittelmaß gewesen, eine Mischung aus Kontinuitätsfehlern, wiederholten Witzen, die schon zu Beginn nur so semi waren, und ein paar guten Momenten, die aber nichts nach oben rausreißen. Da war es eine Überraschung, auch mal eine Folge zu haben, wo ich wirklich mit einem „Ja, mag ich“-Gefühl rausging.

 

7. Favourite new author. (Debut or new to you) – Neue*r Lieblingsautor*in

Leider noch nichts gefunden. Ich les zwar gerade dank Skoobe-Abo bei Autor*innen rein, die ich bisher noch nicht kannte, aber das meiste breche ich ab. Sehr viel sogar schon so früh im Buch, dass es sich nicht mal lohnt, den Abbruch überhaupt irgendwo zu verzeichnen.

Die Schattensammlerin - Dichter und Dämonen by T.S. Orgel, man sieht Silhouetten von Menschen zwischen zwei Häuserfronten.
8. Newest fictional crush. – Neuester fiktionaler Crush 

Tom, wenn du das liest, du bist Schuld. Ich habe mich lange, JAHRE, dagegen gewehrt, aber Tom Orgel, einer der zwei Schöpfer von Abaris, Adlatus von Goethe und Gestaltwandler (Leshy), der seine Pudelform aber eigentlich nicht ausstehen zu können scheint, hat mich irgendwie geködert. Das liegt daran, dass ich mit Tom auch privat bekannt bin und deshalb auch hier und da Hintergrundinfos kriege, und sich so „Joa, ich mag den Charakter“ einfach durch zu viel Exposure in „Ja, gut, er ist ein Trickster, aber vielleicht nehme ich ihn in meine Horde fiktionaler Ehemänner auf“ gewandelt hat. Mit Auswüchsen von „Oh nein, wenn seine Spezies mit Elektrizität Probleme hat, wie kann denn dann ein gemeinsames Leben aussehen?“. Ich wiederhole, du bist Schuld, Tom!

 

9. Newest favourite character. – Neuester Lieblingscharakter

Da habe ich leider nichts. Die meisten Bücher in diesem Jahr waren Rereads, Fortsetzungen bekannter Reihen. Und diejenigen, die in diesem Jahr komplett neu waren, waren fast alle entweder nicht gut, oder aber hatten keinen Charakter, der für mich herausstach.


10. Book that made you cry. – Buch, das mich zum Weinen brachte 

Keines, nicht mal Rereads.

 

11. Book that made you happy. – Buch, das mich glücklich machte

Leider auch keines. Also, außer wir reden von der „Zu den Wurzeln“-Anthologie von ohneohren, aber da bin ich Mitherausgeberin und habe einen Text beigesteuert. Wenn mich schon ein Buch, dessen Texte ich selbst ausgewählt habe – bis auf meinen, da hatte ich kein Stimmrecht – nicht glücklich machen würde, dann müsste ich wirklich mal wieder meiner Therapeutin schreiben, das wäre nicht gesund, glaube ich.


12. Favourite book to film adaptation you saw this year. – Beste Filmadaption eines Buches, die ich in diesem Jahr sah

Projekt Hail Mary!!! Ich glaube tatsächlich, dass das Buch immer noch besser ist, weil es einfach mehr Zeit für das Soziologische lässt. Aber der Film gehört zu den besten aller Zeiten für mich. (Ebenso wie das Buch.)

 

13. Favourite review you’ve written this year. – Liebste eigene Rezension in diesem Jahr

Wenn man von Kurzrezensionen bei StoryGraph und im Monatsrückblick absieht, habe ich dieses Jahr nur eine einzige geschrieben. Per Definitionem müsste die dann ja mein Liebling sein.


Deadly Ever After – Blut und Schnee by T.S. Orgel, das Cover zeigt einen Totenschädel eingehüllt in ein Bett aus Rosen (samt Blattgrün).14. Most beautiful book you’ve bought so far this year (or received) – Schönstes Buch, das ich in diesem Jahr gekauft oder erhalten habe

Vermutlich „Deadly Ever After“ von T. S. Orgel. Ich weiß aber gar nicht, ob ich überhaupt einen Geschmack bei Buchcovern habe. Je älter ich werde, desto weniger denke ich mir bei irgendeinem „Boah, wie schön“. Ich finde manche ansprechender als andere, aber so wirklich was, was ich als besonders hübsch erachte, habe ich nicht. Vielleicht auch eine Veränderung durch den ganzen KI-Mist. Mittlerweile finde ich sogar richtig objektiv schlecht gemachte Cover ganz gut, solange sie nur sichtbar handgemacht sind. (Muss ich hier „Werbung“ dazu sagen? Ich hab das Buch von Tom bekommen. Allerdings als eine Art Belegexemplar fürs Testlesen von Teilen des Buches.)


15. What books do you need to read by the end of the year? – Welche Bücher muss ich dieses Jahr noch lesen?

Keine, ich bin ein freier Mensch und habe keine Rezensionsexemplare, die man ja innerhalb von einigen Wochen lesen sollte. (Auch, wenn ich bei meiner beruflichen Suche nach Rezensent*innen auch Blogs gefunden habe, die teilweise 15 ReziEx im Monat sammeln und vielleicht eines davon auch rezensieren. Nein, keine Sorge, denen biete ich dann natürlich keines an, ist ja nicht Sinn der Sache.)

Aber ich habe Bücher, die ich noch lesen möchte.

Saving the Planet: Solarpunk Stories , das Cover zeigt eine eher steampunkige Flugmaschine, die etwas an einen Schmetterling, nur auch mit Flügeln am Bauch erinnert.

Funkenflug by Marie Meier, das Cover zeigt eine grüne Stadtszenerei, sowie eine Person mit langen Haaren und ein Monster, die beide kaum mehr als Silhouetten sind.

Wir sind die Bunten by Amandara Schulzke, Das Cover zeigt ein Tintenfass umgeben von Büchern und mittelalterlichen Instrumenten.Witchlings by Claribel A. Ortega, das Cover zeigt drei Mädchen umgeben von Magie und die Augen eines Monsters im Hintergrund.

Zwei Anthologien – „Wir sind die Bunten“, weil sie auch bei Skoobe ist und ich aktuell ja mit dicken Printbüchern Probleme habe. Wenn ich es ohne Schmerzen lesen will, muss ich also schnell sein. „Funkenflug“ habe ich oben schon erwähnt. „Saving the Planet“ habe ich lange aufgeschoben, weil ich mich vor Abschluss unserer Anthologie nicht in der Richtung beeinflussen lassen wollte, jetzt ist die aber erschienen und ich kann sie endlich lesen – und „Witchlings“ von Claribel Ortega will ich schnell anlesen, weil mir schon etwas von der Autorin nicht gefiel. Entweder es ist gut, oder aber es kann dann bald Platz machen. Außerdem bin ich in einer Pratchett-Leserunde, da werden es vermutlich noch vier oder mehr Bücher in diesem Jahr und ich möchte noch ein paar Star Trek-Romane rereaden, die mir besonders gefallen haben, einfach, weil ich zwischendurch mal was brauche, was ich wirklich, wirklich, wirklich mag. Vor allem, wenn Captain Pike mitspielt.

 

Und damit bin ich durch. Wie sieht es bei euch aus? Wenn ihr mögt, fühlt euch gern getaggt.

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