Stefan Bonner, Anne Weiss – Heilige Scheiße

Heilige Scheiße: Wären wir ohne Religion wirklich besser dran?Buchdetails

  • Erinnert an: //
  • Genre: Sachbuch, (Humor)
  • Erscheinungsdatum: 2011
  • Verlag: Bastei Lübbe
  • ISBN: 9783404601875
  • Taschenbuch 256 Seiten
  • Sprache: Deutsch
  • Trigger: Blasphemie, bibelinterne Homophobie, bibelinterner Sexismus
  • Positiv anzumerken: (für mich) Blasphemie

 

 

Inhalt: 

Viele Kirchen, aber auch Politiker und Prominente befürchten, dass unsere Welt, wie sie ist, zusammenbrechen würde, würden wir die Religionen abschaffen. Aber ist dem wirklich so? Welchen Wert haben Religionen wirklich für unsere Gesellschaft, oder für die menschliche Psyche?

Die beiden Autoren haben sich aufgemacht, zu erkunden, wie es um die Religion bei uns steht. Dafür ziehen sie Studien zu Rate, haben sich aber auch selbst unter die gläubigen oder doch nicht so gläubigen Mitmenschen gemischt und selbst nachhakt.

 

Aufbau:

In verschiedenen Themenabschnitten beleuchtet das Buch die Funktion des Glaubens, ob die Kirchen selbst überhaupt glauben, ob nicht heute eh schon jeder seinen eigenen Glauben hat, und welche Errungenschaften der Neuzeit den Glauben eh schon gern ersetzen.

 

Meinung:

Dieses Buch hat ein wenig was von Dr. Jeckyll und Mr. Hyde, denn auf der einen Seite zeigt es anhand von Bibelzitaten, wie lächerlich einerseits ist, was dort geschrieben steht, und wie wenig die Kirchen andererseits sich selbst an das halten, das sie als Grundfeste ihres Glaubens ansehen. Auf der anderen Seite kommen aber auch wieder lange Passagen, die man in wenigen Worten hätte zusammenfassen können, deren Inhalt redundant und oft auch trocken geschrieben ist.

Die Botschaft dahinter ist, sowohl im Fazit (ein jeder möge glauben, was er will), als auch kleinteilig, bei der Betrachtung, dass selbst Pfarrer nur selten glauben, was sie einem da erzählen, und, dass die Kirchen rein finanziell eher unsere Gesellschaft belasten, wichtig. Und auch die Art, Glauben hier mit Humor zu nehmen, sollte vielen, und dabei längst nicht nur den dafür oft kritisierten Muslimen, ein Beispiel sein.

Aber die langen Passagen, die einen bereits genannten Punkt nur noch mal in beinahe epischer Breite ausführen, stören leider das Lesevergnügen. Und auch, dass hier, wie oft in Sachbüchern, Studien angegeben werden, deren konkrete Quellenangaben aber fehlen, ist ärgerlich. Hier würde ich mir wünschen, dass die Verlage endlich lernen. Es schadet doch niemandem, in einer kleinen Fußnote anzugeben, in welchen Zeitschriften die Studien abgedruckt sind. Im Gegenteil, es erhöht die Glaubwürdigkeit.

So ist das Buch zwar jedem zu empfehlen, der Religionen mit Humor nehmen kann, oder aber dringend einen Blick über den eigenen, streng religiösen Tellerrand braucht, aber wirklicher Lesespaß kommt nur Abschnittsweise auf.

 

Fazit: 

Viele wichtige Punkte, die man aber kürzer hätte fassen können und sollen. Und lernt doch endlich, erwähnte Studien mit Quellenangaben zu versehen!

 

Meinungen anderer Blogger: 

//