Walter Moers – Adolf: Der Bonker

 

Das war noch eine meiner ‘Krank im Bett’-Lektüren, daher entschuldigt bitte das furchtbare Foto.

Buchdetails

  • Erscheinungsdatum: Februar 2008
  • Verlag: Piper
  • ISBN: 978-3-492-25102-0
  • Taschenbuch 84 Seiten
  • Sprache: Deutsch

Klappentext: 

Berlin, 30. April 1945. Die Welt brennt, Deutschland liegt in Schutt und Asche, und Japan geht es auch nicht mehr so gut. Nur einer lässt sich nicht unterkriegen – im Führerbunker brennt noch Licht … Eine Adolf-Tragikomödie in drei Akten – die letzten Stunden im Bonker, wie sie wirklich waren. Ob Prince oder Michael Jackson, Gandhi oder Mussolini, Hermann Göring oder Eva Braun, der Tod oder Gott – sie alle kommen, um Adolf noch einmal so richtig auf die Nerven zu gehen.

Inhalt: 

Einen wirklichen Inhalt gibt es nicht. Adolf bekommt hier lediglich in seinem Bunker immer wieder Besuch, der ihn meist nervt.

 

Aufbau:

Aufgebaut wie ein Theaterstück, mit einigen Illustrationen und Pappfiguren zum Ausschneiden, damit man es nachspielen könnte, würde man das wollen.

 

Charaktere: 

Weit charakterisiert wurden die Charaktere nicht, sind sie doch Gestalten der Weltgeschichte. Aber dennoch wirken sie oft etwas out of character, vor allem, wenn sich hinterher herausstellt, dass sie nur Tarnung für eine andere Figur der Geschichte waren.

 

Fazit: 

Ich möchte es hassen, denn ‘Wir machen uns über Hitler lustig’ ist nicht mein Humor. Den Teufel kann man in meinen Augen immer noch leichter verspotten, als dieses größenwahnsinnige Schreckgespenst, das uns Deutschen immer noch in den Knochen sitzt und bis heute unseren Umgang mit unserer eigenen Geschichte bestimmt. Sich über einen Massenmörder zu amüsieren, geht extrem gegen meinen Charakter.

Und dennoch kann ich das Stück nicht hassen. Ich finde es nicht unbedingt gut, fühlte mich nicht gut unterhalten, aber es war überraschend akzeptabel für die Thematik. Abstrus, albern, nicht mein bevorzugter Zeichenstil bei den Illustrationen, und doch irgendwie okay.

 

Haruki Murakami – Die unheimliche Bibliothek

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Buchdetails

  • Erscheinungsdatum: 29. November 2013
  • Verlag: DuMont Buchverlag
  • ISBN: 978-3832197179
  • Hardcover  64 Seiten
  • Sprache: Deutsch

Beschreibung: 

Eigentlich will der Junge nur zwei Bücher zurückgeben und noch ein wenig stöbern. Aber statt in den Lesesaal führt ihn der merkwürdig cholerische alte Bibliothekar in ein Labyrinth unter der Bücherei, wo er ihn einkerkert. Statt Wasser und Brot gibt es in diesem Verlies Tee und köstliche Donuts, serviert von einem mysteriösen Schafsmann und einem stummen Mädchen, das sprechen kann und wunderschön ist. Doch das ändert nichts daran, dass der Junge als Gefangener der Bibliothek um sein Leben fürchten muss, während die Grenzen zwischen Dingen, Menschen und Orten immer weiter verschwimmen.
›Die unheimliche Bibliothek‹ ist ein kafkaesker Alptraum und zugleich eine einfühlsame Geschichte von Verlust und Einsamkeit. Murakami schachtelt die Ebenen dieser kunstvollen Erzählung ineinander wie die Welten, die sich in der Bibliothek zu berühren scheinen, und Kat Menschiks schwindelerregend schöne Illustrationen ergänzen sie um weitere Abgründe. Ein Juwel.

 

Charaktere: 

Viel erfährt man von den Charakteren nicht. Der Junge liest gern. Selbst, wenn ihn etwas nicht besonders interessiert, wann immer ihm sich eine Frage stellt, geht er in die Bibliothek, um sie zu recherchieren.

Das stumme Mädchen, kann sich dennoch mitteilen und birgt eine Besonderheit in sich, die sich erst zum Ende der Geschichte hin offenbart, der Schafsmann ist freundlich, backt gern, ist aber eher feige und der Bibliothekar saugt Lesenden das Hirn heraus. Hintergründe erfährt man auf den wenigen Seiten nicht.

 

Fazit: 

Kafkaesk würde ich es nicht nennen, zumindest erschien mir Kafka bisher immer logischer, in sich geschlossener, und gleichzeitig dennoch düsterer.

Murakami schreibt hier düster, keine Frage, aber eher verstörend, nicht voll Weltschmerz, wie es mir bei Kafka bisher immer erschien. Obwohl spannend und wunderschön mit Zeichnungen verziert, hinterlässt einen das Buch unzufrieden. Viel zu viele Fragen bleiben offen, Hintergründe ungeklärt. Vieles wird angedeutet, so dass es Fragen aufwirft, und dann wieder ignoriert, so dass das Buch alles in allem nicht abgeschlossen wirkt.

Graeme Simsion – Der Rosie-Effekt

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Buchdetails

  • Erscheinungsdatum: April 2016
  • Verlag: Fischer Taschenbuch
  • ISBN: 978-3-596-03185-6
  • Taschenbuch  448 Seiten
  • Sprache: Deutsch

Klappentext:

 

Oh Baby! Don Tillman, der unwahrscheinlichste romantische Held, den es je gab, hat seine Rosie gefunden. Aber mit dem Happy-End wird es erst richtig kompliziert. Don entdeckt die Liebe nach der Heirat. Und dabei erkennt er: In der Ehe steht die Vernunft nicht immer an erster Stelle.

Inhalt: 

Nachdem Rosie und Don sich im ersten Band lieben gelernt haben, sind sie nach New York gezogen. Während Rosie noch mitten im Studium steckt, stellt sie fest: Sie ist schwanger. Von da an läuft eigentlich gar nichts mehr gut und die Ehe fängt mehr und mehr an zu kriseln.

 

Charaktere: 

Don benimmt sich eigentlich wie schon in Band 1. Er geht logisch an die vor ihm liegende Aufgabe heran und versucht, die ‘Produktion’ von Bud (Baby-Urform-Design) so gut es geht zu unterstützen. Er ist weiterhin teils herrlich lustig und schafft es immer wieder, in völlig absurde Situationen zu gelangen. Und dennoch ist er der liebenswerte Held der Geschichte.

Rosie hingegen hat mich in diesem Band einfach nur genervt. Statt das Gespräch zu suchen, verschweigt sie all ihre Probleme, bis beide sich nicht mehr sicher sind, wie es noch weitergehen soll. Dabei kommt sie nicht einmal auf die Idee, dass sie damit im Alleingang ihr eigenes Leben zerstören könnte.

 

Fazit: 

 

Leider nicht ganz die gelungene Fortsetzung, die ich mir erhofft hatte. Während ich am Anfang noch oft dank Don laut lachen konnte, war ich im Lauf des Buches eigentlich nur noch verzweifelt. Warum greifen Autoren immer wieder auf das typische ‘Wir reden nicht mit einander’-Problem zurück? Darauf reagiere ich im wahren Leben schon allergisch. Das Ende kommt schließlich völlig überstürzt, und weiterhin, ohne die Probleme wirklich aufzuklären, die die beiden zwischen sich aufgebaut haben. Kein schlechtes Buch, aber doch etwas enttäuschend, nachdem der Vorgänger wirklich hervorragend war.

Lena Greiner, Carola Padtberg-Kruse – Nenne drei Nadelbäume: Tanne, Fichte, Oberkiefer. Die witzigsten Schülerantworten

Eine Freundin hat mir das Buch empfohlen, da ich bisher zwar ein Interesse für alles humorvoll schulbezogene hatte, aber mit Prüfungsantworten immer auf die Nase gefallen bin. Die bisherigen Bücher dazu waren eher unterirdisch.

Nenne drei Nadelbäume hingegen ist nicht schlecht. Nicht alles ist wirklich witzig und es wird recht viel drumherum geschrieben, was jetzt nicht immer interessant zu lesen ist, dafür werden aber manche falschen Antworten erklärt, so dass der Leser ebenfalls etwas lernen kann. Trotzdem hätte ich mir mehr erwartet. Mehr Witz, mehr Inhalt, einfach mehr.

Torsten Sträter – Als ich in meinem Alter war

Das dritte Buch von Torsten Sträter, der mittlerweile recht bekannt durch seine Auftritte bei Extra3 und Nuhr im Ersten ist.

Er schreibt selbst im Vorwort, dass jeder seine Texte im Internet ansehen könnte, in all den Sendungen, in denen er aufgetreten ist. Und im Gegensatz zu seinen vorigen beiden Werken stimmt das leider. Es war kaum ein Text darin, den ich nicht schon kannte. Das liegt unter anderem daran, dass eben die Beiträge für Extra 3 abgedruckt sind, aber auch, dass ich eben alle Satire- und Kabarettsendungen konsumiere, die ich finden kann. Für jemanden, der das nicht tut, mag das Buch wunderbar sein.

 

Für mich aber …
Ich war relativ schnell gelangweilt. Ich mag seine Art zu schreiben, natürlich. Ich lese ihn gern. Aber vieles davon hatte ich eben schon mehr als einmal gehört. Und die wenigen Dinge, die ich nicht kannte, Kolumnen für den Kicker und das, was er als abgelehntes und ‘völlig hirnverbranntes Zeug’ angehängt hat, war … qualitativ unter dem, was er sonst schreibt. Der Anfang seiner Zombiegeschichte hatte was, die Detektivstory hat mich einfach so gar nicht interessiert. Im Gegensatz zu den vorigen Büchern ist also wenig Mehrwert geboten. Da das aber partiell an meinen besonderen Fernsehgewohnheiten liegt, lautet meine Sterne-Wertung aber noch 3 Sterne.

Amaryllis26 – Lust auf FIKKEN?

Die Autorin hat teils unrealistische, und sich manchmal widersprechende Anforderungen und es wäre schöner gewesen, ihr Experiment (12 völlig verschiedene Frauen bei Datingportalen anzumelden, teils so Furchtbare, dass keiner sie haben wollen sollte) wirklich wissenschaftlich durchzuführen, aber nachdem ich das Buch in den ersten 50 Seiten schon wegschmeißen wollte, wurde es doch noch ganz interessant, lustig und ein wenig anregend sogar. Ich würde längst nicht alles unterschreiben, was die Autorin fordert, aber letztlich ist ihr Buch ein guter Rat für die, die Datingseiten probieren wollen, eine kleine, sonst nicht mögliche Erfahrung für die, die es nicht wollen, und ein Schubs für die, die unentschlossen sind.

Elisabeth Kabatek – Brezeltango

Band 2: (Pipe-)Line und Leon sind frisch verliebt, doch immer wieder stört etwas das junge Glück. Nicht nur Tarik, der türkische Kunstprofessor, auch Yvette, Leons Ex, stellen die Beziehung auf eine harte Probe. Und dann noch die ständige Suche nach einem Job, mit der Arbeitsagentur im Nacken.

In dem Band war ich von der Protagonistin ziemlich genervt, weil manch ein Chaos schon 100 Seiten im Voraus zu erahnen war und sie nur durch eigene Dummheit und vor allem Faulheit hinein geriet. Während ihre Art, manchmal keine Lust zu haben, im ersten Band noch charmant war, möchte man sie in Band 2 doch einfach nur an die Wand klatschen. Dennoch auch hier leicht zu lesen, nur macht keine der Hauptfiguren im Band einen wirklich guten Eindruck.

Gene Roddenberry – Star Trek: Der Film

Bisher hatte ich nur gehört, wie wichtig das Buch für alle ist, die Kirk/Spock als Paar propagieren, entsprechend war ich eher enttäuscht. Die Chemie zwischen Spock und Kirk war, mit Ausnahme von Spocks Gedanken beim Kolinahr, so gut wie gar nicht zu spüren und noch weniger vorhanden als im Film. Und generell finde ich den Film besser umgesetzt. Es gibt einige kleine, aber meiner Meinung nach störende Unterschiede in dem Teil der Handlung, die man auch im Film sehen kann. Dazu kommt noch einiges nebenher, wie Kirks Ex-Ehefrau, das einfach eher störend ist. Und auch, dass Roddenberry alle paar Seiten beschreiben muss, dass die Männer wegen Ilia ständig sexuell erregt sind, nervt eher. Dazu sind Beschreibungen der Technik drin, die selbst für mein sehr geringes physikalisches Verständnis unlogisch klingen und sich mit dem Rest des Star Trek-Universums einfach nicht vertragen.

Dennoch ist der Roman kurzweilig und empfehlenswert. Wer aber sein Herz zu sehr an die Charaktere gehängt hat, wird von Roddenberry ein wenig enttäuscht sein. Irgendwie schafft er es nicht, sie 1:1 so zu treffen, wie sie in Serie, Filmen und Romanen dargestellt sind. (Wobei sich die Frage stellt, ob dann nur die anderen Autoren nicht Roddenberrys Wünsche vollständig getroffen haben.) 

Es mag allerdings sein, dass lediglich die deutsche Übersetzung schlecht ist. Das werde ich prüfen und gegebenenfalls hier nachtragen. 

Bastian Bielendorfer – Lehrerkind

Dieses Buch hatte ich schon ein paar Wochen im Hinterkopf. Beim Durchzappen hab ich in irgendeiner Talkshow der Öffentlich-Rechtlichen kurz aufgeschnappt, dass es das gibt, und noch irgendein Zitat aus dem Buch auf dem Weg zum nächsten Sender mitgenommen und von da an hatte sich in meinem Kopf festgetackert: Das liest du, wenn du mal ein paar Tage frei und wirklich Zeit hast.

Also habe ich es mir gekauft und es hat mir geduldig beim Schreiben meiner Arbeiten für die Uni zugesehen. Dann hatte ich aber endlich mal einen Moment frei und hab gelesen.

 

Bastian, ein anfangs noch kleiner Junge, ist Sohn von zwei Lehrern. Zwei Lehrer, die an jeweils den Schulen unterrichteten, auf die er ging. Mutter in der Grundschule, Vater im Gymnasium – die Orientierungsstufe scheint auch im Ruhrpott deutlich vor Niedersachsen abgeschafft worden zu sein.

 

Nicht nur, dass er in der Schule damit der Feind ist – und dazu nicht einmal mit einem sonderlich hübschen Äußeren entschädigt wurde, wie er selber betont -, nein, auch zuhause ist das Leben durch den Beruf seiner Eltern eher gewöhnungsbedürftig. Vor allem, dass er auch zuhause Noten bekommt.

 

Was Bielendorfer über sein Leben von frühester Kindheit bis zum Entschluss, ein Buch zu schreiben, an Anekdoten erzählt, bringt einen oft zum Lachen und vieles kann man sich bildlich vorstellen, doch leider hat er ein Faible für alles, was mit Erbrechen, Stuhlgang oder Geschlechtsorganen zusammenhängt – vor allem in Vergleichen. Ich weiß nicht, ob das ein Syndrom ist, dass sämtliche Männer unserer Spezies befällt, wenn sie zwischen 12 und 32 sind, aber was die ersten paar Mal noch lustig erschien, ging mir ab der Mitte des Buches doch ziemlich auf die Nerven und hat teilweise Stellen, die wirklich interessant sein konnten, in Stellen, die nur mit einem Augenrollen quittiert wurden, verwandelt. Eine etwas gehobenere Sprache, nur ETWAS, wäre wünschenswert gewesen.

 

Fazit: Das Buch hat Höhen und Tiefen – und aus eigener Erfahrung mit Lehrern, ist zumindest die Kategorisierung bestimmter Lehrertypen nicht der Weisheit letzter Schluss. Vor allem nicht bei der für ihn seltenen Kategorie der Biolehrerinnen. Dennoch ist es insgesamt sehr gut und schnell zu lesen und ist dazu gemacht, einen zum Feind der Mitbusfahrer zu machen, weil man teilweise so laut lacht, dass man selbst deren durch den Bus dröhnenden MP3-Player übertönt und sie einen deshalb nicht ignorieren können. Lesenswert, wenn man kleine Schwächen ignoriert.