[Kurzrezension] Rainer Dresen, Anna Nina Schmid – Kein Alkohol für Fische unter 16

Bildergebnis für kein alkohol für fische unter 16Eine dieser vielen Sammlungen bizarrer Urteile, Klagen, Gesetze (und Gesetzesnamen). Die gibt es zwar mittlerweile wie Sand am Meer, aber tatsächlich haben sich die Autoren Mühe gegeben, keine aufzugreifen, die in anderen (oder zumindest den mir bisher bekannten) Sammlungen dieser Art auftauchen. Dennoch wirken viele Urteile und Klagen fast schon normal und alltäglich. Das Buch ist zwar nicht langweilig und hat zum Glück keine dieser betont albernen Einführungen zu den jeweiligen Beispielen, oder entsprechende Kommentare, aber wirklich fesseln oder stark zum Lachen bringen, konnte es mich auch nicht.

Ilona Schmidt – Flauschangriff

Buchdetails

  • Erscheinungsdatum: Oktober 2014
  • Verlag: Piper
  • ISBN: 978-3-492-30447-4
  • Taschenbuch  304 Seiten
  • Sprache: Deutsch

 

Klappentext: 

Lady hatte keinen einfachen Start ins Hundeleben, doch bei Jennifer findet sie alles, wovon sie immer geträumt hat: eine Familie, eine Heimat und ein Leben ohne Gitterstäbe. Doch dann muss ihr Frauchen sie schweren Herzens abgeben, und Lady setzt Himmel und Hölle in Bewegung, um wieder nach Hause zurückzukehren …

Inhalt: 

Lady ist ein Produkt von Zucht, die gegen jedes Gesetz verstößt und weil sie – spätestens nach einem Tritt ihres Züchters – mit deformiertem Kiefer kein Geld mehr wert ist, soll sie im Müllsack in der Tonne spätestens bei der Abholung elendig sterben. Zum Glück holt sie die angehende Tierärztin Jennifer dort raus und päppelt sie auf. Jennifer schließt die kleine Hündin ins Herz und nimmt sie mit zu sich nach hause. Doch dort lebt schon Katze Minnie, die nicht nur alles tut, um die Konkurrenz um Frauchens Liebe wieder loszuwerden, sondern auch noch das eine, einzige Tier darstellt, dass der Vermieter genehmigt. Also wird Jennifer vor die Wahl gestellt: Entweder kommt der Hund weg oder sie fliegt aus der Wohnung. Zum Glück bietet sich da Musiker Manni an, dessen Hund Plato Frauchen schon aus der Tierklinik kennt. Doch wie kommt es, dass ein Mann, der ruhige Musik mag und Menschenmengen hasst, Drummer in einer Hardrockband ist, auf die er nicht einmal Lust zu haben scheint? Manchmal wäre es eben doch besser, wenn nicht nur Hunde den Menschen, sondern umgekehrt auch Menschen die Hunde verstehen könnten.

 

Aufbau:

Viele, teils sehr kurze Kapitel, die sich problemlos auch zwischendurch lesen lassen. Die Sprache ist so leicht, dass das Buch schnell gelesen ist.

 

Charaktere: 

Geschrieben ist der Roman aus der Sicht von Lady, und wirkt damit oft sehr naiv. Nicht nur, dass Hunde menschliches Verhalten nicht vollends nachvollziehen können, als junge Hündin, die noch nichts von der Welt kennt, wirkt Lady oftmals einfach ziemlich dumm – wird deswegen aber auch von ihren tierischen Zeitgenossen aufgezogen.

Die Vermenschlichung eines Tiers wirkt dabei hier ein wenig albern. Oft weiß sie plötzlich Dinge oder Worte, ohne dass man ihr die an der Stelle schon beigebracht hätte, und dann wiederum stellt sie sich bei den einfachsten Dingen an, als hätte sie noch nie auch nur einen eigenen Gedanken gedacht.  So wird man mit ihr lange Zeit nicht warm, aber ihre Loyalität und ihr Mut ringen einem letztendlich doch etwas Respekt ab.

 

Fazit: 

Nicht gerade das beste Buch, das ich je gelesen habe, aber für zwischendurch war es ganz nett. Enttäuscht hat mich hierbei die Covergestaltung – denn das süße, weiße Fellknäuel existiert in der Geschichte nicht. Lady ist vielmehr ein blonder Cocker-Spaniel. Andererseits war es angenehm, mal einen behinderten Protagonisten zu haben, auch wenn es ‘nur’ eine Hündin ist und diese nur eine Schnauzenverformung hat. So lag das Buch letztlich im guten Mittelfeld der Unterhaltung,

 

[Kurzrezension] Ranga Yogeshwar – Ach so!

Ach so! Warum der Apfel vom Baum fällt und weitere Rätsel des... by Ranga YogeshwarAuch das zweite Werk kann mich nicht wieder in die kindliche Neugier versetzen, die ich  jedes Mal verspürte, wenn früher das Intro von Quarks&Co. lief. Die Themenauswahl ist hier spannender, die kurze Seitenzahl pro Frage oft besser genutzt und an Herrn Yogeshwar ist, traut man seinen Illustrationen, ein Künstler verloren gegangen. Aber dennoch saß ich oft am Ende eines Kapitels da und dachte: “Das kann doch jetzt nicht alles gewesen sein.” Teilweise stellte ich meine weiterführenden Fragen Freunden, die sich etwas mit der jeweiligen Materie auskennen, teilweise blieben sie völlig unbeantwortet.

Was letztlich aber dafür gesorgt hat, dass ich das Buch nicht so gut bewerten kann, wie ich es eigentlich anfangs vorhatte, sind die letzten Kapitel, die eigentlich nicht in ein solches Werk passen. Statt ‘Ranga Yogeshwar erklärt uns die Welt’ heißt es hier ‘Ranga Yogeshwar will vielleicht Denkanstöße setzen, drückt uns aber seine Meinung auf’. Das darf er gerne machen, aber nicht in einem Buch, indem er uns die Rätsel des Alltags erklärt, weil manch ein Leser mit Sicherheit nicht intelligent genug ist, zu begreifen, dass hier in den letzten Kapiteln kein Wissen beschrieben wird, sondern nur eine Meinung. Nichts, das Anspruch auf Absolutismus erheben kann.

[Kurzrezension]Cecelia Ahern – Vermiss mein nicht

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Buchdetails

  • Erscheinungsdatum: 2007
  • Verlag: Argon Hörbuch
  • ISBN: 9783866102248
  • Hörbuch  7 Stunden
  • Sprache: Deutsch

 

Inhalt: 

Als sie zehn Jahre alt war, bekam Sandy Shortt mit, wie ihre Klassenkameradin verschwand. Seit dem widmet sie sich dem Wiederfinden verschwundener Dinge. Erst sucht sie obsessiv verlorene Socken, dann geht sie zur Polizei und schließlich eröffnet sie lieber eine Agentur für Personensuche.
Gerade als sie sich mit Jack treffen will, dessen Bruder sie suchen soll, verschwindet Sandy aber selbst. Und landet unter lauter verschwundenen Dingen und Personen.

 

Aufbau:

Als Hörbuch nicht so einfach zu verfolgen. Kapitel aus Sandys Perspektive in der Vergangenheit, wechseln sich mit denen aus der Gegenwart und denen aus Jacks Perspektive ab und während es für die beiden Protagonisten zwei Sprecher gibt, kriegt man die Zeitsprünge doch nicht immer sofort mit. Als Hörbuch damit nicht ganz optimal geeignet.

 

 

Fazit: 

Hier schreibt Ahern wieder, wie ich es bei ihr immer etwas störend finde. Die Idee ist nicht richtig gut ausgearbeitet und zum Schluss hat man mehr offene Fragen als vorher. Für sie mag das Buch abgeschlossen sein, aber das gilt nur für die Protagonisten, nicht für das Setting an sich. Das große Ganze verliert sie bei dem Versuch aus den Augen, die Lebensgeschichte ihrer Hauptfiguren zu einem akzeptablen Ende zu führen, aber bei mir hinterlässt das eher Unzufriedenheit und das Gefühl, dass das Buch noch nicht fertig ist.

 

F. E. Higgins – Das Gift der Schmetterlinge (Tales from the Sinister City #3)

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Buchdetails

  • Erscheinungsdatum: April 2012
  • Verlag: Oetinger Taschenbuch
  • ISBN: 978-3-8415-0162-2
  • Taschenbuch  288 Seiten
  • Sprache: Deutsch

Klappentext: 

Unwiderstehlich gruselig

Sind die Gemälde wirklich mit Blut gemalt? Und wer ist der geheimnisvolle Gefangene im Turm? Auf dem Schloss der eiskalten Lady Mandible geschehen merkwürdige Dinge. Dabei ist Hector nur aus einem einzigen Grund hier: um sich an Baron Bovrik zu rächen, der seinen Vater auf dem Gewissen hat. In der Nacht des Mittwinterfestes soll es geschehen und Hector weiß auch schon wie. Doch als er merkt, wohin er geraten ist, überschlagen sich die Ereignisse.

 

Inhalt: 

Hectors Vater ist ein Weinhändler, der jedoch ein dunkles Geheimnis hat. Als er damit erpresst wird und es trotzdem noch an die Öffentlichkeit gerät, ist er ruiniert und sein Herz gibt auf. Hector gerät daraufhin in ein Waisenhaus, und schwört bittere Rache. Als er den Mann, der seinen Vater verraten hat, wiedersieht, ergibt sich eine Gelegenheit, in dessen Nähe zu kommen und Pläne zu schmieden. Dass er dabei aber an einen Ort gerät, an dem sich noch viel schlimmere Dinge abspielen, hatte er nicht geahnt.

 

 

Charaktere: 

Die Wandlung des vorher fast vom Luxus verwöhnten Hectors in einen mit allen Wassern gewaschenen und nach Rache sinnenden Straßenjungen geht sehr glaubhaft von statten und auch, wenn er selbst sagt, er würde sich nicht mehr wieder erkennen, ist seine Charakterentwicklung doch sehr konsequent und durchdacht.

Antagonist Bovrik hingegen ist etwas sehr oberflächlich gehalten. Er geht über Leichen, nur um sich bessere Glasaugen und schönere Kleider anfertigen zu lassen und auch die kurzen Einblicke in seine Kindheit reichen nicht aus, um zu erklären, wie ein Charakter so ins Skrupellose abrutschen konnte. Er wirkt entweder nicht richtig zu Ende gedacht, oder aber es fehlen weitere Hintergrundinformationen, um seinen Werdegang besser zu verstehen.

Die Nebencharaktere sind dabei psychologisch gesehen noch interessanter, werden aber leider nur oberflächlich angekratzt. Da hätte ich mir etwas mehr Tiefgang gewünscht.

 

Fazit: 

In der Mitte fand ich das Buch fast schon langweilig, aber gegen Ende hin hat es sich doch zu einem spannenden Werk gemausert. Darüber hinaus verbindet es Handlungsstränge und Charaktere aus den ersten beiden Bänden, ist aber dennoch eine in sich geschlossene Geschichte.

Dennoch muss ich einen Stern abziehen, weil es unterhaltsam, aber nicht durchweg gut oder spannend geschrieben ist. Ein zweiter Stern fällt der schlechten Recherche anheim. Denn der gesamte Charakter Bovriks baut auf einen Fehler auf: Glasaugen sind nicht rund! Ich muss es wissen, ich habe selbst eines. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass es auch nicht möglich ist, dort Juwelen einzufassen. Einfach, weil das sofort zu Reibungen und damit später Entzündungen am Lid führen würde. Und wenn man sich nur ein wenig mit der Thematik befasst hätte, hätte man das gewusst und sich eine andere Behinderung für ihn ausgedacht, die glaubwürdiger gewesen wäre, ohne die Geschichte zu verändern.

 

[Kurzrezension] Sören Sieg, Axel Krohn – “Ich hab dich rein optisch nicht verstanden”

Buchdetails

  • Erscheinungsdatum: Dezember 2014
  • Verlag: Ullstein Taschenbuch
  • ISBN: 978-3-548-37539-7
  • Taschenbuch 208 Seiten
  • Sprache: Deutsch

Klappentext: 

In Deutschland wird jede Menge Stuss geredet. Streitgespräche auf offener Straße, Missverständnisse an der Käsetheke, pseudointellektuelle Philosophievorträge im Café … Mal skuril und verquer, mal einfach witzig, mitunter überraschend tiefsinnig – so lesen sich die Dialoge aus Deutschlands Alltag, die Sören Sieg und Axel Krohn mitgehört und aufgeschrieben haben.

Aufbau:

In 14 Kapiteln plus Selbsttest werden Dialoge, die in Deutschland mitgehört (oder erfunden?) wurden, in verschiedene Charaktertypen eingeteilt. Dabei wird jedes Kapitel erst von etwa drei Seiten Beschreibung der Typen eingeleitet. Hinzu kommen Beschreibungen des Settings, in dem sich der jeweilige Dialog abspielt.

 

Fazit: 

Viele der Dialoge sind tatsächlich sehr unterhaltsam. Das Buch ist jetzt kein Feuerwerk an Humor und teilweise sind die Einleitungen der Kapitel recht dröge, aber alles in allem habe ich die Lektüre genossen.

 

Tobias Geigenmüller – Ihr Schokohase hatte keine Eier

Buchdetails

  • Erscheinungsdatum: April 2015
  • Verlag: Piper Verlag
  • ISBN: 978-3-492-30589-1
  • Taschenbuch  272 Seiten
  • Sprache: Deutsch

Klappentext: 

Die Beschwerdebriefe von Tobias Geigenmüller sind durchweg frei erfunden: dummdreist, weltfremd und vollkommen an den Haaren herbeigezogen. Sie richten sich an die unterschiedlichsten Unternehmen, Behörden und Institutionen – und provozieren erstaunlich ernsthafte und garantiert echte Antworten.

Aufbau:

Es ist jeweils ein Beschwerdebrief abgedruckt, gefolgt von sämtlichen eingegangenen Antworten sowie Fotos möglicher Beilagen an die Antwort. Komplettiert wird das von einem kurzen Kommentar, der meist allerdings noch im Charakter des sich Beschwerenden gehalten ist.

 

Fazit: 

Haben mir viele Nonfictions in den letzten Monaten eher den letzten Glauben an den Menschen genommen, so hat dieses Buch – wenn auch nur die Antwortseite – sein Möglichstes getan, ihn wiederherzustellen. Obwohl wir uns immer über eine Servicewüste beklagen, so haben sich doch viele Angestellte im Kundendienst hingesetzt um teils wirklich Kunstwerke an Antwortbriefen zu erstellen. Mal humorvoll, wie die Antwort auf die Frage, ob ein Schädlingsbekämpfungsunternehmen auch etwas fortschaffen kann, was sich ‘Ehefrau nennt’, mal mit unglaublicher Recherchearbeit, wie die Antwort einer Videothek auf die Beschwerde, der Herr der Ringe sei unrealistisch und nicht auf wahren Begebenheiten basierend.

Während die Beschwerden und Anfragen auf Dauer langweilig werden, sind die Antworten in vielen Fällen wirklich hervorragend und man möge bitte die Bewertung nicht falsch verstehen. Das Buch ist seinen Preis durchaus wert, lediglich die Tatsache, dass die Kommentare noch im Charakter geschrieben sind und selten auf die wirklich guten Antworten ernsthaft eingehen, sowie der schleichende Überdruss gegenüber den Briefen, die Herr Geigenmüller selbst verfasst hat, bewirken den Abzug.

Walter Moers – Adolf: Der Bonker

 

Das war noch eine meiner ‘Krank im Bett’-Lektüren, daher entschuldigt bitte das furchtbare Foto.

Buchdetails

  • Erscheinungsdatum: Februar 2008
  • Verlag: Piper
  • ISBN: 978-3-492-25102-0
  • Taschenbuch 84 Seiten
  • Sprache: Deutsch

Klappentext: 

Berlin, 30. April 1945. Die Welt brennt, Deutschland liegt in Schutt und Asche, und Japan geht es auch nicht mehr so gut. Nur einer lässt sich nicht unterkriegen – im Führerbunker brennt noch Licht … Eine Adolf-Tragikomödie in drei Akten – die letzten Stunden im Bonker, wie sie wirklich waren. Ob Prince oder Michael Jackson, Gandhi oder Mussolini, Hermann Göring oder Eva Braun, der Tod oder Gott – sie alle kommen, um Adolf noch einmal so richtig auf die Nerven zu gehen.

Inhalt: 

Einen wirklichen Inhalt gibt es nicht. Adolf bekommt hier lediglich in seinem Bunker immer wieder Besuch, der ihn meist nervt.

 

Aufbau:

Aufgebaut wie ein Theaterstück, mit einigen Illustrationen und Pappfiguren zum Ausschneiden, damit man es nachspielen könnte, würde man das wollen.

 

Charaktere: 

Weit charakterisiert wurden die Charaktere nicht, sind sie doch Gestalten der Weltgeschichte. Aber dennoch wirken sie oft etwas out of character, vor allem, wenn sich hinterher herausstellt, dass sie nur Tarnung für eine andere Figur der Geschichte waren.

 

Fazit: 

Ich möchte es hassen, denn ‘Wir machen uns über Hitler lustig’ ist nicht mein Humor. Den Teufel kann man in meinen Augen immer noch leichter verspotten, als dieses größenwahnsinnige Schreckgespenst, das uns Deutschen immer noch in den Knochen sitzt und bis heute unseren Umgang mit unserer eigenen Geschichte bestimmt. Sich über einen Massenmörder zu amüsieren, geht extrem gegen meinen Charakter.

Und dennoch kann ich das Stück nicht hassen. Ich finde es nicht unbedingt gut, fühlte mich nicht gut unterhalten, aber es war überraschend akzeptabel für die Thematik. Abstrus, albern, nicht mein bevorzugter Zeichenstil bei den Illustrationen, und doch irgendwie okay.

 

Haruki Murakami – Die unheimliche Bibliothek

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Buchdetails

  • Erscheinungsdatum: 29. November 2013
  • Verlag: DuMont Buchverlag
  • ISBN: 978-3832197179
  • Hardcover  64 Seiten
  • Sprache: Deutsch

Beschreibung: 

Eigentlich will der Junge nur zwei Bücher zurückgeben und noch ein wenig stöbern. Aber statt in den Lesesaal führt ihn der merkwürdig cholerische alte Bibliothekar in ein Labyrinth unter der Bücherei, wo er ihn einkerkert. Statt Wasser und Brot gibt es in diesem Verlies Tee und köstliche Donuts, serviert von einem mysteriösen Schafsmann und einem stummen Mädchen, das sprechen kann und wunderschön ist. Doch das ändert nichts daran, dass der Junge als Gefangener der Bibliothek um sein Leben fürchten muss, während die Grenzen zwischen Dingen, Menschen und Orten immer weiter verschwimmen.
›Die unheimliche Bibliothek‹ ist ein kafkaesker Alptraum und zugleich eine einfühlsame Geschichte von Verlust und Einsamkeit. Murakami schachtelt die Ebenen dieser kunstvollen Erzählung ineinander wie die Welten, die sich in der Bibliothek zu berühren scheinen, und Kat Menschiks schwindelerregend schöne Illustrationen ergänzen sie um weitere Abgründe. Ein Juwel.

 

Charaktere: 

Viel erfährt man von den Charakteren nicht. Der Junge liest gern. Selbst, wenn ihn etwas nicht besonders interessiert, wann immer ihm sich eine Frage stellt, geht er in die Bibliothek, um sie zu recherchieren.

Das stumme Mädchen, kann sich dennoch mitteilen und birgt eine Besonderheit in sich, die sich erst zum Ende der Geschichte hin offenbart, der Schafsmann ist freundlich, backt gern, ist aber eher feige und der Bibliothekar saugt Lesenden das Hirn heraus. Hintergründe erfährt man auf den wenigen Seiten nicht.

 

Fazit: 

Kafkaesk würde ich es nicht nennen, zumindest erschien mir Kafka bisher immer logischer, in sich geschlossener, und gleichzeitig dennoch düsterer.

Murakami schreibt hier düster, keine Frage, aber eher verstörend, nicht voll Weltschmerz, wie es mir bei Kafka bisher immer erschien. Obwohl spannend und wunderschön mit Zeichnungen verziert, hinterlässt einen das Buch unzufrieden. Viel zu viele Fragen bleiben offen, Hintergründe ungeklärt. Vieles wird angedeutet, so dass es Fragen aufwirft, und dann wieder ignoriert, so dass das Buch alles in allem nicht abgeschlossen wirkt.