Dan Ariely – Denken hilft zwar, nützt aber nichts

Dieses Buch habe ich eigentlich zunächst nur deshalb gekauft, weil der Titel irgendwie spannend war, allerdings habe ich nicht viel erwartet – es war ein Vorschlag von meinem BWL-Prof, den er in der Vorlesung gemacht hat. Wenn Profs in Vorlesungen Bücher vorschlagen, heißt das normalerweise, dass sie bei Einschlafproblemen besser wirken, als jede Schlaftablette.

 

Doch hier weit gefehlt. Obwohl eigentlich wissenschaftlich – es werden viele Studien vorgestellt -, schafft Ariely es, die Menschheit mit viel Humor und netten Anekdoten zu analysieren und festzustellen, dass wir ganz schön unlogische Wesen sind. Klar, das wussten wir alle schon vorher, erleben wir uns doch jeden Tag selbst, aber vieles von dem, was er anmerkte, war zumindest mir selbst noch nicht bewusst. Jedenfalls ist das Buch ungeheuer lesenswert, witzig, gleichzeitig bildend – und es zeigt einem auf, dass wissenschaftliche Arbeit tatsächlich Spaß machen kann. ( Ich will mit Ariely arbeiten! Dringend! )

 

Einziger Teil, der ein wenig hakte, war der Anhang zur Wirtschaftskrise von 2008(und folgend). Obwohl aufschlussreich und verständlich, war der Stoff hier doch ein wenig trocken. Aber am Ende war man auch hier froh, es nicht beiseite gelegt zu haben, weil auch hier neue Erkenntnisse warteten – wenn auch leider keine lustigen Geschichten mehr dazu. Aber bei dem Thema ist wohl auch nichts lustig.

 

Fazit jedenfalls: Lesenswert und trotz wissenschaflichem Hintergrund eher zu lesen wie Kurzgeschichten.

Tommy Krappweis – Das Vorzelt zur Hölle

Nachdem ich schon bei einer kurzen Testlesung dabei sein konnte, vor einem Jahr, kannte ich einen Teil davon schon. Und auch von Videos, die vor der Veröffentlichung gepostet wurden, kannte ich ein paar Ausschnitte, doch das ganze noch mal nachlesen zu können? Doch ich greife vorweg, also ganz zum Anfang.

 

Das Vorzelt zur Hölle ist Tommys Verarbeitung seiner Kindheit – mit der anderen Sicht von seinem Vater gleich dazu. Was war denn so schlimm daran? Nun, er wollte seine Ruhe, Entspannung, einfach Urlaub, und seine Eltern? Campen. So richtig. In Gegenden, wo kein normaler Mensch sich überhaupt hinwagen würde. Und selbst da wurde er nicht in Ruhe gelassen, sondern durfte im Boot kentern, die Tierwelt kennen lernen – nicht auf die gute Art – und zunächst einmal tagelang anreisen, durch ‚Egal, es ist überall heiß und scheiße‘-Land.

 

Klingt wie hemmungsloses Meckern, einfaches auskotzen und natürlich maßloses Übertreiben, aber von wegen. Zum einen kann Tommy sich so auskotzen, dass es für Leute, die das NICHT ertragen mussten, sehr amüsant ist, und zum anderen merkt man bei den Erzählungen seines Vaters: Das ist höchstens untertrieben.

 

Sehr skurrile Geschichten, bei denen man froh ist, dass man nicht dabei ist, über die man sich zuhause auf dem Sofa aber köstlich amüsieren kann, das alles bietet das Vorzelt zur Hölle. Und am Ende hat man sogar etwas Fernweh. Aber zumindest in meinem Fall auf die Erkundung der Landschaften mit Rückzugsmöglichkeit in ein Hotelbett, dass von einer Klimaanlage kühl umweht wird.

 

Fazit jedenfalls: Unbedingt lesen. DRINGEND!