Was ich in 7 Monaten #Bookopoly gelernt habe

 

Bookopoly, so heißt die … nennen wir sie mal Challenge, die ich über Kerstin und Janna Ende letzten Jahres gefunden habe. Hierbei baut man sich selbst auf Grundlage eines Monopoly-Brettes ein eigenes Spielbrett mit eigenen Aufgaben, die entweder zum eigenen SUB passen, oder zu dem, was man sich fürs Lesen vornimmt. Wenn man den eigenen Horizont also erweitern will, mit allen möglichen Genres/Tropes/Wasauchimmer, wenn nicht, dann nur mit dem, was man auch wirklich liest. Nach etwas über einem halben Jahr bin ich dabei jetzt aber an einem Punkt, an dem ich schon das erste Resümee ziehen möchte.

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Liza Grimm – Die Götter von Asgard

Die Götter von AsgardBuchdetails

  • Erinnert an: Neil Gaimans Nordische Mythologie (weil es einige der Geschichten der nordischen Mythologie hier leicht angerissen werden), vielleicht auch ein bisschen Tommy Krappweis’ Mara und der Feuerbringer, weil in beiden Werken eine Heldin aus unserer Zeit, nordische Götter und Ragnarök vorkommen. Die Art und Weise, die die Heldinnen da hineinpassen, ist bei beiden Werken aber völlig unterschiedlich.
  • Genre: Fantasy, vom Stil und Inhalt her auch Young Adult, allerdings soll die Heldin 23 sein
  • Erscheinungsdatum: 2018
  • Verlag: Knaur
  • ISBN: 9783426522523
  • Taschenbuch 302 Seiten
  • Sprache: Deutsch
  • Triggerwarnungen: Alkoholmissbrauch, auf der Meta-Ebene auch Ableismus
  • Positiv anzumerken: Eventuell bisexuelle Charaktere(?), es wird nicht direkt gelabelt, erscheint aber so

 

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Behinderung in Literatur – was ich gerne noch lesen würde

Lange habe ich überlegt, was ich zum Disability Pride Month schreiben kann, was einerseits mit Büchern zu tun hat und andererseits nicht nur ein Wiederkäuen von älteren Inhalten ist.

Also heiße ich euch jetzt willkommen zu einem Beitrag dazu, was ich gern über Behinderung noch in Fiktion, also Romanen, lesen möchte.

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Catherine Ryan Hyde – Als ich dich fand

Als ich dich fandBuchdetails

  • Erinnert an: // Vielleicht partiell an Million Dollar Baby
  • Genre: Schicksalsroman
  • Erscheinungsdatum: 2009
  • Verlag: Tinte & Feder (was ein Imprint von Amazon Publishing ist)
  • ASIN: B00THIPIY4
  • Ebook 401 Seiten
  • Sprache: Deutsch
  • Triggerwarnungen: Vernachlässigung von Kindern, versuchter Kindsmord, häusliche Gewalt, Körperflüssigkeiten, Hirnverletzung, Krebs, Tod

 

Klappentext: 

Als Nathan McCann ein halbvergrabenes Baby im Wald findet, geht er davon aus, dass es tot ist. Doch dann bewegt es sich, und in einem einzigen kurzen Moment ändert sich Nathans Leben für immer.

Der kleine Junge wird zu seiner Großmutter geschickt, um bei ihr aufzuwachsen, aber Nathan kann ihn nicht vergessen, und er stattet der alten Frau einen Besuch ab. Er bittet um ein einfaches Versprechen: dass sie Nathan irgendwann dem Jungen vorstellen und ihm erzählen wird, dass er der Mann ist, der ihn im Wald gefunden hat.

Die Jahre vergehen, und Nathan nimmt an, dass die alte Dame ihr Versprechen vergessen hat, bis eines Tages ein wütender, schwieriger Junge mit einem Koffer in der Hand vor seiner Haustür steht …

Achtung, diese Rezension wird Spoiler beinhalten, zu so ziemlich dem gesamten Inhalt, weil dies nötig ist, um meine Meinung zu begründen

Inhalt: 

Anders als Klappentext und Bild vermuten, nimmt Nathan McCann nicht etwa ein kleines Kind auf. Als Nat Bates zu ihm kommt, haben wir schon gelesen, wie aus einem freundlichen und sensiblen Jungen ein jugendlicher Straftäter wird, der nur noch tiefer fallen muss. Und dennoch fühlt sich Nathan mit dem Jungen verbunden, dessen Leben er einst gerettet hat. Koste es, was es wolle, aber er wird an der Seite von Nat stehen und ihm helfen, seinen Weg zu finden. Dass sie dabei deutlich mehr Tiefen als Höhen haben werden, sieht allerdings auch er nicht voraus.

 

Charaktere: 

Ganz ehrlich? Die Charaktere zeichnen sich eigentlich alle einfach nur dadurch aus, absolut unfähig zur Kommunikation zu sein. Die ganze Geschichte hätte man im Keim ersticken können, hätten Nat und seine Großmutter nur mal vernünftig mit einander reden können. Und würde das heute spielen, würde das so auch gar nicht mehr gehen, weil er dank Internet längst seine ganze Geschichte gewusst hätte. Leider spielt das Buch aber von 1960 an.

Aber gut, was noch auffällt, ist, dass die Frauenfiguren hier so ziemlich alle nur Zierde sind. Gut, die Großmutter von Nat ist für ein Drittel des Buches halbwegs präsent, aber man lernt sie nie wirklich kennen und ihr Job ist eigentlich nur Plot Device für den weiteren Weg ihres Enkels zu sein.

Nathans erste Ehefrau wiederum fällt nur dadurch auf, dass sie ihren Mann runterputzt und dann tot ist. Seine zweite Ehefrau ist nur die Köchin, die ihn versorgt, obwohl sie vor der Ehe ein eigenes Leben zu haben schien. Wo ist das hin? Glücklich scheint sie damit aber auch nicht zu sein. Das wird nie angesprochen, aber sie benimmt sich von Anfang an wie ein Störfaktor im Haus und drückt die Stimmung. Und Carol, Nats spätere Liebe, ist auch nur dazu da, ihm einen Grund zum Leben zu geben und ihn zu bekochen. Wirklich jetzt? Sollte man von einer Autorin nicht irgendwie erwarten, dass auch nur EINE Frauenfigur sich durch mehr definiert als durch die Beziehung zu einem Mann?

Womit wir zu Nathan kommen, der der große Moralapostel ist. Er ist sanft, gutmütig, redet nicht viel, ist nicht wirklich naiv, mischt sich aber auch nicht groß in das Leben seines Schützlings ein, außer, um ihm immer wieder zu zeigen, dass er ihn bedingungslos liebt. Das ist schön gedacht, aber leider nicht ganz elegant umgesetzt, denn es wird nie kritisiert, dass die Geschichte deutlich besser laufen könnte, wenn er nur nicht so verdammt harmoniesüchtig wäre, oder mal ehrlich seine Meinung sagen würde. Aber nein, er lebt nach der Devise, dass jeder seine Fehler komplett selbst machen muss, ohne, dass an wenigstens einen kleinen Rat gibt, der dann ja immer noch ignoriert werden könnte.
Leider macht das Nathan nicht zu dem Vorbild, das er im Buch sein soll. Er ist kein unsympathischer Charakter, das nicht. Aber er bringt einen oft genug zur Verzweiflung. Und, dass er immer wieder als ein ach so besonders toller Mensch herausgestellt wird, steht dann eben doch im krassen Gegensatz zu dem, wie zumindest ich ihn wahrgenommen habe.

Meinung:

Der Schreibstil ist klasse. Wunderbar minimalistisch. Kaum unnötige Beschreibungen. Und während leider nicht groß erklärt wird, welche Gedankengänge und Emotionen hinter den Handlungen und Worten der Charaktere stehen, versucht das Buch gleichzeitig auch nicht, den Lesenden Emotionen aufzuzwingen, indem es ständig Show einsetzt. Nein, es wird nüchtern erzählt, was, finde ich, viel eher geeignet ist, echte Emotionen auszulösen – weil Lesende so rein anhand der Fakten entscheiden können, was sie fühlen. Ein viel mächtigeres Werkzeug, als jede Gefühlsregung mühsam zu diktieren, die man als Autor*in selbst für passend hält – die das manchmal aber gar nicht ist.

Leider war es das schon mit dem Positiven. Denn auch inhaltlich zeichnet sich das Buch durch Auslassungen aus. Wie aus dem kleinen, sensiblen Nat, für den es schon zu aufregend ist, ein Vogelbaby zu finden und gleichzeitig morgen den ersten Kindergartentag zu haben, ein aggressiver, verschlossener Junge wird, erfahren wir nicht wirklich. Sein ganzer Werdegang ist durch Unlogik geprägt. Und keiner nimmt ihn mal zur Seite, um ihn darauf hinzuweisen, oder ihm die Mittel zur Hand zu geben, sich selbst zu reflektieren. Naja, doch, Nathan macht es später. Aber leider immer nur in den unwichtigsten Momenten. Und viele Jahre zu spät.

In Rezensionen bei Goodreads wird auch noch kritisiert, dass PoC hier stereotypisiert dargestellt werden. Aber um das selbst bewerten zu können, hab ich zu wenig von ihnen gesehen. Zwei sind mir aufgefallen. Beides gute Boxer, einer mit einer tragischen Familiengeschichte. Aber in der deutschen Übersetzung wird der kritisierte Sprachstil nicht rübergebracht, sondern sie sprechen, wie jeder andere Charakter auch, so, dass ich nichts hatte, was mir übel aufstieß. Nur waren es schlicht sehr wenige PoC und sie fielen nicht wirklich durch irgendwas auf. Sie waren schlicht Zierde, wie so vieles Andere im Buch.

Der Hauptteil des Buches wird aber durchs Boxen bestimmt. Eigentlich ist dies hier die Geschichte, wie ein Junge Profiboxer werden wollte, aus welchen Gründen er scheiterte und wie er schließlich damit umging. Davon steht nur leider kein Wort im Klappentext, sonst hätte ich das Buch sicher nie gekauft. Boxen interessiert mich nämlich leider null. Womit wir zum Hauptkritikpunkt kommen: Das Buch bietet absolut nicht das, was der Klappentext und das Cover versprechen. Keine herzzerreißend kitschige Geschichte, wie ein mittelalter Mann einen kleinen Jungen bei sich aufnimmt, nur, weil er dem Zwerg einst das Leben gerettet hat und dabei merkte, dass ihm was an dem Jungen liegt. In Wirklichkeit nimmt er nicht einmal einen Teenager auf. Also doch, für zwei Tage, dann wandert der Junge für mehrere Jahre in den Knast und ist erwachsen, als er wieder rauskommt.

Und das ist jetzt kein Versehen des deutschen Verlags, dass Cover und Klappentext so irreführend sind. Im englischen Original sieht es genauso aus, ebenso international. Überall sind bewusst kleine Jungs irgendwo zwischen sechs und zehn gewählt, um auf dem Cover Leser*innen herzerwärmende Geschichten zu versprechen. Sprich: Wer dieses Buch nur anhand von Cover und Klappentext kauft, kriegt etwas völlig Anderes, als versprochen wird. Wenn einen Boxen interessiert, kann das eine schöne Überraschung sein. Für mich aber war es eine Enttäuschung und mich hat nur der gute Schreibstil durchhalten lassen.

Nur bin ich mir immer noch nicht sicher, ob ich nicht doch bedauere, das Buch nicht an einem der vielen Male abgebrochen zu haben, als ich genau das tun wollte.

 

Fazit: 

Will eine große Schicksalsgeschichte darüber sein, wie man ein guter Mensch ist, wird dann aber doch zu einer Boxgeschichte mit blassen Frauenfiguren und nur Kommunikationsschwierigkeiten als Grund für ALLES, was schief läuft. Dennoch angenehmer Stil.

 

Meinungen anderer Blogger: 

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[TAG] 2020 Mid Year Book Freak Out

Lediglich eine helle Blase mit dem Titel vor dem Hintergrund eines halb aufgeschlagenen Buches. Nur Zierde.

Da habe ich doch beim Juni-Rückblick glatt die Halbjahresstatistiken vergessen? Und ich gebe zu, mir fiel das gestern schon um 15 Uhr nachmittags auf und ich war nur zu faul, sie noch zu ändern? Wie gut, dass ich bei Cait von Paper Fury wieder den Mid Year Book Freak Out gefunden habe – und der mir ermöglicht, die einfach im Rahmen eines Tags nachzureichen.

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[Kurzrezension] Una McCormack – Die letzte und einzige Hoffnung (Picard #1)

Die letzte und einzige Hoffnung (Star Trek: Picard #1)Una McCormack | CrossCult Verlag | 2020 

 

!Spoiler für Star Trek (2009) und Star Trek Picard, sowie natürlich dieses Buch!

McCormack hat hier ihren Job so gut wie möglich erledigt – aber mit der Vorlage ging es eben nicht besser.

Der Roman führt eigentlich nur das aus, was zwischen Star Trek Nemesis und der ersten Folge von Picard passiert ist. Dabei wirkt er eher wie ein Geschichtsbuch als wie ein normaler Roman, denn Spannung steht nicht im Vordergrund. Wer die erste Folge der Serie geschaut hat, weiß auch schon genau, was passiert, es gibt keine Überraschungen. Das ist aber das, weshalb das Buch überhaupt Sterne von mir bekommen hat. Denn ich mag so etwas. Ich lese auch gerne Fanfictions, die einfach ein bekanntes Faktum noch mal näher betrachten und die emotionalen Auswirkungen genauer beleuchten, ohne zusätzlich Action hineinzudichten. Das ist hier sehr angenehm.

Inhaltlich aber … hat das Buch schon verloren, als J. J. Abrahms mal eben die romulanische Sonne vernichtete, nur, um Leonard Nimoys Spock in die andere Zeitlinie zu kriegen. Und als dann die Autoren der neuen Picard-Serie beschlossen, das nicht nur nicht zu ignorieren, sondern auch noch auszuweiten und zum Totalversagen der Föderation zu machen, gab es leider keine Möglichkeit mehr, diesen Inhalt auch nur in irgendeiner Form angenehm zu lesen zu machen.

Dieses Buch ist schlicht der Tod der Föderation als Utopie. Stattdessen wird die Föderation hier ein wenig wie Europa in der Zeit von gleichzeitig Flüchtlingskrise und drohendem Brexit gezeigt. Ohne jegliche gemeinsame Wertgrundlage und nur getrieben von egoistischen und letztlich kapitalistischen Interessen – was Roddenberrys Weltenbau diametral entgegen steht.

Hinzu kommt, dass auch die Romulaner noch ein wenig dekonstruiert werden. Wurden sie einst zu Verbündeten im Krieg gegen das Dominion, sind nun offenbar sämtliche diplomatischen Kanäle wieder geschlossen. Und schlimmer noch: Die Romulaner, die doch eigentlich von Vulkaniern abstammen, sind so unlogisch und denkunfähig, dass sie lieber Millionen ihrer eigenen Leute – also ihre Macht, auf die sie doch ach so stolz sind – sterben lassen, als von Anfang an ihre eigene Rettung vernünftig mit der Föderation zu organisieren. Anstatt von Anfang an einen Plan zu machen, welche Welten Hilfe brauchen, welche genau und wohin man umsiedeln kann – notfalls auch als Pioniere auf unbewohnte Welten -, torpediert man sogar die wenigen Hilfsaktionen, die man der Föderation ERLAUBT?

Und die? Statt zu schauen, welche habitablen, aber unbewohnten Welten es im Föderationsraum noch gibt und diese den Romulanern zu übergeben, ohne Ansprüche, gibt es sogar Ärger, wenn eine Mitgliedswelt freiwillig Flüchtlinge aufnehmen will? Und auf die Idee, zivile Schiffe aller Mitgliedswelten anzuheuern, und daraus eine gemeinsame Aktion, nicht nur der Flotte, zu machen, kommt auch keiner. Sie sind nur besorgt über Wählerzahlen, und, dass Außenwelten nicht schöne, neue Replikatoren bekommen.

Und dann überlegen sie noch, ob sie nicht eine neue Ära der Sklaverei einläuten wollen?

Nein, das hier ist eine völlige Abkehr von dem, was Star Trek einst sein sollte. Statt Roddenberrys erleuchtetem Menschen haben wir hier die Wiederholung der heutigen Zeit. Denn ja, dieses Szenario spielt sich ziemlich genau so heute ab.

Diesen Inhalt kann der schönste Schreibstil nicht mehr retten. Und es tut mir leid, dass McCormack, die SO tolle Romane geschrieben hat, ihren Namen hierfür hergeben musste.

 

Dora Heldt – Wind aus West mit starken Böen

Wind aus West mit starken BöenBuchdetails

  • Erinnert an: so ziemlich alle Strand-Romane, nur, dass dieser hier eher an Frauen um die 50 gerichtet ist
  • Genre: Romantik
  • Erscheinungsdatum: 2014
  • Verlag: dtv
  • ISBN: 9783423260398
  • Taschenbuch 496 Seiten
  • Sprache: Deutsch
  • Triggerwarnungen: Übergriffigkeit, Betrug in der Beziehung, Erwähnen von Selbstmordversuchen, potentielles Gaslighting
  • Positiv anzumerken: Charaktere über 20, ein schwuler Charakter

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