[Kurzrezension] Stephen King u.a. – Der Revolvermann (Der dunkle Turm #1)

Der Dunkle Turm, Band 1: Der RevolvermannDiese Graphic Novel-Reihe wollte ich lesen, weil sie – oder zumindest die Romangrundlage – demnächst verfilmt wird. Nach Band 1 gebe ich diesen Plan aber auf. Natürlich war klar, dass Stephen King auch dann, wenn er gerade nicht Horror, sondern Fantasy schreibt, nicht gerade von Einhörnern und rosa Wölkchen berichten wird. Aber die Geschichte von Roland, dem Revolvermann, der von seinem Vater in geheimer Mission ausgesandt wird, um Informationen über den Erzfeind des Bundes zu sammeln, ist mir zu brutal, in Sprache wie in Wort.

Dabei sind die Zeichnungen wirklich hervorragend, das kann man nicht beklagen. Das Buch ist darüber hinaus gut strukturiert und bietet neben dem Graphic Novel selbst einiges an Zusatz. Meine Kritik daran ist daher rein subjektiv, denn ich bin kein Freund von großartig gewaltverherrlichenden Geschichten, und solch eine liegt hier vor. Darüber hinaus bin ich kein Freund der Welt, in der es einerseits Ölfördertürme gibt, andererseits aber nur Pferde zur Fortbewegung genutzt werden. Es gibt Magie, die offen praktiziert werden kann, wie es scheint, doch auch sie wird nicht für das Gute genutzt, ohne dass der Grund erklärt wird. Ich bevorzuge logisch aufgebaute Welten und mich reizt die Reihe einfach nicht, daher sind meine Sternabzüge nur Geschmacksfrage und ich möchte niemandem davon abraten, die Reihe für sich zu versuchen. Es ist nur nicht das, was ich gerne lese, aber hervorragend und hochqualitativ gemacht.

Kurzrezensionensammlung April 2017

Da sich gerade einige Bücher hier angesammelt haben, zu denen ich nicht genug zu sagen habe, dass sich eine große Rezension lohnt, aber auch nicht so wenig, dass ich sie gar nicht besprechen wollen würde, hier eine Sammlung der Kurzrezensionen der letzten Tage.

 

"Ich bin eine Dame, Sie Arschloch!"“Ich bin eine Dame, Sie Arschloch!” von Axel Krohn und Sören Sieg

Gespräche im Alltag mitgehört. Dabei sind es nicht alle Gespräche auch wirklich wert, aufgeschrieben zu werden. Die Kapitel sind nicht schlüssig aufgeteilt und die Einleitungen sowohl unnötig, als auch uninteressant geschrieben, aber insgesamt ist das Buch nicht schlecht und eine nette Unterhaltung für zwischendurch.

 

Wir duschen am liebsten nackt: Die witzigsten WG-AnzeigenWir duschen am liebsten nackt von Joab Nist. 

Viele der Anzeigen wirken ausgedacht und hinten im Buch gibt der Autor auch zu, dass er Anzeigen gekürzt und damit auch teils aus dem Zusammenhang gerissen hat. Insgesamt lässt diese Sammlung WG-Bewohner eher als pervers, eklig, dauerbetrunken oder einfach nur dumm da stehen. Nur wenige Anzeigen sind tatsächlich auch humorvoll. Die Illustrationen allerdings sind gut und unterhaltsam gemacht.

 

Doktor spielen von Mark Leyner und Dr. Billy Goldberg

Hier gibt es detaillierte Anleitungen, wie man selbst Organe transplantiert, Blinddärme entfernt oder Geschlechtsumwandlungen durchführt. Darüber hinaus wird suggeriert, dass man mit ein paar medizinischen Fachbegriffen eine Frau verführen könnte – sofern man ein Mann ist, versteht sich. Alles, was auch nur ansatzweise medizinisch korrekt ist, ist stark auf die Gesäßregion fixiert, als wären die Herren Autoren noch nicht aus der analen Phase herausgewachsen. Und die ‘Abschlussprüfung’ besteht aus Fragen, die vorher einerseits nicht beigebracht wurden, andererseits aber gleichzeitig nur intensives Schauen von Scrubs, House oder Grey’s Anatomy bedürfen. Sie bietet tatsächlich ein Minimum an medizinischem Wissen, sind aber vollkommen vom restlichen Inhalt des Buches abgekoppelt und auch dort mischen sich Fragen mit ‘Pipi-Kaka-Humor’ hinein.

[Kurzrezension] J. D. Salinger – The Catcher in the Rye

Bildergebnis für catcher in the rye penguinDieses Buch hat ungefähr 15 Jahre darauf gewartet, dass ich es lese. Und so ganz weiß ich noch nicht, was ich davon halten soll. Es ist unglaublich belanglos für einen Klassiker. Geschrieben wie ein Gespräch, in amerikanischem Slang mit einigem an Flüchen, erzählt Holden Caulfield, wie er als 16 Jähriger von der Schule verwiesen wurde, frühzeitig, vor seinem letzten Tag, das Gelände verließ und ein paar Tage vor sich hin lebte. Heute würde man sagen, dass er schwer depressiv ist, aber er selbst benutzt das Wort viel zu inflationär. Leute schauen auf eine Bühne, auf der was gespielt wird? Es macht ihn depressiv und er hasst die ganze Welt. Jemand sagt etwas, was er nicht hören will? Es macht ihn depressiv.

Ein Zeitraum von etwa drei Tagen wird in kleinsten Details beschrieben, vieles davon unglaublich langweilig, aber mit jeder Menge Wiederholungen. Nicht nur, dass er etwa einmal pro Kapitel sagt, er könnte ja ein bestimmtes Mädchen anrufen, um es dann doch nicht zu tun, er erzählt einem auch ständig, dass er eigentlich dies und das machen möchte, aber nicht in der Stimmung dazu ist und man muss ja in der Stimmung sein.

Mit jedem neuen Kapitel fragt man sich, warum er sich so unglaublich wichtig nimmt. Er hasst andere Menschen, hält jeden anderen für entweder angeberisch, falsch oder dumm, und erzählt einem Dinge, die nicht im geringsten interessant sind, weil jeder mal den gleichen Mist durchgemacht hat.

Einzig zu Gute halten, kann man dem Roman, dass – so belanglos und langweilig die Handlung auch ist -, die Sprache ist leicht lesbar. Nicht unbedingt sympathisch, dank der vielen Flüche, aber lesbar.

[Kurzrezension] Allan Asherman – The Making Of Star Trek II

Allan Asherman geht in seinem Making Of zum Zorn des Khan von 1982 sehr genau auf die Prozesse vor, während, aber auch partiell nach der Produktion ein.

Während nicht allzu spannend ist, welche Effektfirmen wie lange vorstellig waren, um dann einen Kostenvoranschlag zu erstellen, sind gerade die verschiedenen Ideen, die zur Storyline geführt haben, aber auch winzige Regieentscheidungen, gerade im Zusammenhang mit Spocks Tod, interessant und hintergründig dargestellt.

Etwas mehr Liebe wäre bei der Vorstellung der Enterprise-Crew abseits des Triumvirats schön gewesen. Hier klingen die kurzen Beschreibungen eher wie billige Werbetexte und Interviews wurden nur mit den ‘Stars’ – mit Ausnahme Shatners – sowie Produzent und Regisseur geführt. Hier wäre noch etwas mehr Liebe zum Detail schön gewesen. Alles in allem aber, auch mit den Behind the Scenes-Fotos und den ersten Zeichnungen für de Effekte, eine schöne und kurzweilige Lektüre für Trekkies.

 

[Kurzrezension] George Bernard Shaw – Die heilige Johanna

Bildergebnis für die heilige johanna bernard Shaw Dieses kleine Büchlein hier hat mich sehr enttäuscht und trotz nur knapp 150 Seiten habe ich mehrere Tage dafür gebraucht, egal wie sehr ich mich angestrengt habe, es endlich zu beenden. Bisher war ich ein großer Fan von Shaw, da ich selbst einst Pygmalion spielen durfte und es mir sehr gefallen hat, aber in ‘Die heilige Johanna’ ist leider nicht der Witz und die Leichtigkeit zu finden, die ich in Pygmalion so geschätzt habe. Statt dessen finden sich hier teilweise vierseitige Monologe über die Strategie, politische Feinde zu besiegen.

Man meint, dass Shaw den moralischen Zeigefinger erheben möchte und gegen das Vorgehen sowohl der Franzosen als auch der Engländer zur Zeit Jean D’Arcs schreiben möchte, doch dabei verfängt er sich in langen Mono- und Dialogen, die nicht zum Punkt kommen und so leider nur langweilen.

 

[Kurzrezension]Andreas Lehmann – Heiraten ist gut gegen Depressionen

Bildergebnis für heiraten ist gut gegen depressionenAuch wenn der Untertitel auf amerikanische Wissenschaftler eingeht und damit eine gewisse Lächerlichkeit andeuten möchte – weil zumindest das Klischee existiert, dass amerikanische Studien nicht glaubhaft sind -, so kommen hier Studien aus aller Herren Länder vor. Mehrfach welche des Max-Planck-Instituts in Deutschland, aber auch England, Russland und Skandinavien.

Damit ist schon verraten, dass dieses Buch trotz des Humor andeutenden Titels gar nicht dafür gemacht ist, die Studien ins Lächerliche zu ziehen. Statt dessen ist es vielmehr eine Sammlung von Studien, die teilweise schon bekannt, weil medial kommuniziert, oft aber für den Normalzeitungsleser noch unbekannt sind.

Der Autor enthält sich hierbei weitestgehend Kommentaren, mit Ausnahme der jeweiligen Kapiteleinleitung, so dass die Studien für sich stehen. Einzig vermutlich als verdeckter Kommentar gewählt ist die letzte Studie, die besagt, dass die meisten veröffentlichten Studien anzuzweifeln sind, wegen zu geringer Stichproben, Rechen- und Interpretationsfehlern, …

Das Gefühl hat man auch beim Lesen der Studien selbst. Obwohl viele der ‘Ergebnisse’ interessant klingen, ist doch anzuzweifeln, ob sie einer Wiederholung der Studie standhalten würden. Dennoch ist das hier ein ganzes Arsenal an zu überprüfenden Thesen, die meinen Forschungsdrang geweckt haben.

Abzug muss ich allerdings wegen fehlender Quellen geben. Würde ich jetzt die Regressionsanalysen, die Fehlerwahrscheinlichkeiten, die Stichprobengrößen, so im Buch nicht erwähnt, und bei Experimenten die tatsächliche Zufallsverteilung überprüfen wollen, um mir selbst ein Bild von der Glaubhaftigkeit der Studie machen zu können, so müsste ich lange suchen. Für denjenigen, der aber nicht selbst mit Statistikprogrammen und wissenschaftlicher Datenverarbeitung umgehen kann und den es deshalb nicht in den Fingern juckt, das hier auch zu nutzen, für den könnte das ein amüsantes, und teilweise auch erhellendes Lesevergnügen sein. (Für mich auch, nur will ich jetzt eben die Studien replizieren und habe nicht die Mittel und nicht die Mitarbeiter und das ist Folter.)

[Kurzrezension] Ranga Yogeshwar – Ach so!

Ach so! Warum der Apfel vom Baum fällt und weitere Rätsel des... by Ranga YogeshwarAuch das zweite Werk kann mich nicht wieder in die kindliche Neugier versetzen, die ich  jedes Mal verspürte, wenn früher das Intro von Quarks&Co. lief. Die Themenauswahl ist hier spannender, die kurze Seitenzahl pro Frage oft besser genutzt und an Herrn Yogeshwar ist, traut man seinen Illustrationen, ein Künstler verloren gegangen. Aber dennoch saß ich oft am Ende eines Kapitels da und dachte: “Das kann doch jetzt nicht alles gewesen sein.” Teilweise stellte ich meine weiterführenden Fragen Freunden, die sich etwas mit der jeweiligen Materie auskennen, teilweise blieben sie völlig unbeantwortet.

Was letztlich aber dafür gesorgt hat, dass ich das Buch nicht so gut bewerten kann, wie ich es eigentlich anfangs vorhatte, sind die letzten Kapitel, die eigentlich nicht in ein solches Werk passen. Statt ‘Ranga Yogeshwar erklärt uns die Welt’ heißt es hier ‘Ranga Yogeshwar will vielleicht Denkanstöße setzen, drückt uns aber seine Meinung auf’. Das darf er gerne machen, aber nicht in einem Buch, indem er uns die Rätsel des Alltags erklärt, weil manch ein Leser mit Sicherheit nicht intelligent genug ist, zu begreifen, dass hier in den letzten Kapiteln kein Wissen beschrieben wird, sondern nur eine Meinung. Nichts, das Anspruch auf Absolutismus erheben kann.

[Kurzrezension] Ranga Yogeshwar – Sonst noch Fragen?

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Ich hatte mich sehr auf dieses kleine Büchlein gefreut, als ich es in der Hand hielt. Schon als Kind war Ranga einer meiner Helden, schaffte er es doch, mich für Wissenschaft zu interessieren – etwas, was erst die Schule wieder kaputt machte, weil Physik da zu trocken und Chemie oft lebensgefährlich war. Ranga, Peter Lustig, und Christoph und Armin von der Sendung mit der Maus formten meine reale Welt, wo Spock, die Tiere aus dem Talerwald und letztlich Harry Potter die Welt meiner Fantasie beflügelten.
Natürlich hatte ich entsprechend hohe Erwartungen an das Buch. Sicher würde es mir meine eigene Welt noch näher bringen. Und es hat sich auch alle Mühe gegeben, aber beim ersten Versuch vor zwei Jahren legte ich es schon schnell wieder zur Seite, weil es mich einfach nicht packte. Und auch jetzt, beim zweiten Versuch, stellte ich fest, dass zwei Minuten Lesezeit da, wo man sonst 45 Minuten Sendung hatte, einfach unzureichend sind. In der Zeit wäre man sonst erst langsam ins Thema eingeführt worden und hier war es schon wieder vorbei. Und die sonst so spannenden Anekdoten des Wissenschaftsjournalisten empfand ich in schriftlicher Form sogar als störend und nervig, raubten sie mir doch noch mehr Platz der schon wenigen Seiten pro Thema.

So konnte es mich leider nicht so begeistern, wie in meiner Kindheit all die Sendungen, die ich mit Ranga schauen durfte, obwohl eigentlich längst Bettzeit war.

 

[Kurzrezension] Hans-Hermann Stolze – Sehr geehrtes Facebook

 

Ein ähnliches Prinzip wie bei ‘Ihr Schokohase hatte keine Eier’ verbirgt sich hinter diesem Buch. Der Autor gab sich als Rentner H.-H. Stolze aus und schrieb auf der Schreibmaschine Briefe mit absurden Anfragen an Firmen und Behörden.

Dabei sind die schreibmaschinengefertigten und eingescannten Briefe schwer lesbar, da oft die Tinte nicht den ganzen Buchstaben benetzt hatte, ehe er aufs Papier gelangte. Und so amüsant manche Anfrage auch sein mag, sind die Antworten hier doch fast ausschließlich 0815 und nicht der Mühe, sie zu lesen, wert.

 

[Kurzrezension] J. K. Rowling – Die Märchen von Beedle dem Barden

Buchdetails

  • Erscheinungsdatum: 2009
  • Verlag: Carlsen Verlag
  • ISBN: 978-3-551-35926-1
  • Taschenbuch  128 Seiten
  • Sprache: Deutsch

Klappentext: 

Welcher ordentliche Zauberer kennt sie nicht: die großartigen alten Märchen, die Beedle der Barde für die magische Gemeinschaft gesammelt hat? Jedem Zaubererkind werden sie abends vorgelesen. Nur Harry Potter hätte fast zu spät von ihnen gehört. Fast. Doch dann rettete ein wertvoller Hinweis daraus ihm das Leben – im Kampf gegen Voldemort, dem grausamsten schwarzen Magier aller Zeiten.

Aufbau:

Fünf Märchen sind hier in leichter, kinderfreundlicher Form aufgeschrieben, jeweils hinterher kommentiert von Albus Dumbledore.

 

Fazit: 

Ein wenig sehr leicht geschrieben, sind die Märchen an sich nicht wirklich etwas Besonderes. Zwar nicht uninteressant, aber auch nicht herausragend spannend. Was das Buch dann aber doch noch verbessert, sind die Kommentare Dumbledores. Diese sind zwar auch nicht unbedingt nötig für den normal-fanatischen Harry Potter-Leser, aber sie beleuchten doch die magische Welt und Dumbledore als Charakter ein wenig mehr. Ein nettes Beiwerk und ihren geringen Preis allemal wert sind die Märchen von Beedle dem Barden also allemal.